3. und 4. Oktober: Dieses Wochenende in Gusenburg – 300 Gesellschaftsspiele zum Ausprobieren
3. und 4. Oktober Dieses Wochenende in Gusenburg – 300 Gesellschaftsspiele zum Ausprobieren
Gusenburg · Karolin und Marko Gouverneur besitzen um die 1.000 Gesellschaftsspiele. Beim großen Spiele-Event im Oktober im Hochwald können Besucher viele davon testen. Welche lohnen sich besonders?
02.10.2026 , 07:24 Uhr
Karolin und Marko Gouverneuer sind verrückt nach Brettspielen – mehr als 1.000 Exemplare stapeln sich bei ihnen zu Hause. Bald stellen sie wieder Spiele-Tage in Gusenburg auf die Beine, wo Gleichgesinnte Hunderte Gesellschaftsspiele testen können.
Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber
Karolin Gouverneur und ihr Mann Marko sind echte Spieler-Naturen. Das war schon so, bevor sie sich kennenlernten. Doch als Paar packte sie die Begeisterung noch mehr: „Wir haben uns gegenseitig befeuert“, sagt die Frau aus Gusenburg und lacht.
2016 beim Besuch der weltweit größten Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele in Essen habe ihre Sammel-Wut richtig begonnen. „Wir sind mit dem ganzen Kofferraum voller Spiele zurückgefahren“, erinnert sich Marko Gouverneur. Inzwischen sind es „um die 1.000“ Exemplare. Im Esszimmer füllen sie eine ganze Regal-Wand. Alles ist dabei – Karten- und Würfelspiele, Strategiespiele, Kinderspiele, Neuheiten und beliebte Klassiker.
Hochwälder haben 1.000 Brettspiele gesammelt: Woher kommt diese Leidenschaft?
Was macht den Reiz am Brettspiele-Zocken aus? „Ich kann vom Alltag abschalten, werde aber gleichzeitig gefordert“, sagt Karolin Gouverneur. Anders als etwa beim Serienschauen vorm Laptop. „Das Gemeinschaftliche ist wichtig“, ergänzt ihr Partner, „und das Eintauchen in eine andere Welt“.
Die beiden Hochwälder sind mit ihrer Passion nicht allein. Gesellschaftsspiele sind seit einiger Zeit wieder „in“ – ob in geselliger Runde im Wohnzimmer oder in größeren Communitys. Während der Coronapandemie habe der Boom angefangen, meint Karolin Gouverneur. Als alle zu Hause saßen und nach einer Beschäftigung suchten. Vorher seien sie mit dem Hobby häufiger „in die Nerds-Schublade gesteckt“ worden.
Sie habe früher mit ihrer Großtante viel gespielt, erzählt Karolin. Vor allem die klassische Spielesammlung – von „Mensch ärgere dich nicht“ bis Mühle. Marko dagegen war „der Einzige zu Hause“, der mit Spielen etwas anfangen konnte. Heute spielt das Paar regelmäßig mit Freunden, in Rollenspiel-Gruppen, beim von ihnen organisierten Spieletreff im Ort.
Aber auch viel mit den Kindern, die vier und sieben Jahre alt sind. Dürfen Eltern ihre Kleinen gewinnen lassen? „Auf keinen Fall“, sagen beide. „Sie gewinnen auch so oft von selbst“, sagt Karolin. Durch Spiele lernten sie zudem, mit Misserfolg und Frustration umzugehen.
Event in Gusenburg: Besucher können im Oktober 300 Spiele ausleihen und ausprobieren
Vor allem um Spaß geht es dem Paar beim großen Spiele-Event, das sie am ersten Oktober-Wochenende mit dem Schachclub Gambit in Gusenburg organisieren. In der Grenderichhalle stehen am Samstag und Sonntag, 3. und 4. Oktober, rund 300 Spiele zum Ausleihen und Testen für Besucher bereit. Die Gouverneurs und Mitglieder des Schachclubs – „ohne sie wäre das alles nicht möglich“ – kommen an die Tische, erklären bei Bedarf die Spielregeln.
