Absurde Ironie: Weißes Haus nutzt Bad-Bunny-Song für Deportationsvideo

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Nun hat die Trump-Administration ihr bislang wohl ironischstes Deportationsvideo veröffentlicht. Am Donnerstag (30.07.) verwendete der offizielle TikTok-Account des Weißen Hauses einen Ausschnitt aus Bad Bunnys Song „La Mudanza“, um Trumps brutale Einwanderungspolitik in einem Propagandaclip zu feiern.
„Ein Applaus für Donald J. Trump, denn er hat es wirklich gerockt“, heißt es im Video über Aufnahmen des Präsidenten in Siegerpose – bevor es zu einer Montage wechselt, die zeigt, wie Migranten von der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE festgenommen werden. Der Text ist eine Anspielung auf die Songlyrics, in denen Bad Bunny seinen Eltern dafür dankt und sie beglückwünscht, ihn zur Welt gebracht zu haben.
Vertreter Bad Bunnys haben auf eine Anfrage des ROLLING STONE nicht reagiert.
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Nicht das erste Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass offizielle Social-Media-Accounts des Weißen Hauses die Musik eines Künstlers ohne dessen Einverständnis in Promo-Videos einsetzen. Seit Trump im vergangenen Jahr seine zweite Amtszeit angetreten hat, setzt seine Administration verstärkt auf diese Art von Rage-Bait-Propaganda, die Abschiebungen sowie eine unmenschliche, oft tödliche Einwanderungspolitik verharmlost. Doch dieses Video ist besonders stumpfsinnig – angesichts der Bedeutung von „La Mudanza“ und der Deutlichkeit, mit der Bad Bunny Trump und seine Migrationspolitik öffentlich angegriffen hat.
Worum geht es in „La Mudanza“?
„La Mudanza“ gilt als einer von Bad Bunnys politischsten Songs auf seinem Album „Debí Tirar Más Fotos“. Der Track und das dazugehörige Musikvideo referenzieren zentrale Symbole und Figuren der puerto-ricanischen Unabhängigkeitsbewegung – vom Aktivisten Eugenio María de Hostos bis zur hellblauen Flagge. In einer der trotzigsten Zeilen des Songs singt Bad Bunny auf Spanisch: „Sie haben Menschen getötet, weil sie die Flagge geschwenkt haben, deshalb trage ich sie jetzt überall hin“ – eine Anspielung auf ein dunkles Kapitel puerto-ricanischer Geschichte. Der Song ist ein Akt des Widerstands und das genaue Gegenteil dessen, was das Weiße Haus mit dem Video zelebriert.
Puerto Rico ist seit 1898 eine US-Kolonie. Die Insel debattiert seit Langem über ihren Status – nicht zuletzt angesichts des katastrophalen US-Krisenmanagements nach Hurrikan Maria während Trumps erster Amtszeit.
Bad Bunny und die Einwanderungspolitik
Benito hat sich auch öffentlich für Einwanderer eingesetzt. Im vergangenen Sommer enthielt das Musikvideo des puerto-ricanischen Superstars zu „Nuevayol“ eine Pro-Einwanderer-Botschaft. Er bediente sich dabei einer Stimme, die der Trumps zum Verwechseln ähnelt. „Ich habe einen Fehler gemacht. Ich möchte mich bei den Einwanderern in Amerika entschuldigen. Ich meine den Vereinigten Staaten. Ich weiß, dass Amerika der ganze Kontinent ist“, dröhnt die Stimme gegen Ende des Videos aus einem Seventies-Radio. „Ich möchte sagen, dass dieses Land ohne die Einwanderer nichts ist. Dieses Land ist nichts ohne Mexikaner, Dominikaner, Puerto-Ricaner, Kolumbianer, Venezolaner, Kubaner.“
Außerdem nutzte Bad Bunny zwei der größten Bühnen der Welt, um die Einwanderungspolitik der Trump-Administration zu verurteilen. „Bevor ich sage: ‚Gott sei Dank‘, sage ich: ‚ICE raus. Wir sind keine Wilden. Wir sind keine Tiere. Wir sind keine Aliens. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner’“, erklärte er in seiner Rede bei den Grammys 2026. „Hass wird durch noch mehr Hass nur stärker. Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe.“
Bei seiner historischen Super-Bowl-Halbzeitshow schlug Benito in dieselbe Kerbe. Der puerto-ricanische Superstar zeigte ein Schild mit der Aufschrift „the only thing more powerful than hate is love“ beim großen Finale. Anschließend rief er „God bless America“, bevor er jeden einzelnen Staat der Americas von Chile im Süden bis Kanada im Norden namentlich nannte, während Tänzerinnen und Tänzer die Flaggen der jeweiligen Länder um ihn herum schwenkten. Der Auftritt war damit ein Plädoyer für Einheit und eine direkte Herausforderung an die Spaltungspolitik der Regierung.
Konzertabsage aus Sicherheitsgründen
Diese klaren Statements kamen, nachdem Bad Bunny eingeräumt hatte, seine „Debí Tirar Más Fotos“-Welttournee nicht in die USA zu bringen. Der Musiker habe Sorge um die Sicherheit seiner Fans. „Es gab das Problem, dass – verdammt nochmal – ICE vor meinem Konzert stehen könnte. Das war etwas, worüber wir gesprochen haben und das uns sehr beschäftigt hat“, sagte er 2025.