4,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen bei drei Banken: Welches Angebot ist top?
Mit 4,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen spart es sich entspannt.© Getty Images | AlexSecret
Gute Nachrichten für Sparerinnen und Sparer: Mit den Angeboten fürs Tagesgeld lässt sich die Inflation derzeit deutlich schlagen. Während die Teuerungsrate im Juni laut Statistischem Bundesamt bei 2,3 Prozent lag, bieten drei Banken aus unserem Tagesgeld-Vergleich aktuell rund 4,0 Prozent Zinsen p. a. aufs Tagesgeldkonto. Das bedeutet: Erspartes muss nicht länger an Kaufkraft verlieren – wenn das passende Angebot gewählt wird.
Denn nicht jedes Top-Zinsangebot ist auf den ersten Blick so attraktiv, wie es scheint. Häufig gelten Sonderkonditionen nur befristet oder unter zusätzlichen Voraussetzungen wie einem neuen Girokonto. Auch steuerliche Fragen und die Einlagensicherung sind wichtig. Wir zeigen die Konditionen der drei Top-Angebote im Vergleich und erklären, worauf es genau ankommt.
4 Prozent Tagesgeld-Zinsen aktuell bei drei Banken
Die Tagesgeld-Angebote mit rund 4 Prozent Zinsen gibt es bei Chase, Norisbank* und Advanzia Bank. Das sind die Konditionen aller drei Anbieter in einem kurzen Überblick:
| Bank | Zinssatz | Zinsgarantie | Anschlusszins | Sonderbedingungen |
|---|---|---|---|---|
| Norisbank | 4,00 % p. a. | bis 31. Dezember 2026 | 0,75 % p. a. | Girokonto erforderlich |
| Advanzia Bank | 3,97 % p. a. | 3 Monate | 1,51 % p. a. | 5.000 Euro Mindesteinlage |
| Chase | 4,00 % p. a. | 4 Monate | 2,0 % p. a. | keine |
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Weitere Informationen nur zum Tagesgeldkonto der Norisbank bietet auch der ausführliche Check des Angebots. Die Unterschiede zwischen den Angeboten liegen vor allem im Detail. Worauf Sparerinnen und Sparer achten sollten, zeigt die Redaktion im Folgenden.
4-Prozent-Angebote führen den Tagesgeld-Vergleich an
Wie attraktiv die drei Angebote sind, zeigt ein Blick auf das Marktumfeld: In unserem Tagesgeld-Vergleich und dem Tagesgeld-Rechner folgt die Konkurrenz erst mit rund 0,5 Prozentpunkten Abstand. Am nächsten dran am Spitzentrio sind die Stellantis Bank* mit 3,52 Prozent Zinsen p. a. für drei Monate und die BBVA* mit 3,5 Prozent p. a. für ein halbes Jahr.
Wichtig zu beachten: Kein Vergleichsrechner bietet eine vollständige Markttransparenz. Deshalb können einzelne Angebote in der Übersicht fehlen.
Zinssätzen können sich allerdings auch schnell ändern. Über aktuelle Anpassungen der Konditionen bekannter Banken informiert unser Spar-Ticker.
Ein Tagesgeld-Angebot mit besonders langer Zinsgarantie
Neben dem Zinssatz ist auch wichtig, wie lange die Konditionen garantiert sind. Hier liegt unter den drei Top-Angeboten die Norisbank mit einer Zinsbindung bis zum 31. Dezember 2026 vorn, also noch mehr als fünf Monate. Häufig gewähren Banken ihre Aktionszinsen nur drei oder auch mal vier Monate, wie es bei den Konkurrenzangeboten der Advanzia Bank und Chase der Fall ist.

