6:3 statt 10:10 – Füchse Duisburg fahren verdienten Auftaktsieg ein
KI-Stimme. Info
Es war das erste Punktspiel in einer der drei höchsten Ligen Deutschlands. Die Aufmerksamkeit der Eishockeyfans richtete sich am Mittwoch also auf die Bärenhöhle, wo das offizielle Saisoneröffnungsspiel der Oberliga Nord zwischen dem Rückkehrer EHC Neuwied und dem EV Duisburg den Startschuss für die Spielzeit 2026/27 gab. Natürlich tut einem solchen Spiel ein Schuss Spektakel gut. Doch die „Pulle Spektakel“ ist im ersten Drittel dann doch übergeschäumt: Als Füchse-Torjäger Philippe Sanche im ersten Drittel ein Powerplay in der achten Minute zur Duisburger Führung nutzte, war das nicht etwa das 1:0 für die Gäste – sondern das 3:2 für den EVD, der letztlich mit einem 6:3 (3:3, 1:0, 2:0)-Sieg einen erfolgreichen Auftakt feierte.
Nach dem ersten Drittel habe ich gedacht, das Spiel geht 10:10 aus.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
„Nach dem ersten Drittel habe ich gedacht, das Spiel geht 10:10 aus“, schnaufte Füchse-Trainer Frank Petrozza durch. „Im zweiten Abschnitt waren wir mit einem Tor im Vorteil, haben aber noch zu viele Chancen vor unserem Tor zugelassen. In den letzten 20 Minuten haben wir gut gespielt und viel Druck ausgeübt.“ Neuwieds Trainer Jeff van Iersel erklärte: „Das war ein für Duisburg verdienter Sieg. Wären wir mit einer Führung aus dem ersten Drittel herausgegangen, hätte es ein anderes Spiel werden können. Im Schlussdrittel haben wir dann aber den Unterschied zwischen der CEHL (die internationale belgisch-niederländische Liga, in der Neuwied zuletzt gespielt hat, d.Red.) und der Oberliga gesehen.“
Der Auftakt in die Partie war tatsächlich ein wenig wild – auf beiden Seiten. Füchse-Torhüter Nico Wiens musste bereits in der zweiten Minute erstmals einschreiten, war dann aber rund eine Minute später ohne Chance, als Juuso Rajala einen Alleingang nach einem Duisburger Puckverlust zur Neuwieder Führung nutzte. Doch noch während die EHC-Fans ihren ersten Oberliga-Treffer nach langer Abstinenz feierten, schlug der EVD durch den Kapitän persönlich zurück. Nur 37 Sekunden nach dem Rückstand netzte der aufgerückte Verteidiger Nicklas Mannes zum 1:1 ein. Und weil Toreschießen so viel Spaß macht, legte Mannes zweieinhalb Minuten später einfach mal das 2:1 nach: Sein Schuss von der blauen Linie schien Bären-Torhüter Felix Köllejan stoppen zu können, doch dann trudelte die Scheibe doch noch über die Linie. Diesmal hatte es Neuwied besonders eilig: Nur 20 Sekunden später stand es 2:2. Das muntere Scheibenschießen ging weiter: In Überzahl netzte Philippe Sanche ein, der pünktlich zum Saisonstart wieder seine verschmitzte Spielweise vor dem Tor an den Tag legte und entscheidend voranging. Doch einen Pfeil hatten die Gastgeber noch im Köcher, als sie gut vier Minuten vor der Pause ebenfalls im Powerplay erfolgreich waren.
Ab dem zweiten Drittel übte der EVD schließlich deutlich mehr Kontrolle aus. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn war Sanche erneut zur Stelle, traf per Tip-in zum 4:3 und gab seinem Team damit die nötige Sicherheit. Glück und Geschick sorgten schließlich dafür, dass die Füchse mit diesem Vorsprung in die zweite Pause gingen. Denn ein Schuss der Hausherren knallte erst ans Torgestänge, ehe Tobin Brandt die Scheibe vor der Linie erwischte und heraus schlug.
Im Schlussabschnitt fanden sich die Duisburger schon nach 14 Sekunden in Unterzahl wieder, meisterten die Situation aber souverän. Achteinhalb Minute vor dem Ende war Luis Üffing zur Stelle, nutzte eine Querpass von Philippe Sanche zum vorentscheidenden 5:3. Kurz darauf setzte Michael Fomin aus dem Gewühl den Schlusspunkt – sodass sich das ungewöhnliche Freundschaftsspiel tags zuvor gegen die EVD-U20-Mannschaft gelohnt hat, das dem Angreifer den Einsatz zum Saisonstart ermöglicht hat.
Am Sonntag (17.30 Uhr, Alleato-Arena) bestreiten die Füchse ihr erstes Heimspiel in dieser Saison: Gegner sind dann die Hammer Eisbären.
Die Statistik:
Tore: 1:0 (2:36) Rajala (Götz, Smith), 1:1 (3:13) Mannes (Schitz, Fomin), 1:2 (5:50) Mannes (Schitz, Fomin), 2:2 (6:10) Handschuh (Polok, Alexandrov), 2:3 (7:58) Sanche (Haarala, Frick/5-4), 3:3 (15:44) Sprez (Plauschin, Stumpe/5-4), 3:4 (24:03) Sanche (Haarala, Üffing), 3:5 (51:25) Üffing (Sanche), 3:6 (54:50) Fomin (Geiger, Saccomani).
Strafen: Neuwied 6, Duisburg 8.
Zuschauer: 1202.