50 Millionen Euro im Lotto-Jackpot – Lohnt es sich, jetzt zu spielen?
Stand: 14.07.2026, 22:30 Uhr
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Seit Wochen liegt der Jackpot beim Lottospiel 6 aus 49 bei 50 Millionen Euro. Viele wollen genau jetzt auch mal spielen – aber ist das überhaupt sinnvoll?
Münster – Mehr geht nicht: 50 Millionen Euro liegen im Lotto-Jackpot. Im Spiel 6 aus 49 ist das die höchste Summe, die Spieler bei einer Ausschüttung gewinnen können. Und schon seit mehr als sieben Wochen geht das so – laut Westlotto ist das Rekord. Auch am Samstag, 11. Juli, konnte niemand die erste Gewinnklasse treffen. Viele verleitet das, genau jetzt auch mal Lotto zu spielen.

Sinnvoll ist das aber nicht. Der Glücksspiel-Experte Steffen Otterbach sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Die Wahrscheinlichkeit, einen hohen Jackpot für sich alleine zu gewinnen, verringert sich sogar, wenn mehr Menschen an einer Verlosung teilnehmen.“ Jetzt wäre also eigentlich genau der falsche Zeitpunkt, um Lotto zu spielen. Doch der Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel der Uni Hohenheim in Baden-Württemberg weiß, dass Menschen dazu neigten, Wahrscheinlichkeiten verzerrt wahrzunehmen. Während mittlere und hohe Wahrscheinlichkeiten eher unterschätzt würden, nähmen viele die sehr kleine Wahrscheinlichkeit des Lotto-Gewinns als zu hoch wahr.
Lotto-Jackpot seit sieben Wochen bei 50 Millionen – Mehr Menschen spielen um den Gewinn
Hinzu kommt, dass eine hohe Gewinnsumme verlockender ist. „Hohe Gewinnsummen bieten aber natürlich extrem starke Anreize“, sagt Otterbach. Im Schnitt spielten etwa 13,8 Prozent der Deutschen Lotto. „Das sind relativ viele“, sagt Verena Küpperbusch, Leiterin der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW in Bielefeld. Ein problematisches Suchtverhalten hätten diese aber darum noch nicht, das Risiko beim Lottospielen sei auch im Vergleich eher gering: „Das liegt am Zeitfaktor. Sportwetten können live stattfinden. Und rund um die Uhr. Es geht Schlag auf Schlag bei hohem Tempo. Das gibt es beim klassischen Lotto so nicht. Durch den Rhythmus Samstag/Mittwoch wird das entzerrt“, sagt sie.
Die sehr geringe Wahrscheinlichkeit von 1 zu 140 Millionen, den Jackpot zu knacken, erklärt die Wissenschaft laut dpa so: Das wäre, als würde jemand mit verbundenen Augen einen roten Grashalm inmitten 140 Millionen grüner Grashalme auf einem Fußballfeld greifen. Durch Zufall. Das würde wohl niemand als sehr wahrscheinlich bezeichnen. Doch auch die schlechte wirtschaftliche Lage bringt mehr Menschen dazu, auf einen Lotto-Gewinn zu hoffen.
Zweimal eine, einmal 4 Millionen: Drei Lotto-Gewinner aus NRW
Zuletzt wurde die erste Gewinnklasse, also der Jackpot, am 25. März geknackt. Damals gingen 44,2 Millionen Euro nach Bayern. Seitdem, seit 14 Ziehungen, wuchs der Jackpot wieder auf die Obergrenze von 50 Millionen Euro an. Und weil stetig Geld dazu kommt, lägen sofort mehr als 42 Millionen Euro für den nächsten Jackpot bereit, wie Westlotto laut dpa erklärte. Aus NRW gewannen zuletzt zwei Menschen gut 1,1 Millionen Euro im Lotto. Einen Eurojackpot-Gewinn von mehr als 4 Millionen Euro aus Mai holte der Spieler erst jetzt ab.