Ein Tagesgeldkonto mit langer Zinsgarantie erspart häufige Bankwechsel.© DPA Images | Patrick Pleul
Eine lange Zinsbindung sorgt für Planbarkeit und erspart häufige Wechsel des Tagesgeldkontos. Neben dem Tagesgeldkonto der Norisbank gibt es weitere weitere Angebote mit langer Zinsbindung. Entsprechende Aktionen zeigt der Ratgeber „Tagesgeldkonten mit langer Zinsgarantie“ im Detail.
Klarer Sieger bei den Tagesgeld-Zinsen für Bestandskunden
Was passiert bei den drei Angeboten, wenn die Zinsgarantie ausläuft? Dann greift der Anschlusszins, der aktuell bei Chase mit 2,0 Prozent am höchsten ist. Dahinter platziert sich die Advanzia Bank mit 1,51 Prozent Zinsen. Bei der Norisbank sind es nur 0,75 Prozent. Allerdings kann sich das alles noch ändern, da es sich um variable Zinssätze handelt.
Tagesgeld-Zinsen monatlich oder vierteljährlich?
Unterschiede gibt es bei den drei Angeboten auch beim Intervall der Zinszahlungen. Chase und die Advanzia Bank schütten die Erträge monatlich aus. Bei der Norisbank erfolgt die Gutschrift in einem vierteljährigen Rhythmus. Diesen Faktor sollten Sparerinnen und Sparer allerdings nicht überbewerten. Denn auch bei einer möglichen Wiederanlage der Zinsen sind die Auswirkungen auf die Rendite bei kurzen Anlagezeiträumen eher gering. Eine Beispielrechnung finden Sie im Ratgeber „Tagesgeld-Zinsen pro Jahr oder Monat?“. Anders sieht es aus, wenn die Zinsen zur Deckung des Lebensunterhalts dienen sollen. Dann kann eine häufigere Ausschüttung von Vorteil sein.
Ein Tagesgeldkonto mit Mindestanlagesumme
Je nach Höhe der Spareinlage ist auch wichtig, für welchen Betrag die Aktionszinsen gelten. Wie sieht das bei den drei Top-Angeboten aus? Keine Probleme dürften die meisten Sparerinnen und Sparer bei Chase haben, wo die Grenze bei einer Million Euro liegt. Auch die Norisbank bietet mit 250.000 Euro ausreichend Luft. Keine Limit nach oben gibt es bei der Advanzia Bank, dafür ist für den Aktionszins aber eine Mindestanlage von 5.000 Euro erforderlich.
Sparerinnen und Sparer sollten allerdings einen wichtigen Punkt beachten: Auch wenn die Banken hohe Einlagen erlauben, ist es mit dem Blick aufs Risiko sinnvoll, die Beträge zu begrenzen. Die gesetzliche Einlagensicherung deckt nur Guthaben bis 100.000 Euro ab. Alles darüber hinaus könnte im Insolvenzfall einer Bank verloren sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, verteilt größere Summen besser auf mehrere Banken und überschreitet nirgendwo den abgesicherten Betrag. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Absatz.
Zwei Tagesgeld-Angebote mit deutscher Einlagensicherung
Alle vier Angebote bieten eine gesetzliche Einlagensicherung gemäß EU-Standards. Diese deckt im Insolvenzfall einer Bank Beträge bis 100.000 Euro je Kunde ab. Allerdings gibt es Unterschiede beim Sicherungssystem. Norisbank und Chase stehen unter dem deutschen Schutzschirm. Die Advanzia dem gehört dem luxemburgischen Fonds an.

Die Einlagensicherung soll etwa das Tagesgeld-Guthaben schützen, wenn es bei Banken kriselt.© Boris Roessler/dpa | Boris Roessler
Angebote mit deutscher Einlagensicherung gelten als besonders sicher, weil dahinter der deutsche Staat mit seiner hohen Finanzkraft steht. Dieser könnte aushelfen, wenn ein Einlagensicherungsfonds im Fall einer schweren Bankenkrise überfordert ist. Eine Garantie auf ein staatliches Eingreifen gibt es aber nicht. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s bewertet die Bonität Deutschlands ebenso wie die von Luxemburg mit der Top-Note AAA. Weitere Details dazu und welche Tagesgeld-Angebote einen deutschen Schutzschirm bieten, lesen Sie im Artikel „Tagesgeld aus Deutschland“.
