135 Pfund für nackte Füße: Die Logik hinter Columbias Werbecoup
Stand: 21.09.2026, 18:47 Uhr
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Columbias „F££T FUND“ verspricht ausgewählten Wanderern 135 Pfund für ein Foto ihrer nackten Füße – und macht daraus Werbung für seine Peakfreak-Schuhe.
135 Pfund für ein Foto nackter Füße: Mit dieser ungewöhnlichen Offerte wirbt Columbia Sportswear für seine neuen Peakfreak-Wanderschuhe. Die Kampagne „F££T FUND“ greift die Internetkultur rund um bezahlte Fußbilder auf – und dreht sie ins Outdoor-Marketing. Wanderer können Columbia Bilder ihrer nackten Füße schicken; ausgewählte Teilnehmer erhalten 135 Pfund. Der Betrag soll für ein Paar Peakfreak reichen. Aus einem schlüpfrigen Internetphänomen wird so ziemlich konsequentes Produktmarketing.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Markt und Mittelstand.
Erst denkt man an das Internet. Dann an seine Schuhe
Die Pointe funktioniert in zwei Schritten. „Wir bezahlen für Fußfotos“ weckt eine ziemlich eindeutige Erwartung. Columbia schickt die Füße stattdessen auf einen Wanderweg. Dort bekommen sie eine Aufgabe im Werbefilm: Sie tragen den Menschen durch Gelände, für das der neue Schuh gemacht sein soll.

Das ist mehr als eine freche Überschrift über einem gewöhnlichen Produktfoto. Columbia hat zunächst auf TikTok, Instagram und Snapchat mit Andeutungen gearbeitet. Outdoor-Creator zeigten Nachrichten, in denen die Marke sie um Fußbilder bat. Später folgte unter anderem ein Video, in dem Creator James Norbury ein Paar Schuhe mit den Füßen auspackt. Die Geschichte bewegt sich vom irritierenden Satz zum konkreten Produkt. Creative Salon datiert den Kampagnenstart auf den 15. September.
Warum der Fußfoto-Witz zum Produktargument wird
Viele Marken wollen im Netz mitreden. Dann übernehmen sie einen Ausdruck, kleben ihn auf ihre Werbung und hoffen, das Publikum werde schon lachen. Columbia hat einen besseren Anknüpfungspunkt: Füße sind der Grund, weshalb jemand Wanderschuhe kauft. Die Anspielung ist gewagt, aber sie endet bei einer Produkteigenschaft, die Käufer tatsächlich interessiert: Komfort und Schutz beim Wandern.
Die 135 Pfund erfüllen dabei zwei Aufgaben. Als möglicher Gewinn geben sie Menschen einen Anlass, mitzumachen. Zugleich verbinden sie die Aktion mit dem Preis eines Paars Schuhe. Wer die Geschichte weitererzählt, nennt fast zwangsläufig auch den Betrag – und landet wieder beim Produkt. Ob daraus Verkäufe entstehen, ist bislang nicht belegt. Aufmerksamkeit und Absatz sind verschiedene Rechnungen.
Und selbst die eingesandten Bilder bekommen ein zweites Leben: Ausgewählte Aufnahmen sollen in einer „Hall of Feet“ landen, einer Social-Media-Galerie der Kampagne. Columbia kauft sich mit den 135 Pfund also nicht nur Aufmerksamkeit. Die Teilnehmer produzieren zugleich neuen Stoff für die nächste Runde der Geschichte.
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Was Mittelständler daraus lernen können
Die übertragbare Idee lautet nicht, dass nun jeder Betrieb nach ungewöhnlichen Fotos fragen sollte. Interessanter ist die Konstruktion dahinter: Columbia nimmt eine bekannte Gewohnheit aus dem Netz, findet darin einen Bezug zum eigenen Produkt und macht aus diesem Bezug eine Handlung, an der Kunden teilnehmen können.
Für eine kleinere Marke wäre die entscheidende Frage deshalb: Welchen Satz über unser Produkt würde jemand freiwillig weitererzählen? Wenn darauf nur ein flotter Spruch folgt, fehlt der zweite Teil. Bei Columbia lautet er Peakfreak. Der Witz bringt die Leute zum Stehenbleiben. Der Schuh muss ihnen danach einen Grund geben, weiterzugehen.