Keramikwürfel kühlen um 7 Grad ab

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Ein Forschungsteam der TU Graz hat eine Kühltechnik entwickelt, die auf 3D-gedruckten Keramikwürfeln basiert. Damit ließ sich in Innenräumen eine Abkühlung um bis zu sieben Grad erreichen. Auch aufgeheizte Plätze in Städten sollen profitieren.

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Keramikwürfel Kühlung

Kühlende Wand aus 3D-gedruckten Keramikwürfeln. (Foto: Lunghammer/TU Graz)

Im Sommer 2026 leidet Europa unter gleich mehreren Hitzewellen. In Deutschland und Österreich wird die 40-Grad-Marke an mehreren Orten übertroffen. Tausende Menschen sollen durch die Folgen der extremen Hitze gestorben sein.

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Abkühlung in Innenräumen und im Freien

Abhilfe könnte eine von österreichischen Forscher:innen am Institut für Architektur und Medien der TU Graz entwickelte neue Kühllösung schaffen. Dabei sollen 3D-gedruckte Würfel aus hochporöser Keramik für eine deutliche Abkühlung in Innenräumen und im Freien sorgen, wie es in einer Mitteilung heißt.

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Die Forscher:innen machen sich dabei ein seit Jahrhunderten bekanntes physikalisches Prinzip zunutze, die Verdunstungskühlung. Dabei entzieht verdunstendes Wasser der Umgebung Wärme, was für eine Abkühlung der Luft sorgt. „Das funktioniert schon seit Jahrhunderten bei Tonkrügen ebenso wie in traditionellen Windtürmen“, erklärt Milena Stavric von der TU Graz.

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Enorme Verdunstungsoberfläche

Statt auf Tonkrügen greifen Stavric und ihr Team auf hochkomplexe, poröse und funktionsoptimierte Geometrien aus Tongemischen zurück, die sie im 3D-Drucker herstellen. „Diese speziellen Strukturen speichern Wasser besonders effizient und schaffen bei geringem Volumen eine enorme Verdunstungsoberfläche“, so die Forscherin.

Darüber hinaus werden der keramischen Tonmischung vor dem 3D-Druck Pilzkulturen sowie Holzspäne als Nährmedium beigemengt. Das fadenförmige Pilzgeflecht, das Myzel, wächst in das Material hinein und hinterlässt nach Druck und Brennen ein Netzwerk aus Mikro und Makroporen. Durch dieses kann sich das Wasser im Inneren der Würfel besonders gut verteilen.

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Keramikwürfel kühlen um 7 Grad

Die zum Einsatz kommenden Würfel haben eine Seitenlänge von rund 23 Zentimetern. Beim Praxistest in einem heißen Dachgeschoss der TU Graz konnten in unmittelbarer Umgebung der wasserbefüllten Würfel eine Temperaturabsenkung von knapp sieben Grad Celsius gemessen werden. Eine Kühlwirkung soll aber im gesamten Raum „deutlich spürbar“ gewesen sein.

In einer Kühlwand kombiniert und mit einem steuerbaren Wasserkreislauf ausgerüstet, sollen die Keramikwürfel aber auch sogenannte Hitzeinseln in Städten abkühlen können. „Unser Ziel ist es, Kühlung dort bereitzustellen, wo Menschen besonders unter Hitze leiden – etwa in Städten, wo Kühlung durch Bäume teilweise kaum möglich ist“, so Stavric.

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Prototyp der Kühlwand in Graz

Bisher existiert die Kühllösung als zwei Mal zwei Meter große Demonstrationswand Campus Neue Technik der TU Graz. Wann die energieeffiziente Alternative zu Klimaanlagen für einen breiten Einsatz zur Verfügung stehen könnte, ist nicht bekannt.

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