Heimweh – die Erfolgsgeschichte hinter den acht Stimmen
10 Jahre Heimweh Die aussergewöhnliche Erfolgsgeschichte des Schweizer Männerchors
Die regelmässigen Hitparadenstürmer füllen Konzertsäle und sind ein Phänomen, das über die Volksmusik hinausstrahlt. Ihr Jubiläum feiert der Männerchor mit dem neuen Album «Fründschaft».
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15.08.2026, 21:33
Zehn Alben in zehn Jahren: Das ist die Bilanz des Männerchors Heimweh. Die Idee eines modernen Männerchors, der Dialektlieder singt, wurde 2016 noch als mutiges Experiment betrachtet. Doch mit dem ersten Auftritt von Heimweh traf der Hitproduzent Georg Schlunegger einen Nerv.
Seit einer Dekade stürmt Heimweh nun schon die Spitze der Schweizer Hitparade. Jetzt hebt der Männerchor sein zehntes Studioalbum «Fründschaft» aus der Taufe.
Für Markus Stadelmann, eine der prägenden Bassstimmen der Gruppe, haben die zehn Jahre Spuren hinterlassen. «Der Bart ist länger geworden und die Falten tiefer», meint er lachend.
Markus Stadelmann gehört seit den Anfängen zum harten Kern von Heimweh.
IMAGO/justpictures.ch
Mit Blick auf das neue Album stellt er eine Entwicklung fest. Während bei den Live-Auftritten die Post abgeht, wirkten die Alben immer etwas brav, so Stadelmann. «Fründschaft» schliesse diese Diskrepanz zwischen Aufnahme und den Live-Auftritten. «Man erschreckt nicht, weil es anders tönt.»
Aufgestellt wie eine Fussballmannschaft
Trotz vereinzelter Besetzungswechsel blieb der harte Kern seit der Gründung stabil. Die Gruppe versteht sich selbst als eingeschworene Gemeinschaft. «Das ist wie eine Familie, wenn man sich trifft», betont Stadelmann. Die Struktur der aktuellen Besetzung vergleicht er mit einer Fussballmannschaft. «Wir sind ein Kern von acht Sängern mit Ersatzspielern.»
Von Jung bis Alt – Heimweh spricht mit seiner Musik Generationen an.
Keystone/Urs Flüeler
Mit dieser Aufstellung ist Heimweh flexibel und ermöglicht es den Mitgliedern, Familie und Musik unter einen Hut zu bringen. Wenn ein Sänger frisch Vater wird oder beruflich stark beansprucht ist, springen andere ein. Es könne auch einmal krankheitsbedingt jemand ausfallen.
Acht Männer in unterschiedlichem Alter. Mit dieser Vielfalt begründete Jens Stössel, die jüngste Stimme von Heimweh, vor zwei Jahren den Erfolg der Formation. Sie seien für alle Generationen da und verkörperten diese auch.
Zwischen Kindergarten und Konzertbühne
Obwohl Heimweh zu den erfolgreichsten Acts der Schweizer Musikszene gehört, lebt keiner der Sänger nur von der Musik und den Auftritten. Markus Stadelmann arbeitet unter der Woche als Lehrer und Heilpädagoge. Für ihn ist dieser bewusste Kontrast ein wichtiges Werkzeug, das ihn erdet. «Es ist wahnsinnig schön, unter der Woche den Blickwechsel zu haben und am Abend wieder auf einer grossen Bühne zu stehen.»
Dieser Spagat schützt die Musiker auch vor dem harten Aufprall, sollte der Erfolg eines Tages nachlassen. Stadelmann geniesst den Moment und ist sich bewusst, dass die Erfolgswelle abflachen kann.
Heimweh hat es geschafft, einer traditionsreichen Form des Männergesangs neues Leben einzuhauchen. Die Formation verbindet Heimatgefühl mit zeitgemässer Musik und zeigt, dass Volksmusik auch im 21. Jahrhundert grosse Hallen füllen kann.
Zehn Jahre nach dem Start ist klar: Heimweh ist weit mehr als ein musikalisches Projekt. Es ist für viele Fans ein Stück gelebte Schweiz geworden.
Heimweh geht auf Tour
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Das nächste Highlight steht bereits vor der Tür: Im September spielt Heimweh exklusive und längst ausverkaufte Konzerte mit dem 21st Century Orchestra im KKL in Luzern. Ab Januar geht der Männerchor auf grosse Jubiläumstournee.