Griechenland-Urlaub: 17-Jähriger stirbt beim Duschen – Kritik am Bürgermeister

KI-Stimme. Info

Ein Familienurlaub auf der griechischen Insel Kimolos hat für einen 17-Jährigen aus Irland tödlich geendet. Der Jugendliche starb offenbar an einem Stromschlag, als er in einem Ferienhaus duschen wollte. Das berichten der britische „Guardian“ und der griechische Rundfunk ERT. Inzwischen ermittelt die Polizei – im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Elektrik des mehr als 50 Jahre alten Hauses.

Newsletter Illustration

Der Jugendliche aus Cork war gemeinsam mit seinen Eltern auf Kimolos, einer kleinen Kykladeninsel in der Ägäis. Die Familie kannte den Ort gut: Die Mutter des 17-Jährigen wurde dort geboren, regelmäßig kehrte die Familie auf die Insel zurück. Auch das Steinhaus, in dem sie während ihres Aufenthalts wohnte, war ihr vertraut. Nach Angaben des „Guardian“ hatte die Familie dort bereits mehrfach Urlaub gemacht. Dieses Mal war sie erst seit drei Tagen auf Kimolos, als es zu dem tödlichen Unglück kam.

Lesen Sie auch

Griechenland-Urlaub: 17-Jähriger wird nach dem Duschen bewusstlos gefunden

Am Sonntagnachmittag, dem 9. August, ging der 17-Jährige in ein Badezimmer im Außenbereich des Anwesens, um zu duschen. Als er kurze Zeit später nicht zurückkehrte, sahen seine Eltern nach ihm und hielten ihn für bewusstlos. Die Versuche, den Jugendlichen wiederzubeleben, blieben erfolglos. Eine spätere Obduktion ergab, dass ein Stromschlag die wahrscheinlichste Todesursache war.

Wie gefährlich die Situation offenbar auch für die Mutter des Jugendlichen war, schilderte der Inselarzt Agapitos Xanthis im Gespräch mit dem griechischen Rundfunk ERT. Die Frau habe ihm berichtet, selbst einen Stromstoß gespürt zu haben, als sie ihrem Sohn helfen wollte. Daraufhin habe er sie angewiesen, sofort den Hauptschalter des Hauses auszuschalten, um die Stromzufuhr zu unterbrechen. „Wir können von Glück sagen, dass es nicht zwei Todesfälle durch einen Stromschlag gab“, sagte der Arzt.

Auch interessant

Akropolis in Athen mit Touristen.

Stromschlag im Ferienhaus: Ermittler prüfen Warmwasserbereiter und Leitungen

Der „Guardian“ berichtet unter Berufung auf die griechische Polizei, dass sich die Ermittlungen vor allem auf den Warmwasserbereiter des Ferienhauses und die dazugehörigen Stromleitungen konzentrieren. Untersucht wird demnach, ob dort ein technischer Defekt den tödlichen Stromschlag ausgelöst haben könnte. Die elektrische Installation des Hauses stammt laut dem griechischen Rundfunk ERT aus den 1970er Jahren. Zudem prüfen die Ermittler, ob im Sicherungskasten eine vorgeschriebene Schutzeinrichtung fehlte, die bei einem Fehler den Strom innerhalb kürzester Zeit unterbrechen soll. 

Ob eine fehlende oder defekte Schutzvorrichtung tatsächlich zum Tod des 17-Jährigen beigetragen hat, ist bislang nicht geklärt. Ebenso ist offen, ob der Warmwasserbereiter selbst einen Defekt hatte oder die Ursache an anderer Stelle der elektrischen Anlage lag. Die Ermittlungen dauern an.

  • Sommerurlaub: Hitze – Arzt warnt vor diesen Urlaubszielen und nennt 4 Kriterien
  • Urlaubsplanung: „Touristen sind wie Lemminge“ – Wohin Sie nicht reisen sollten
  • Fliegen: Flugangst: Piloten verraten, welche Tipps wirklich helfen
  • Beliebte Insel: Mallorca als Sauf-Hotspot? Experte: „Ehefrau ist nicht dabei“
  • Reisen: Mäuse, Dreck, Verspätung: Wie schlimm ist es im FlixTrain?

Nach tödlichem Stromschlag: Bürgermeister rückt in den Fokus der Ermittlungen

Auf Kimolos hat der Tod des 17-Jährigen große Bestürzung ausgelöst. Die kleine Ägäis-Insel zählt nur etwas mehr als 800 Einwohner. Wie der „Guardian“ berichtet, hat der Tod des Jugendlichen die kleine Inselgemeinschaft tief erschüttert. Auch Bürgermeister Konstantinos Ventouris zeigte sich demnach bestürzt über das Unglück.

Inzwischen richtet sich die Aufmerksamkeit allerdings auch auf Ventouris selbst. Der Bürgermeister ist gelernter Elektriker und hatte dem Bericht zufolge im Jahr 2024 persönlich die Sicherheitsbescheinigung für die Elektroinstallation des Ferienhauses unterzeichnet. Auch dieses Dokument ist nach Angaben der Polizei nun Gegenstand der Ermittlungen. Dabei soll unter anderem geklärt werden, in welchem Zustand sich die Anlage zum Zeitpunkt der damaligen Prüfung befand.

Die Familie des Jugendlichen hat unterdessen angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Zugleich werden nach dem tödlichen Unglück Forderungen nach strengeren Kontrollen der Elektrik in touristischen Unterkünften laut.