350 von 700 Anteilen gezeichnet: Tante Enso braucht mehr Unterstützer
Stand: 21.10.2026, 08:00 Uhr
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Das „Lädchen für alles" in Okarben kann nur als Tante-Enso-Markt weiterlaufen, wenn 700 Menschen einen Genossenschaftsanteil kaufen. Die Frist dafür läuft noch bis zum 4. November.
Karben – Wird Tante Enso das „Lädchen für alles“ in Okarben übernehmen? Bis zum 4. November können Anteile für das genossenschaftliche Modell des möglichen Partners gezeichnet werden. Bisher hat das Berufsbildungswerk Südhessen (Bbw) als Betreiber mit Tegut zusammengearbeitet. Damit ist nun Schluss. Die Stadt Karben und das Bbw machen sich für den Einstieg von Tante Enso stark. Das hat einen Grund: Im Lädchen in Okarben gehen junge Menschen, die ihre Ausbildung im Bbw absolvieren, ihre ersten beruflichen Schritte in der Praxis. Außerdem soll der Nahversorger im Ortskern erhalten bleiben.

Weitere Unterstützer werde gesucht
Ob das alles klappt, hängt von den Unterstützern aus Okarbens und der Umgebung ab. Mindestens 700 Menschen müssen sich mit einem Genossenschaftsanteil beteiligen, damit die geplante Zusammenarbeit des Bbw mit der genossenschaftlichen Supermarktkette Tante Enso klappt (diese Zeitung berichtete). „Offiziell haben bereits rund 350 Menschen einen Anteil erworben“, heißt es in einer Mitteilung des Bbw.
Aktionstag
Der nächste Aktionstag ist am Samstag, 24. Oktober, von 9 bis 12 Uhr, wieder mit Grillwürstchen und Kinderprogramm rund um den Tegut-Markt in Okarben, Friedhofsweg 2. Ein Anteil kostet 100 Euro. Infos dazu gibt es unter www.bbw-suedhessen.de/tante-enso/.
Beim Familien-Aktionstag im „Lädchen für alles“ am vergangenen Samstag war einiges los. „Kinderschminken, Bratwürstchen, Waffel-Eis – alles gratis und viele gute Gespräche“, informiert das Bbw. Schätzungsweise 300 bis 350 Gäste seien dabei gewesen. Das Interesse am Erhalt des Supermarkts sei groß. „Jetzt kommt es darauf an, dass noch mehr Menschen mitmachen“, wirbt das Bbw.
„Es war schön zu erleben, wie viele Menschen vorbeigekommen sind und sich für die Zukunft des Marktes interessieren. Auch der Karbener Bürgermeister Guido Rahn war da“, sagt Anja Rosenfeldt, Abteilungsleiterin Arbeits- und Lernwelten beim Bbw. „Jeder Anteil bringt uns unserem gemeinsamen Ziel näher: die Nahversorgung in Okarben zu erhalten.“
Nun hat das Bbw ein Video mit dem Titel „Gesucht 700“ veröffentlicht. Darin kommen viele Okärber zu Wort, um mit den Bbw-Azubis für das Projekt zu werben. Auch Ortsvorsteher Sebastian Wollny macht mit und ruft am Ende des Filmchens mit allen in die Kamera: „Gemeinsam holen wir Tante Enso nach Okarben.“ Auch Julia Koch wirbt fürs Kaufen von Anteilen: „Unser siebenjähriger Moritz geht mit seinen Kumpels nach der Schule hier etwas Süßes oder zu trinken kaufen. Das macht denen irre Spaß – sie fühlen sich dann wie die Großen. Hier begegnen sich Jung und Alt ganz entspannt. Das fördert den Gemeinsinn.“
Seit mehr als zehn Jahren betreibt das Bbw das „Lädchen für alles“. Rund 40 Verkäuferinnen mit Förderbedarf sammeln Erfahrung in der Ausbildung. „Wenn der Markt erhalten bleibt, sichern wir auch diesen wichtigen Ausbildungsort. Deshalb freuen wir uns über jeden, der mitmacht“, erklärt Antonio Sportiello vom Bbw.