Absencen - warum die neurologische Dysfunktion Musiala zu Boden zwingt
Gut behandelbare Absencen? Neurologische Dysfunktion? Was bedeutet das eigentlich? Fragen und Antworten.
Wie sehen diese Absencen aus?
Symptome sind laut Kleinschnitz, dass die Betroffenen plötzlich inne halten, starr vor sich hinblicken, verwirrt sind und nicht mehr wissen, wo sie sind. In der Regel seien sie jedoch nicht vollständig bewusstlos, sondern nur bewustseinsverändert. Anders als bei einem großen epileptischen Anfall, bei dem die Betroffenen das Bewusstsein komplett verlieren.
So eine Absence dauere nicht sehr lange - oft nur wenige Sekunden oder Minuten. "Die Betroffenen sind dann auch sehr schnell wieder reorientiert", sagt Kleinschnitz.
Was ist die Ursache für Absencen?
Bei der Absenceepilepsie handelt es sich um eine Netzwerkstörung im Gehirn, erklärt Kleinschnitz. Die Nervenzellen seien dann alle gleichzeitig aktiv. Bei dieser Netzwerkstörung und der Überaktivität der Nervenzellen, seien auch bestimmte Ionen-Kanäle beteiligt.
Ist die Krankheit gut behandelbar?
Es gibt Medikamente, die diese Ionen-Kanäle auf den Nervenzellen regulieren können, sagt Kleinschnitz. Dadurch könne die Netzwerkstörung und die Überaktivität der Nervenzellen wieder in Ordnung gebracht werden. Wichtig sei, dass man die Medikamente regelmäßig nehme, aber dann könne man die Anfälle gut unterdrücken. "Sie treten dann nicht mehr oder nur noch ganz selten auf", so Kleinschnitz.
Was bedeuten Absencen für den Alltag?
Die Anfälle haben immer auch eine soziale Komponente, deswegen sollte man als betroffene Person sein Umfeld aufklären. Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass auch Lehrkräfte und betreuuende Personen Bescheid wissen, weil ein epileptischer Anfall, egal ob klein oder groß, sehr erschreckend auf Außenstehende wirken kann. Der Alltag und auch die alltäglichen Entscheidungen werden stark beeinflusst: Jobwahl, Führerschein erwerben - all diese Dinge können von neurologischen Dysfunktionen beeinflusst werden.
Wo gibt es Unterstützung?
Neurologisches Fachpersonal sollte die Behandlungen durchführen. Es gibt aber auch über die Behandlung hinaus Selbsthilfegruppen, Seminare, Beratung und Magazine - zum Beispiel bei der Deutschen Epilepsievereinigung oder der Internationalen Epilepsie Liga.