Ebenfalls wichtig zu wissen: Einige Banken werben mit der Mitgliedschaft in freiwilligen System zur Einlagensicherung, die Beträge in Millionenhöhe abdecken sollen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weist allerdings darauf hin, dass im Unterschied zur gesetzlichen Einlagensicherung hier kein Anspruch auf Zahlung besteht.
Top-Zinsen bei einem Tagesgeld-Angebot nur mit Girokonto
Einige Banken gewähren ihre Aktionszinsen nur unter mehr oder weniger aufwendigen Nebenbedingungen. Das ist auch bei einem der Top-Angebote der Fall. Bei der Norisbank müssen Kundinnen und Kunden ein Girokonto eröffnen und per Kontowechsel-Service mindestens drei Zahlungsverbindungen darauf umstellen. Wer das erledigt, erhält neben den Aktionszinsen noch eine Prämie von 120 Euro. Das sogenannte Top-Girokonto ist für Personen unter 30 Jahren oder ab einem Geldeingang von 500 Euro pro Monat kostenlos. Ansonsten fallen 3,90 Euro monatlich an.
Einfacher halten es Chase und die Advanzia Bank. Hier müssen Sparerinnen und Sparer nur ein Tagesgeldkonto eröffnen.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten außerdem beachten: Zu viele Girokonten können sich negativ auf den Schufa-Score auswirken. Sie werden der Auskunftei gemeldet, wenn ein Überziehungsrahmen besteht. Reine Guthabenkonten wie fürs Tagesgeld sind hingegen unbedenklich. Der eigene Schufa-Score mit allen Einträgen lässt sich kostenlos über Bonify* prüfen und optimieren.
Eine Bank zieht bei den Tagesgeld-Zinsen keine Steuer ab
Bei Banken aus dem Ausland kann es bei der Versteuerung Besonderheiten geben. Das ist im Vergleich der drei Top-Angebote bei der Advanzia Bank der Fall, die ihre Zinsen brutto auszahlt. Das bedeutet, dass bei den Erträgen kein Steuerabzug erfolgt. Kundinnen und Kunden müssen Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag plus gegebenenfalls Kirchensteuer dann über die Anlage KAP in der Steuererklärung abführen. Immerhin: Wer sowieso eine Steuererklärung abgibt, hat dadurch keinen nennenswerten zusätzlichen Aufwand. Eine Übersicht der Erträge stellt die Bank aus.

Kundinnen und Kunden der Advanzia Bank müssen die Tagesgeld-Zinsen über die Steuererklärung versteuern.© dpa | Armin Weigel
Wie gewohnt läuft alles bei der Norisbank und Chase. Die beiden Geldhäuser behalten die Steuer ein und zahlen sie ans Finanzamt. Wer will, kann aber auch einen Freistellungsauftrag einrichten, um den steuerlichen Freibetrag von 1000 Euro je Person geltend zu machen. Dann schüttet die Bank die Erträge abzugsfrei aus.
Welches Tagesgeld-Angebot ist das beste?
Welches am Angebot besten passt, hängt von den eigenen Anforderungen ab. Sparerinnen und Sparer, denen eine lange Zinsgarantie besonders wichtig ist, sind bei der Norisbank* richtig. Allerdings ist hier die Eröffnung eines Girokontos erforderlich. Wer es besonders einfach haben will, wählt das Angebot von Chase, da es bei der Direktbank keine Nebenbedingungen gibt. Das Tagesgeldkonto der Advanzia Bank ist ebenfalls attraktiv, bietet gegenüber der Konkurrenz aber keinen nennenswerten Vorteil, erfordert dafür aber eine Einlage von mindestens 5000 Euro und mehr Aufwand bei der Steuer.