1. FC Union Berlin: Bringt Lustrinelli bei den Bayern ein ganz neues Gesicht?
In der vergangenen Woche hatte sich Horst Heldt noch nicht festlegen wollen, ob Andrej Ilic beim Spiel in München (Freitag, 20.30 Uhr) womöglich schon wieder mit von der Partie sein würde. Der Manager des 1. FC Union Berlin hatte in einer Medienrunde zumindest darauf gehofft, dass der Serbe wieder im Kader stehen könnte. Ilic allerdings – so viel ist seit Donnerstag klar – wird in der Partie bei den Bayern für die Köpenicker noch nicht zum Einsatz kommen.
Lustrinelli änderte gegen Schalke das System
Nach seiner Abreise aus dem Trainingslager in Österreich Anfang August hatte er sich einer Blinddarmoperation unterziehen müssen. An den Folgen laboriert er noch immer. Zumindest so sehr, dass er seinen Teamkollegen auf dem Platz noch nicht helfen kann, endlich in die Saison zu finden. An den ersten drei Spieltagen gegen Frankfurt (3:3), in Leverkusen (0:4) und zuletzt gegen Schalke (1:3) wurde er schmerzlich vermisst. Zunächst wurde er von Marin Ljubicic ersetzt, der die Doppelspitze gemeinsam mit Emmanuel Latte Lath bildete. Vor einer Woche stellte Trainer Mauro Lustrinelli gar das System um.
Rani Khedira war gegen Schalke auf ungewohnter Position unterwegs.
© IMAGO/Michael Taeger
Union spielte gegen Schalke überraschend in einer 4-2-3-1-Formation mit Rani Khedira als Zehner hinter Latte Lath. Es brauchte nicht lange, um zu erkennen, dass diese Systematik in dieser Besetzung keine Zukunft haben wird. Für die Reise in die Allianz-Arena rücken so vor allem zwei Personalien in den Fokus. Die eine trägt den Namen Kastriot Imeri und kam am Deadline Day von den Young Boys Bern aus der Schweiz. Der 26-Jährige, der mit Lustrinelli und dem FC Thun in der vergangenen Saison Meister in der Super League wurde, fehlte bislang verletzt, soll aber in München erstmals zum Union-Aufgebot gehören.
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Ob der Kreativspieler, der sich im offensiven Mittelfeld am wohlsten fühlt, gleich von Beginn an auf dem Platz steht, ist eher fraglich. Denkbarer ist da schon, dass Lustrinelli erstmals in dieser Spielzeit Tim Skarke das Vertrauen schenkt. Der gebürtige Heidenheimer hatte sich gegen Schalke nachträglich zu seinem 30. Geburtstag mit einem Tor beschenkt. Auch wenn der zwischenzeitliche 1:2-Anschlusstreffer im Endergebnis nichts wert war, betrieb Skarke mit diesem persönlichen Erfolgserlebnis weiter Eigenwerbung.
Schon zum Saisonauftakt hatte er Union mit einem sehenswerten Hackentor den Zähler gegen Frankfurt gesichert, nun gelang ihm sein insgesamt erst dritter Treffer im Union-Dress. „Die Spielweise nach vorn, wie wir da die Räume besetzen, hilft. Früher war ich da ein bisschen nach außen versetzt, jetzt eher im Zentrum. Da ist es wichtig, in welchen Räumen man steht. Ich habe mir das jetzt erarbeitet und versuche, da dranzubleiben, aber ich glaube, die Spielweise liegt mir“, erklärte Skarke in dieser Woche in einem Mediengespräch.
Skarke ist eine Option für die erste Elf
Als Einwechselspieler veränderte er zuletzt nicht nur wegen seiner Tore die Spiele. Skarke machte Dampf und riss seine Teamkollegen in den Schlussphasen der Spiele gegen Frankfurt und Schalke noch mal mit. „Er hat es in der Jokerrolle sehr gut gemacht“, lobte Lustrinelli den Angreifer. „Bei den Bayern werden wir den Ball vermutlich nicht so oft haben“, blickte der Trainer gleichzeitig voraus und stellte damit in Aussicht, einen Offensivspieler zu bringen, der sich auch für die Arbeit gegen den Ball nicht zu schade ist. Dafür wäre Skarke prädestiniert.
Nicht weniger sportliche Brisanz birgt das Spiel der Frauen am Sonntag (18.30 Uhr) gegen RB Leipzig. Nach dem Fehlstart mit vier Niederlagen aus vier Spielen ist die Mannschaft von Trainerin Marie-Louise Eta praktisch zum Siegen verdammt. Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei den Köpenickerinnen derzeit auf jeden Fall weit auseinander.
Bei der 0:3-Niederlage in Köln am vergangenen Wochenende patzte Torhüterin Nadine Böhi gleich doppelt. Auffällig ist aber auch, dass die Offensive in dieser Saison noch überhaupt nicht in Schwung kommt. Nele Bauereisen erzielte am ersten Spieltag beim 1:4 gegen die Bayern das bislang einzige Union-Tor. Am Sonntag muss der Ladehemmung ein Ende gesetzt werden, sonst könnte es auch für Eta irgendwann ungemütlich werden.
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