110‑Tonnen-Koloss auf der Autobahn sofort gestoppt – 67 Mängel an einem einzigen Lkw

Stand: 07.09.2026, 23:12 Uhr

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Einen Holztransporter zieht die Polizei auf der A67 aus dem Verkehr. (Symbolfoto)

Einen Holztransporter zieht die Polizei auf der A67 aus dem Verkehr. (Symbolfoto) © Anja Cord/Imago

Bei einer Schwerlastkontrolle in Südhessen fallen 21 Fahrzeuge durch – darunter ein Holztransporter mit gefährlich wenig Zurrgurten und ein 110-Tonnen-Koloss ohne gültige Genehmigung.

Lorsch – Bei einer groß angelegten Lastwagen-Kontrolle in Südhessen haben Polizeibeamte zahlreiche schwerwiegende Verstöße aufgedeckt. Insgesamt 21 Fahrzeuge und ihre Fahrer fielen bei der Überprüfung durch – wegen Mängeln oder Regelverstößen. Für vier Lkw-Fahrer war die Fahrt direkt beendet.

Den Einsatzkräften zufolge entfielen 18 der festgestellten Verstöße auf nicht eingehaltene Lenk- und Ruhezeiten. Hinzu kamen mehrere Fälle mangelhafter Ladungssicherung, in denen die Polizei Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Fahrer und Spediteure einleitete. Sechs Fahrer ohne festen Wohnsitz in Deutschland mussten Kautionen in einer Gesamthöhe von knapp 6000 Euro hinterlegen. Eine Spedition zahlte laut Polizei 1650 Euro Strafe direkt vor Ort – wegen eines „illegalen Wettbewerbsvorteils durch die Art der Transportdurchführung“.

Holzlaster mit zwölf Gurten statt 41: Fahrt sofort beendet

Vier Fahrzeuge durften die Fahrt wegen besonders gravierender Mängel gar nicht erst fortsetzen. Besonders auffällig: Ein Holztransporter wurde an einer Rastanlage gestoppt, weil seine Ladung völlig unzureichend gesichert war. Vorgeschrieben gewesen wären 41 Zurrgurte – angebracht waren lediglich 12. Da der Fahrer außerdem keine Antirutschmatten eingesetzt hatte, reichte selbst diese geringe Anzahl an Gurten nicht aus. Erschwerend kam hinzu, dass er auch seine Lenk- und Ruhezeiten nicht korrekt eingehalten hatte, wie die Polizei mitteilte.

110-Tonnen-Koloss ohne passende Genehmigung unterwegs

Ebenfalls gestoppt wurde ein Schwertransport, der laut Polizei ohne ausreichende Transportgenehmigung unterwegs war. Das geladene Baustellengerät allein wog mehr als 62 Tonnen – das Gesamtgewicht des Fahrzeugs mit Ladung betrug 110 Tonnen. Auch hier war die Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert. Der Unternehmer musste sich zunächst um eine gültige Genehmigung kümmern, der Fahrer um eine korrekte Sicherung der Fracht.

62 Mängel an einem einzigen LKW

Noch drastischer fiel die Bilanz bei einem weiteren kontrollierten Lastwagen aus: Die Beamten zählten insgesamt 62 Einzelmängel. Betroffen waren die Brems- und Beleuchtungsanlage, außerdem war die Karosserie stellenweise durchgerostet und die Lenkung stark ausgeschlagen. Angesichts des desolaten Zustands des Fahrzeugs war an eine Weiterfahrt nicht zu denken, so die Polizei. Der Eigentümer muss nun selbst für den Abtransport des Trucks sorgen.

An der Kontrollaktion waren insgesamt 35 Polizistinnen und Polizisten beteiligt. Neben Kräften aus Südhessen waren auch Kolleginnen und Kollegen aus Westhessen und Südosthessen vor Ort. Unterstützung kam zudem aus den Nachbarbundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

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Seit Juli verschärfte Regeln

Immer wieder zieht die Polizei überladene Transporte in Südhessen aus dem Verkehr. Zuletzt erwischten die Beamten einen mit rund zwei Tonnen überladenen Lkw.

Seit dem 1. Juli 2026 gilt eine verschärfte Regelung, nach der Fahrzeuge bereits ab 2,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse mit einem digitalen Fahrtenschreiber ausgestattet sein müssen. Zudem plant Deutschland ab 2026 die Einführung piezoelektrischer Sensoren in der Fahrbahn, um Lkw-Gewichte vollautomatisch während der Fahrt zu kontrollieren