20 Tonnen handgeknackte Walnüsse aus Chile landen in Syke

Stand: 11.08.2026, 06:30 Uhr

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Tom Ebken vor der Jahresration Walnüsse: 20 Tonnen wurden aus Chile angeliefert.

Tom Ebken vor der Jahresration Walnüsse: 20 Tonnen wurden aus Chile angeliefert. © Frank Jaursch

Ein Syker Familienunternehmen hat 20 Tonnen Walnusskerne aus Chile per Schiff über den Panamakanal importiert. Die handgeknackten Nüsse machen inzwischen die Hälfte des Umsatzes aus.

Syke – Wenn in Deutschland die Sommerferien laufen, endet auf der Südhalbkugel gerade die Walnussernte. Für das Syker Familienunternehmen House of Nature markiert dieser Zeitpunkt einen der wichtigsten Termine des Jahres. Rund 20 Tonnen Walnusskerne aus Chile sind jetzt im Lager des Unternehmens eingetroffen. Nach einer vierwöchigen Reise per Schiff durch den Panamakanal und über den Atlantik wurden die Nüsse in Hamburg entladen und anschließend nach Syke transportiert.

Dort herrschte bei der Ankunft Hochbetrieb. Denn die Ware kommt nicht palettenweise an, sondern wird im Container von Boden bis Decke gestapelt angeliefert. „Es ist natürlich immer spannend, wenn der Container hier vorfährt“, sagt Geschäftsführer Tom Ebken. Vor Ort wurde die Ware entladen, auf insgesamt 50 Paletten umgeschichtet und anschließend abgefüllt.

Harte Schale, wertvoller Kern: Walnüsse sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und Antioxidantien. Die Früchte stammen aus Zentralasien, werden heute aber weltweit angebaut.

Harte Schale, wertvoller Kern: Walnüsse sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und Antioxidantien. Die Früchte stammen aus Zentralasien, werden heute aber weltweit angebaut. © Ebken

Die Walnüsse spielen für das Unternehmen inzwischen eine Schlüsselrolle. House of Nature vertreibt seit mehreren Jahren Nüsse, Trockenfrüchte und Naturprodukte. Entstanden ist die Firma aus dem Umfeld des Syker Reformhauses Ebken, das heute 34 Standorte in Nordwestdeutschland betreibt. Das klassische Nusssortiment sei dabei über die Jahre weitgehend gleich geblieben, erklärt Tom Ebken. Besonders die Walnuss habe jedoch eine bemerkenswerte Entwicklung genommen.

„Die Walnusskerne machen inzwischen etwa die Hälfte unseres Umsatzes aus“, sagt er. Ein Wachstumstreiber sei die direkte Zusammenarbeit mit Produzenten in Chile. Während viele Handelsprodukte zahlreiche Zwischenstationen durchlaufen, setzt House of Nature auf eine möglichst kurze Lieferkette. „Bei unseren Walnüssen gibt es eigentlich nur zwei Stationen: den Produzenten in Chile und uns.“

Der Aufbau dieser Zusammenarbeit war kein Selbstläufer. „Da haben wir bei null angefangen“, erinnert sich Ebken. Über Messen und persönliche Kontakte entstand eine Partnerschaft mit einem chilenischen Produzenten. Im vergangenen Jahr reiste der Unternehmer erstmals selbst nach Chile. Anfangs sei durchaus Respekt dabei gewesen. „Man weiß ja nicht: Kommt die Ware wirklich an, die man bestellt? Heute habe ich da überhaupt keine Bedenken mehr.“

Für Ebken beginnt Qualität nicht erst in Syke, sondern bereits auf den Plantagen. Deshalb begleitete er die Ernte vor Ort, verschaffte sich selbst einen Eindruck von Anbau und Verarbeitung. Besonders stolz ist er auf die handgeknackten Walnüsse. Anders als bei maschineller Verarbeitung blieben dabei viele Kerne unbeschädigt, erläutert er.

„Von Hand geknackt werden nur die besten Nüsse“, erklärt Ebken und nimmt eine frische Walnusshälfte aus einer geöffneten Kiste. Der sichtbare Unterschied: Fast alle Kerne sind nahezu unversehrt. Das, erläutert Ebken, sorge nicht nur für eine ansprechendere Optik, sondern auch für eine längere Haltbarkeit. Vor allem geschmacklich sieht er einen deutlichen Abstand zur Massenware: „Wenn man im Discounter diese kleinen braunen, schrumpeligen Walnüsse kauft, dann ist das zwar auch eine Walnuss, aber es ist ein ganz anderes Produkt.“

Fast ausschließlich unversehrte Walnüsse – ein besonderes Qualitätsmerkmal, betont Tom Ebken.

Fast ausschließlich unversehrte Walnüsse – ein besonderes Qualitätsmerkmal, betont Tom Ebken. © Frank Jaursch

Dass Chile als Herkunftsland dabei eine besondere Rolle spielt, hat nach Angaben des Unternehmens klimatische Gründe. Zwischen Pazifik und Anden herrschten ideale Bedingungen für den Anbau, erläutert Tom Ebken: Heiße Tage und kühle Nächte förderten Aroma und Qualität der Kerne.

Verzicht aufs Bio-Siegel: „Wir denken weiter als Bio“

Auf ein Bio-Siegel verzichtet das Unternehmen. Für Reformhäuser sei Bio zwar grundsätzlich wichtig, räumt Ebken ein. Doch die beste Qualität finde sich in diesem Fall bei einem Betrieb ohne entsprechende Zertifizierung. „Wir denken weiter als Bio“, betont er. „Wenn wir selbst vor Ort sind, die Prozesse begleiten und zusätzlich Laboranalysen durchführen lassen, dann ist das für uns mehr wert als ein Zertifikat aus Chile.“

Während die neue Ernte jetzt in die Regale der Reformhäuser und in den eigenen Onlineshop gelangt, blickt House of Nature bereits nach vorn. Neben Nüssen baut das Unternehmen sein Sortiment mit Produkten aus Italien aus, darunter Olivenöl, Kaffee, Pasta und Balsamico. Die Walnüsse bleiben dennoch das Herzstück.

Von den 20 Tonnen im Lager zeigt sich Ebken jedenfalls unbeeindruckt. Ob die große Menge nicht ein Risiko sei? Seine Antwort kommt ohne Zögern: „Die kriegen wir weg.“