20 Jahre U-Bahn in Garching: Ein Meilenstein für Forschung und Alltag
Stand: 22.10.2026, 07:32 Uhr
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Zum Jubiläum verteilte die Stadt Mandeln an den Bahnhöfen. Seit 2025 gilt samstags nur noch ein 20-Minuten-Takt – und das soll auch 2027 so bleiben.
Garching – Eine kleine süße Überraschung gab es für Fahrgäste der U6: Zum 20. Geburtstag der beiden U-Bahnhöfe Garching und Garching-Forschungszentrum verteilte die Stadt Garching Mandeln an den Stationen. Am 14. Oktober 2006 war die Verlängerung der U6 offiziell eröffnet worden. Damit erhielt die Innenstadt ebenso wie der Hochschul- und Forschungscampus eine direkte Anbindung an das Münchner U-Bahn-Netz.

Fünfeinhalb Jahre Bauzeit
Bis dahin war es ein langer Weg gewesen. Garching hatte sich über Jahrzehnte für einen Schienenanschluss eingesetzt. 1995 war die U6 zunächst bis Garching-Hochbrück verlängert worden. Der Weiterbau über die Stadtmitte bis zum Forschungszentrum begann am 2. April 2001. Nach rund fünfeinhalb Jahren Bauzeit ging die 4,4 Kilometer lange Strecke mit den beiden neuen Bahnhöfen in Betrieb. Bei der Eröffnung wurde gefeiert: Vom 13. bis 15. Oktober 2006 stand ein Festwochenende mit Musik und prominenten Gästen auf dem Programm.
Die U-Bahn veränderte die Verkehrsanbindung der Stadt grundlegend. Garching war zuvor als größere Umlandgemeinde Münchens nicht an eine S-Bahn-Linie angeschlossen und im öffentlichen Nahverkehr vor allem auf Busverbindungen angewiesen. Mit der Verlängerung der U6 verkürzten sich die Fahrzeiten in die Landeshauptstadt deutlich. Vom Forschungszentrum bis zum Marienplatz dauerte die Fahrt damals rund 25 Minuten.

Besonders für den Wissenschaftsstandort war die neue Verbindung ein wichtiger Schritt. Studenten, Beschäftigte und Forscher der Technischen Universität München sowie der zahlreichen Forschungsinstitute können seither direkt mit der U-Bahn zum Campus fahren. Auch für die Garchinger Bevölkerung wurde die Fahrt in die Münchner Innenstadt einfacher. Die Bahnhöfe wurden eigens mit Blick auf ihre Umgebung gestaltet: Der Bahnhof Garching liegt rund 17 Meter unter dem Maibaumplatz. Seine Wandtafeln zeigen Motive aus der Stadt, die Farbgestaltung greift die Garchinger Stadtfarben Rot, Weiß und Grün auf.
Kosten beschäftigen die Kommunalpolitik
Wie wichtig die Verbindung für die Region ist, zeigt sich auch an den laufenden Kosten. Im Oktober 2023 übernahm der Landkreis München die Infrastruktur der U6 zwischen Fröttmaning und Garching-Forschungszentrum von der Stadt Garching. Für den Kauf wurden mehr als 30 Millionen Euro aufgewendet. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betreibt die Linie weiterhin.

Aktuell sorgt vor allem der Takt am Samstag für Diskussionen. Seit 2025 fährt die U6 zwischen Garching und Fröttmaning samstags grundsätzlich nur noch alle 20 Minuten statt wie zuvor alle zehn Minuten. Ausnahmen gelten unter anderem bei Fußballspielen und während des Oktoberfests. Der Kreistag hatte die Ausdünnung im September 2024 beschlossen. Um wieder zum Zehn-Minuten-Takt zurückzukehren, müssten Stadt oder Landkreis die zusätzlichen Kosten übernehmen. Beide lehnen das ab; auch 2027 soll es beim ausgedünnten Angebot bleiben.
Damit steht das Jubiläum nicht nur für eine Erfolgsgeschichte der Verkehrsanbindung. Es erinnert auch daran, dass der Betrieb einer leistungsfähigen U-Bahn-Verbindung dauerhaft Geld kostet und dass die Frage, wer dafür aufkommt, die Kommunalpolitik weiterhin beschäftigt.