117 Jahre alt und kein schweres Leiden: Was Forschende im Körper von Maria Branyas entdeckten

117 Jahre alt und frei von schweren Krankheiten: Was Forschende in Maria Branyas’ Körper fanden

Stand: 14.09.2026, 14:17 Uhr

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Forscher bei der Arbeit (Symbolbild)

Forscher bei der Arbeit (Symbolbild) © Lane Oatey/Imago

Eine Studie zur 117-jährigen Maria Branyas zeigt, wie extreme Alterung, biologische Jugendlichkeit und Schutz vor schweren Krankheiten gemeinsam auftreten können.

Barcelona – Wissenschaftler führten eine einzigartige Studie mit Maria Branyas durch, einer 117-jährigen Frau, um Einblicke in die doppelte Natur des Alterns zu gewinnen. Die Untersuchung, geleitet von Dr. Manel Esteller vom Josep Carreras Leukämieforschungsinstitut, setzte moderne Multi-Omik-Technologien ein, um verschiedene biologische Bereiche wie die Genomik und Metabolomik zu analysieren, wie ScienceDaily berichtet. Die Ergebnisse zeichnen ein überraschendes Bild: Merkmale extremen Alters treten gleichzeitig mit Anzeichen großer Jugendlichkeit sowie einem natürlichen Schutz vor altersbedingtem Verfall auf.

Eine faszinierende biologische Dualität

Dr. Esteller beschreibt Branyas’ biologische Zusammensetzung als eine „faszinierende Dualität“. Einerseits deuten physische Merkmale wie sehr kurze Telomere sowie ein proinflammatorisches Immunsystem eindeutig auf ihr fortgeschrittenes Alter hin. Andererseits weist sie genetische Faktoren auf, die mit Neuroprotektion und Kardioprotektion in Zusammenhang stehen.

Darüber hinaus stellten die Forschenden niedrige Entzündungswerte sowie ein Darmmikrobiom fest, das besonders reich an nützlichen Bifidobakterien ist. Diese Merkmale deuten auf ein komplexes biologisches Gleichgewicht hin, in dem altersbedingte Veränderungen und schützende Faktoren nebeneinander bestehen. Dies lässt vermuten, dass das Erreichen eines sehr hohen Alters nicht bedeutet, dem biologischen Altern vollständig zu entgehen, wie das Portal Origo hervorhebt.

Altern ohne schwere Krankheiten

Vor allem ist Branyas’ Fall außergewöhnlich, da sie trotz ihres hohen Alters frei von schweren Erkrankungen geblieben ist. Dies bietet der Wissenschaft eine seltene Gelegenheit, den reinen Alterungsprozess unabhängig von schweren Krankheiten zu untersuchen. Das Verständnis dieser Unterscheidung ist wichtig, um zu klären, wie der Alterungsprozess den menschlichen Körper ohne pathologische Veränderungen beeinflusst.

Die Studienergebnisse könnten weitreichende Bedeutung über die Langlebigkeit hinaus haben. Sie liefern wichtige Anhaltspunkte, um Mechanismen besser zu verstehen, die zur Entstehung von Blutkrebs und anderen altersbedingten Erkrankungen führen. ScienceDaily Bezeichnet die Forschung als einen bedeutenden Schritt hin zu zukünftigen Therapien, zum Beispiel durch die Untersuchung epigenetischer Behandlungsverfahren sowie sogenannter Anti-Seneszenz-Medikamente.

Welchen Einfluss hat der Lebensstil?

Auch der Lebensstil von Branyas liefert wertvolle Erkenntnisse. Ihre einfache mediterrane Ernährung, die reich an Joghurt, frischem Gemüse und Fisch ist, stellt einen ausgewogenen Ansatz dar. Die Forschenden vermuten insbesondere, dass ihr regelmäßiger Joghurtkonsum zur Erhaltung ihres Darmmikrobioms beigetragen hat, das eine wichtige Rolle für ihre Widerstandskraft spielt, wie Anandabazar Patrika berichtet.

Obwohl sich aus diesem Einzelfall keine allgemeinen Ernährungsempfehlungen ableiten lassen, betonen die Ergebnisse dennoch die Vorteile einer ausgewogenen Ernährung und einer positiven Lebenseinstellung für ein gesundes Altern.

Perspektiven für die zukünftige Forschung

Obwohl konkrete medizinische Anwendungen noch ausstehen, hat die Untersuchung das Verständnis extremer Langlebigkeit und ihrer biologischen Komplexität erheblich erweitert, wie ORIGO betont. Die Ergebnisse vertiefen das Wissen über die menschliche Biologie und könnten künftige Therapien gegen altersbedingte Erkrankungen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter nachhaltig fördern. (Redaktion)