Sugus-Häuser: AOZ zahlt 3'600 Franken pro Monat für drei Einzelzimmer

Publiziert29. September 2026, 23:00

Sugus-Wohnungen3600 Franken für drei Zimmer – Steuerzahler übernehmen die Miete

In den Zürcher Sugus-Häusern leben laut SRF Personen aus dem Asylbereich. Drei Männer teilen sich eine 4,5-Zimmer-Wohnung – ihre Zimmer kosten zusammen rund doppelt so viel wie früher die ganze Wohnung.

Jasmin Steiger

Darum gehts

  • Die Asylorganisation Zürich (AOZ) übernimmt für drei Einzelzimmer insgesamt 3600 Franken Miete pro Monat.
  • Die drei Zimmer kosten zusammen rund doppelt so viel wie die gesamte Wohnung vor der Kündigung.
  • Der Rechtsstreit um die Kündigungen von Ende 2024 ist weiterhin vor dem Zürcher Obergericht hängig.

Seit den Massenkündigungen im Dezember 2024 sind rund zwei Drittel der damaligen Mietenden aus den Zürcher Sugus-Häusern ausgezogen. Wohnungen in der Überbauung werden inzwischen auch für Kurzzeitaufenthalte und über Airbnb angeboten.

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Nun zeigt eine Recherche von SRF: In den Häusern leben auch Personen aus dem Asylbereich. Für drei Einzelzimmer übernimmt die Asylorganisation Zürich (AOZ) insgesamt 3600 Franken Miete pro Monat. Ein Teil der Mieten wird damit auch von Steuerzahlenden mitfinanziert.

Die drei Zimmer befinden sich in einer 4,5-Zimmer-Wohnung. Dort leben vorläufig aufgenommene Männer aus Afghanistan und Äthiopien, die sich Küche und Bad teilen. Pro Zimmer bezahlt die AOZ monatlich 1200 Franken brutto – den vorgesehenen Maximalbetrag.

Drei Zimmer kosten doppelt so viel wie frühere Wohnung

Die Männer haben die Zimmer laut SRF selbst gefunden und ihre Mietverträge bei der AOZ eingereicht. Zusammen kosten die drei Zimmer rund doppelt so viel wie die gesamte 4,5-Zimmer-Wohnung vor der Kündigung.

Eigentümerin der drei betroffenen Sugus-Häuser ist die Intuiva AG. Laut SRF vermietet sie die Zimmer nicht direkt: Dazwischen stehen eine Firma für Kurzzeitvermietungen und ein pakistanischer Untermieter.

Es läuft weiterhin ein Rechtsstreit

Gemäss AOZ leben insgesamt fünf Personen aus dem Asylbereich in den Sugus-Häusern. Laut SRF-Recherchen sollen zudem fünf weitere neue Mietende Sozialhilfe beziehen. Die Sozialen Dienste kommentierten dies gegenüber dem Sender nicht.

Gegen die Kündigungen in den Sugus-Häusern läuft weiterhin ein Rechtsstreit. Auf die Frage, weshalb die AOZ dennoch Mieten in den betroffenen Häusern übernimmt, erklärt sie gegenüber SRF: Bestimmte Eigentümerinnen könnten bei neuen Mietverträgen nicht pauschal ausgeschlossen werden. Dafür gebe es keine Rechtsgrundlage. Ein Ausschluss würde zudem den verfügbaren Wohnraum für Sozialhilfebeziehende einschränken.

Streit um Kündigungen noch nicht abgeschlossen

Ende 2024 erhielten 105 Mietparteien in drei der neun Sugus-Häuser die Kündigung. Die Eigentümerin hatte eine Totalsanierung angekündigt. Wie 20 Minuten berichtete, wurde gegen die Kündigungen unter anderem eine Petition lanciert.

Die Schlichtungsstelle erklärte die Kündigungen später für missbräuchlich. Das Verfahren ist vor dem Obergericht hängig. Rund zwei Drittel der damaligen Mietenden sind inzwischen ausgezogen.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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