300 Luxuswohnungen statt Büros: Neue Pläne fürs Schwabinger Loch

Stand: 09.10.2026, 20:00 Uhr

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Visualisierung Pläne ehemaliges Karstadt-Gelände am Nordbad München

Der neue Investor plant ein Hotel und mehrere Wohnungen am Standort in Schwabing. Zudem sind Flächen für Gastro vorgesehen. © Schluchtmann Architekten

Im Schwabinger Loch soll bis Herbst 2029 ein bis zu siebenstöckiger Neubau entstehen. Ein Mieterbeirat warnt, die Wohnungen könnten den Mietspiegel im Viertel dauerhaft erhöhen.

München – Plänchen wechsel dich! Am Schwabinger Loch, dem ehemaligen Karstadt am Nordbad, sind jetzt rund 300 Eigentumswohnungen geplant – zudem Flächen für Einzelhandel, eine begrünte Dachterrasse. Und ganz neu: ein Hotel auf der Ostseite zur Schleißheimer Straße hin. Das ursprüngliche Vorhaben eines Bürogebäudes hat sich damit erledigt.

Es sei, so Investor Stefan Pfender von BONO Wohnen, nach drei harten Jahren mit diesem Bauprojekt zum Wohl der Schwabinger eine Lösung da, die realisiert werden könne. Im Herbst 2029 soll der oberirdisch bis zu siebenstöckige Neubau, mit Markthalle und Läden im Erdgeschoss sowie einer Tiefgarage mit 350 Stellplätzen bis ins vierte Untergeschoss, fertig sein. Das Hotel wird zur Kette The Cloud One gehören.

Baustelle ehemaliges Karstadt-Gelände am Nordbad München

Die Baugrube ist lange verwaist, die Arbeiten sollen 2027 weitergehen. © klaus haag

Momentan klafft noch immer (nun seit rund drei Jahren) eine riesige Baugrube auf dem etwa 6000 Quadratmeter großen Areal zwischen Elisabethstraße, Winzererstraße, Wormser und Schleißheimer Straße – das deshalb auch als „Schwabinger Loch“ bekannt ist. Finanzierungsprobleme, Umplanungen, fehlende Baugenehmigungen führten immer wieder zu Verzögerungen. Anfang 2027 sollen die Arbeiten fortgesetzt werden.

Kritik aus dem Bezirksausschuss

Derweil gab es im Bezirksausschuss (BA) Schwabing-West auch Kritik an dem Vorhaben. Von einer „Luxusbebauung ohnegleichen“ spricht etwa Mieterbeirat Rudi Knauss. Er fürchtet, dass die „sündhaft teuren“ Wohnungen den Mietspiegel im Viertel „dauerhaft erhöhen“, und fordert vom Eigentümer, preisgedämpftes Wohnen anzubieten. Kai Geschuhn (Linke) wittert ein „Anlage- und Investmentprojekt“, das nicht zur Entspannung des Mietmarkts beitrage. Zudem sei nun keine Kita mehr vorgesehen.

Die Viertelpolitiker stimmten mehrheitlich für einen Ergänzungsantrag der Linken an die Lokalbaukommission, in dem zusätzlich zu anteilig preisgebundenem Wohnraum unter anderem gefordert wird, dass die Nutzung des neuen Gebäudes als Boardinghaus oder zur sonstigen Kurzzeitmiete ausgeschlossen wird, der Investor Räume für soziale Einrichtungen wie eben eine Kita oder ein Familienzentrum reserviert und auf der über das Hotel teilweise öffentlich zugänglichen Dachterrasse kein Konsumzwang herrscht. Die Linke argumentiert, dass sich durch die Wohnnutzung eine Wertsteigerung für den Eigentümer ergeben habe und er so „dem Viertel etwas zurückgeben“ könne.