„Wir haben Spiele für jede Altersgruppe und die aktuellen ‚Spiele des Jahres‘ dabei“, sagt Marko Gouverneur. Der Kritikerpreis gilt als „Oscar für Brettspiele“ und wird jährlich von einem Verein vergeben. Die Spiele in der Halle stammen teils aus ihrer Sammlung, andere sind Leihgaben von Büchereien und Verlagen. „Es sind auch unbekanntere dabei, die etwas von der Kommerzschiene abweichen“, sagt Karolin Gouverneur.
Sie und ihr Mann sind nicht nur Fans, sondern inzwischen absolute Spiele-Kenner. Was sind ihre Favoriten? Was können sie aktuell empfehlen? Da müssen sie nicht lange überlegen:
Diese drei Spiele empfiehlt das Paar aus dem Hochwald
1. Tipp: Cabo ist ein Kartenspiel, ohne das Marko Gouverneur „nie das Haus verlässt“. Es passt bequem in die Jackentasche. Die Spieler haben vier Karten vor sich mit Werten von 0 bis 13, nur zwei dürfen sie sich zu Beginn ansehen. Sonderkarten ermöglichen das Anschauen weiterer Karten oder das Tauschen mit den Mitspielern. Ziel ist es, am Ende möglichst die wenigsten Punkte auf der Hand zu haben. Empfohlen wird Cabo ab acht Jahren, für zwei bis fünf Spieler. Was sind die Vorzüge? „Es ist schnell zu erklären, jeder kann es spielen und es gibt einen gewissen Ärger- und Suchtfaktor.“
Simples Kartenspiel mit hohem Suchtfaktor: „Cabo“ liegt bei Spiele-Fan Marko Gouverneur derzeit hoch im Kurs.
Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber
2. Tipp: The Gang ist derzeit ein Favorit von Karolin Gouverneur, die Spiele mag, bei denen alle miteinander statt gegeneinander agieren. Es ist ein kooperatives Pokerspiel. Ziel ist der Einbruch in einen Tresor. Grundsätzlich wird nach Regeln der klassischen Texas-Hold‘em Pokervariante gespielt, keiner kennt das Blatt der Mitspieler. Doch genau darum geht es: So gut es geht herausfinden, wer gute und wer eher schlechte Karten hat. Dabei helfen Spielchips, die sich die Spieler nehmen. Eine Partie dauert etwa 20 Minuten. Empfehlung: drei bis sechs Spieler; ab zehn Jahren.
Pokern, aber ohne Einsätze und nicht gegeneinander: Das ist der Clou bei „The Gang“, das derzeit zu Karolin Gouverneurs Lieblingsspielen zählt.
Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber
3. Tipp: Unlock! Diese Reihe ist inspiriert von Escape Rooms, bei denen die Spieler in Räumen Rätsel lösen müssen, um wieder herauszukommen. Im Spiel, das mit dazugehöriger App gespielt werden muss, sind ebenfalls Rätsel zu lösen, um ein Geheimnis zu lüften. Ein Deck mit 60 Karten gibt Hinweise, wie Codes zu knacken sind. Karolin und Marko Gouverneur mögen besonders, dass das Material nicht zerstört wird und erneut verwendet werden kann. Pro Unlock-Box gibt es jeweils drei Rätsel-Szenarien – von leicht bis schwer. Dauer: mindestens eine Stunde.
Rätselspaß in Serie: Bei „Unlock!“ lüften die Spieler gemeinsam Geheimnisse und knacken Codes – das Spielmaterial kann danach nochmals verwendet werden.
Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber
Alle drei Spiele können bei den Spiele-Tagen in Gusenburg getestet werden (siehe Info). Wer am 3. und 4. Oktober keine Zeit hat, kann den Spieletreff im Gemeindehaus besuchen, den das Paar jeweils am ersten Freitag und dritten Dienstag im Monat ab 19 Uhr anbietet. „Man kann auch selbst Spiele mitbringen“, sagen sie.
Ähnliche Angebote gebe es in Trier, Hetzerath und Saarburg. Der Treff in der Kulturgießerei Saarburg ist neu: Dort wird jeden zweiten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr kostenlos und ohne Anmeldung in geselliger Runde gezockt.