15 Tonnen schweben millimetergenau: Barnstorfs neue Radwegbrücke ist eingehoben
Stand: 11.09.2026, 08:28 Uhr
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Ein Autokran hat die neue Geh- und Radwegbrücke über die Hunte in Barnstorf in ihre Position gehoben. Die Gesamtkosten liegen bei rund 600.000 Euro – die Bauarbeiten liegen im Zeitplan.
Barnstorf – Das 12-Uhr-Geläut von St. Veit hätte ungeplant fast für die passende Begleitung gesorgt bei dieser Hochzeit, aber zu diesem Zeitpunkt waren noch einige handwerkliche Dinge zu erledigen. Erst gut anderthalb Stunden später war an der Hunte mitten in Barnstorf eine Trauung der ganz besonderen Art zu erleben – eine sogenannte „Brückenhochzeit“.

Die neue Geh- und Radwegbrücke über den Fluss am Durchgang zur Brinkstraße wurde mittels eines Autokrans in ihre neue Position manövriert. Etwa 15 Tonnen wog das Teil, das am Kranhaken scheinbar federleicht über die Baumkronen am Hunte-Ufer schwebte und schließlich millimetergenau auf den Widerlagern aus Beton landete.
Bevor das Brückenteil in die Luft ging, hatte eine Firma aus Uelzen noch das Geländer und den Handlauf angebracht. Damit war das Bauwerk bereit für seinen spektakulären Einbau.
15 Tonnen am Haken
Eine kleine Schar an Interessierten verfolgte den Kraneinsatz, quasi als „Hochzeitsgesellschaft“. Unter ihnen war auch Samtgemeindebürgermeister Alexander Grimm, der sich freute, dass die Brücke nun bald wieder befahrbar sein wird. Das sei ein wichtiges Element, nicht zuletzt für die Schulwegsicherheit und die sichere Verbindung für Radfahrer und Fußgänger.

Die Gesamtkosten werden aktuell mit etwa 600.000 Euro taxiert, sagte Bau-Fachbereichsleiter Ingmar Braunert von der Barnstorfer Verwaltung, „davon voraussichtlich bis zu 360.000 Euro Förderung über das Sonderprogramm Stadt und Land.“
Die ausführende Baufirma ist die Joachim Tiesler Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG aus Elsfleth, das Ingenieurbüro BIZ Architekten & Ingenieure aus Osnabrück zeichnet für die Planung verantwortlich.
BIZ-Geschäftsführer Thomas Klakus begleitete die Brückenhochzeit vor Ort. Gab es eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt? „Die Aufweitung“, erklärt er. Da zur Westseite, also Richtung Sundering, relativ wenig Platz ist und die Brücke in einem 90-Grad-Winkel auf den Radweg trifft, sei die Brücke mit einer Aufweitung, also praktisch mit einem Trichter, versehen. Damit soll der Bereich für Radfahrer entschärft und die Einfahrt in den Brückenbereich übersichtlicher gestaltet werden.

Die alte Brücke wird zersägt
Als der Kran sein Werk vollendet hatte, zeigte sich Klakus zufrieden: Der Einbau habe reibungslos geklappt. Als Nächstes muss die Brücke nun „angebunden“ werden – mit Geländer beziehungsweise Pflaster und Asphalt. Anschließend muss noch die Abnahme erfolgen. Radfahrer und Fußgänger müssen bis dahin einen Umweg in Kauf nehmen. Die Sperrung dauert laut Gemeindeverwaltung noch bis zum 23. Oktober. „Wir sind im Zeitplan“, unterstrich auch Ingenieur Klakus.
Das bisherige Bauwerk aus Holz war in die Jahre gekommen und galt zuletzt als nicht mehr verkehrssicher. Es war Anfang Juli ebenfalls mit Hilfe eines Krans abmontiert worden und diente nun noch als Provisorium für die Bauarbeiter zum Überqueren des Flusses. Gleich nachdem der Kran am Dienstag das neue Bauwerk platziert hatte, räumte er die alte Brücke beiseite. Sie soll nun „an Land“ zerkleinert werden.