Abkommen zwischen Oman und Iran?: Was eine Einigung für die Straße von Hormus bedeuten würde
Stand: 06.08.2026 • 13:48 Uhr
Die Straße von Hormus wird weiter von Iran blockiert. Nun soll es eine Einigung mit dem Oman geben. Doch offen ist die Meerenge auch damit noch nicht.
Es sieht so aus, als hätten sich Iran und Oman geeinigt, wie es in der Straße von Hormus weitergehen soll. Zumindest, was Kontrollen und Einnahmen aus der Durchfahrt durch die Meerenge betrifft. Die Rede ist auch von einer abgestimmten Routenführung.
Für Iran wäre ein Abkommen mit dem Oman ein Erfolg: Bei iranischen Insidern ist angeblich die Rede von Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Warenwerts. Oman wolle weniger berechnen, heißt es. Statt Gebühren kann man auch von "Kosten für maritime Dienstleistungen" sprechen. Im Ergebnis ist es dasselbe - und das, was Iran seit Langem will.
Einigung ist kein Durchbruch bei Verhandlungen mit den USA
Ein Durchbruch im Iran-Krieg wäre die Einigung zwischen Iran und Oman jedoch eher nicht, meint Ali Vaez von der International Crisis Group für Konfliktanalysen im ARD-Interview: "Bei diesem Abkommen zwischen dem Iran und Oman geht es um die kurzfristige sowie die mittel- bis langfristige Verwaltung der Meerenge. Das bedeutet nicht, dass sie geöffnet wird."
Genauso klingt es aus Iran selbst. Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi sagt im iranischen Fernsehen, es gehe vielmehr darum, gemeinsame Kontrollmechanismen einzurichten. Er spricht von "maritimer Steuerung" und "Koordinierung des Schiffsverkehrs" gemeinsam mit Oman. "Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus hat ihre eigenen Voraussetzungen. Unsere Vereinbarung mit Oman bezieht sich nicht darauf."
Immerhin besteht die Hoffnung, dass die Einigung der Anrainer der Straße von Hormus zu neuen Gesprächen zwischen Iran und den USA führen kann. Iran wolle sowieso verhandeln, sagt US-Präsident Donald Trump immer wieder: "Wir waren bereit für den größten Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg, und sie riefen mich an und sagten: 'Bitte tu es nicht, lass uns reden' - und dann tun sie es nicht, sondern behaupten: 'Das haben wir nie gesagt.'"
Wer hat in Teheran das Sagen?
Tatsächlich bestreiten die Verantwortlichen in Teheran jedes Gesprächsgesuch Richtung USA. Möglicherweise haben alle Recht. Denn die iranische Führung tritt weiterhin nicht einheitlich auf. Wie viel Macht der oberste Anführer Modschtaba Chamenei wirklich hat und wie weit sich eher Gemäßigte rund um Präsident Masoud Peseschkian durchsetzen können - all das ist unklar.
Gharibabadi jedenfalls gibt sich den USA gegenüber hart: "Wir befinden uns in einer Situation, in der die USA gegen alle Bestimmungen des Memorandums of Understanding verstoßen haben." Damit meint er die US-Blockade iranischer Häfen, wiederholte militärische Angriffe und die Lage im Libanon, wo sich Iran als Schutzpatron der Hisbollah sieht.
Selbst wenn es also eine Einigung zwischen Iran und Oman geben sollte, dürfte das für ein Ende des Konflikts zwischen Iran und den USA nicht viel heißen. Iran allerdings wäre vorerst gestärkt, meint Analyst Vaez: "Die Tatsache, dass der Iran in der Lage wäre, die Weltwirtschaft als Geisel zu nehmen, ist ein sehr mächtiges Abschreckungsmittel Irans."
Experte sieht Fehler der USA
Und doch erwartet Vaez nach einem Abkommen Irans und Omans neue Gespräche auch mit den USA. Immerhin sei der wirtschaftliche Druck auf beiden Seiten inzwischen sehr groß. Eine dauerhafte Lösung sieht er jedoch vorerst noch nicht. Daran ist für ihn nicht nur Iran schuld. Es gebe auch große Fehler der USA. "Politischen Willen, Disziplin, Fachwissen und Geduld - all das hat die Trump-Regierung bisher nicht wirklich an den Tag gelegt."