100 Jahre Mühlenkopfschanze in Willingen mit sportlichem Programm gefeiert

Stand: 03.08.2026, 08:00 Uhr

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Mutige Familie aus Winterberg: Auch Anton Blüggel sprang mit Hilfe der Virtual Reality-Brille von der Mühlenkopf-Schanze, so wie vor ihm seine Schwester Johanna, Papa Carsten und Mama Jessica. Der Präsident des Willinger Ski-Clubs, Jürgen Hensel, gab ihnen Tipps für ihren „Sprung“.

Mutige Familie aus Winterberg: Auch Anton Blüggel sprang mit Hilfe der Virtual Reality-Brille von der Mühlenkopf-Schanze, so wie vor ihm seine Schwester Johanna, Papa Carsten und Mama Jessica. Ski-Club-Präsident Jürgen Hensel gab ihnen Tipps für ihren „Sprung“. © Astrid Rau

Zehn Tage lang wird das Jubiläum der Mühlenkopfschanze in Willingen gefeiert. Einer der sportlichen Höhepunkte: Selber fliegen – mit VR-Brille.

Willingen – Mit einem zehntägigen Fest feiern die Willinger seit Freitag den 100. Geburtstag ihrer Mühlenkopfschanze. An jedem dieser Tage gibt es am Berg ein erlebnisreiches Programm für Kinder und Erwachsene rund um das Thema Skispringen. Bereits am ersten Festtag seien es über 1000 Besucher gewesen, wie Ski-Club-Präsident Jürgen Hensel mitteilte.

Auch am Sonntag strömten die Menschen zur Sprungschanze – obwohl sich am Morgen beim Testlauf des Aufzugs „Mühlenkopf-Liner“ herausstellte, dass dieser wegen einer technischen Störung für den kompletten Tag ausfallen würde. Normalerweise fahren Gäste mit dem Lift in vier Minuten vom Auslauf bis nach oben. Kurzerhand beschlossen die Vorstandsmitglieder des Ski-Clubs, einen Shuttle-Service mit Minibussen einzurichten, um alle Besucher auf den Berg und wieder hinunter zu bringen. Dafür stellten die Fußballer und die Bergwacht je einen und der Ski-Club zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Fahrer waren die Vorstandsmitglieder selbst, die dafür ihre eigenen Sonntagspläne aufgaben. Einer von ihnen war Dirk Bäringhausen, der am Abend die letzte Fahrt übernahm. Er schätzte, dass über den ganzen Sonntag über 1500 Besucher das Fest besucht hatten. Am Montag solle ein Servicetechniker des Liner-Herstellers aus Österreich kommen, um den erst kürzlich in Betrieb genommenen Aufzug zu reparieren.

Für die genannte große Besucherzahl spricht auf jeden Fall, dass bereits vor Mittag sämtliche Parkplätze an der Schanze belegt waren, so dass weitere Besucher sich im Wakenfeld Stellplätze suchen mussten. Trotz allem herrschte oben an der Schanze fröhliche Stimmung. Ein Renner war der „Virtuality Ski Jump“. Dabei konnten die Besucher durch eine Virtual-Reality-Brille erleben, wie sich ein Skisprung aus der Sicht eines Springers anfühlt. Die Aufnahmen dafür wurden beim vergangenen Weltcup mit Hilfe einer Helmkamera aufgenommen. Elke Rischen vom Ski-Club Willingen mahnte alle VR-Skispringer vor dem Start: „Sitzen bleiben! Im Stehen verliert man das Gleichgewicht.“ Und tatsächlich: Wer die VR-Brille ausprobiert, muss sich dafür auf einen nachgebauten Absprungbalken setzen. Man blickt bis zum Schanzentisch – nicht weiter. Plötzlich „fährt“ man los, das Ende des Anlaufs kommt näher – und dann „fliegt“ man. Das kribbelt schon etwas im Magen – aber noch bevor einem das bewusst wird, ist der Sprung zu Ende, und die tausenden Zuschauer im Auflauf jubeln einem zu.

Das Programm

Täglich wird Laser-Biathlon angeboten. Auf der Mini-Sprungschanze können Kinder sich am Samstag und Sonntag ausprobieren. Am Sonntag ist Langlauf auf einem Schneeteppich möglich. Die Jugendfeuerwehr ist am Montag zu Gast, dann wieder von Donnerstag bis Samstag. Die Bergwacht-Jugend kommt am Samstag zurück, die Jugendspielgemeinschaft Upland am Mittwoch und Samstag. Kinderschminken wird Montag, Mittwoch, Samstag und Sonntag angeboten. Donnerstag um 14 Uhr gibt es eine Kinderschanzenführung, Samstag einen Luftballonkünstler, Sonntag ein Programm mit Sportstationen. Die „Green Trails“ präsentieren sich am Dienstag und Mittwoch.

Beim Torwandschießen der Jugendspielgemeinschaft Willingen nebenan konnten Teilnehmer ein passendes Original-Startnummer-Hemdchen vom Skispring-Weltcup gewinnen – klar, dass da auch etliche Erwachsene ihr Glück versuchten. Und weil Schanzengeburtstag war, bekamen auch die eins geschenkt, die beim Treffen glücklos waren.

Künftige Skisprung-Asse machten ihre ersten Versuche an der Mini-Schanze des Ski-Clubs am Ende des Geländes. Bemerkenswert war, wie viele der Kinder von Sprung zu Sprung mutiger wurden, so dass sie aus der anfänglichen Hockstellung schließlich im Stehen von der Mini-Schanze springen konnten. Nebenan durften alle Interessierten beim Laser-Biathlon auf eine Distanz von rund fünf Metern im Stehen und im Liegen ihre Schießfähigkeit unter Beweis stellen. Auf Kraft kam es beim Bungee-Run der Jugendfeuerwehr Usseln an, bei dem Teilnehmer, gehalten von einem starken Gummiseil, gegen diesen Widerstand anlaufen sollten. In einer Fotobox auf dem Festgelände können sich Gäste während der Festtage Mini-Erinnerungsfotos an das Fest machen lassen. Das Besondere dabei: Der Hintergrund ist eine Großaufnahme der Mühlenkopfschanze selbst. Denn sie steht schließlich im Mittelpunkt bei diesem besonderen Geburtstagsfest.