„Es wird mit Liebe immer schöner – und mit 24-karätigem Gold“: So hat Trump das Oval Office verwandelt

Acht Arten, wie sich Trumps Oval Office seit Obamas Amtszeit verändert hat

Stand: 24.07.2026, 13:51 Uhr

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Ein neues Video aus dem Oval Office hat die gestalterischen Unterschiede der letzten 15 Jahre hervorgehoben.

Ein neues Video, das vom stellvertretenden Stabschef des Weißen Hauses, Dan Scavino, geteilt wurde, bietet einen der bislang detailliertesten Einblicke in das Oval Office von Präsident Donald Trump. Es zeigt einen Arbeitsplatz, der sich deutlich von der Version unterscheidet, die während der Präsidentschaft von Barack Obama zu sehen war. Der Raum präsentiert sich heute mit einem stark veränderten Erscheinungsbild, das vom ersten Eindruck an deutlich macht, wie weit sich seine Ästhetik entwickelt hat.

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Dieser Artikel von Rebecca Flood und Emma Lee-Sang entstand in Kooperation mit newsweek.com

Der umfassende Rundgang zeigt, wie sich der Raum seit August 2010 gewandelt hat, als Kameras von C-SPAN seltenen Zugang zum Oval Office während Obamas erster Amtszeit erhielten. Der Vergleich ist besonders eindrucksvoll, weil Obama das Oval Office weitgehend unverändert gelassen hatte, als das C-SPAN-Material im August 2010 aufgenommen wurde. „Die Wahrheit ist, dass wir diesen Raum noch nicht neu dekoriert haben“, sagte Obama damals und erklärte, dass zwar „jeder Präsident hereinkommt und ihn umgestaltet“, seine Regierung größere Veränderungen wegen der wirtschaftlichen Lage aufgeschoben habe.

So sieht das Oval Office während Trumps Regierungszeit aus.

So sieht das Oval Office während Trumps Regierungszeit aus. © Andrew Harnik/AFP

„Die Wahrheit ist, dass wir diesen Raum noch nicht neu dekoriert haben. Die Tradition ist, dass jeder Präsident hereinkommt und ihn umgestaltet. Angesichts der Tatsache, dass wir uns mitten in sehr schwierigen wirtschaftlichen Zeiten befinden, haben wir uns entschieden, im vergangenen Jahr mit einigen Änderungen zu warten“, sagte Obama. Fünfzehn Jahre später spiegelt Trumps Oval Office eine deutlich andere Ästhetik wider, mit umfangreicher Goldverzierung, zusätzlicher Kunst, erweiterten Präsentationen historischer Objekte und einem insgesamt visuell dichteren Eindruck.

Oval Office von Trump: Mehr Gold und dichter dekorierter Raum

Trump hat die Neugestaltung bereits verteidigt und erklärt, das Oval Office habe „ein bisschen Leben“ gebraucht. Heute dominiert vor allem der Einsatz von Gold in nahezu allen Bereichen des Raumes, was im direkten Vergleich zum früheren, zurückhaltenderen Erscheinungsbild besonders ins Auge fällt. Hier sind einige der größten Unterschiede, die im aktuellen Video sichtbar werden.

Die auffälligste Veränderung ist das Ausmaß der goldenen Verzierungen im gesamten Raum. In den Aufnahmen von 2010 wirkten Wände, Kamin und Türrahmen relativ dezent, mit weißen Architekturdetails und nur wenigen vergoldeten Elementen. Das heutige Büro zeigt goldene Ausschmückungen um Türrahmen, Wandverzierungen, die Kaminumrandung und dekorative Architekturelemente im ganzen Raum, die – wie Trump betont hat – alle aus 24 Karat Gold bestehen.

Seit Trump Präsident ist, gibt es mehr Porträts

Ein weiterer deutlicher Unterschied ist die Zahl der im Büro ausgestellten Gemälde. Das Oval Office der Obama-Ära zeigte eine relativ überschaubare Anzahl von Porträts und Bildern, die mit Abstand im Raum angeordnet waren. In Scavinos Video sind zahlreiche gerahmte Präsidentenporträts zu sehen, die über Türöffnungen und zwischen architektonischen Elementen entlang der gebogenen Wände hängen.

Das Ergebnis ist ein gallerieähnlicher Eindruck, der Bereiche füllt, die zuvor weitgehend frei geblieben waren. Wo früher größere Wandflächen sichtbar waren, entsteht nun der Eindruck einer nahezu lückenlosen Hängung. Die Wände tragen damit stärker zur Gesamtwirkung des Raumes bei, als dies in der Version von 2010 der Fall war.

Opulentere Vorhänge an den Südfenstern schmücken Trumps Office

Deutlich verändert hat sich auch die Gestaltung der berühmten, nach Süden ausgerichteten Fenster. Obamas Oval Office war mit vergleichsweise schlichten, goldfarbenen Vorhängen ausgestattet, die den Blick nach draußen kaum überlagerten. In der aktuellen Version dominieren dramatische goldene Draperien mit geschwungenen Stoffbögen, die sich über die Fenster spannen und einen weitaus prunkvolleren Hintergrund hinter dem Resolute Desk schaffen.

Die optische Wirkung wird durch die erweiterte Präsentation von Flaggen verstärkt, die nun zwischen den Fenstern arrangiert sind. Diese Kombination aus schwereren Vorhängen und dichter gesetzten Flaggen lässt die Fensterfront weit monumentaler erscheinen. Wo einst mehr Tageslicht und freie Sicht den Ton angaben, bestimmt heute ein stark inszenierter Hintergrund die Perspektive auf den Schreibtisch. Aktuell plant Trump auch den Bau eines Ballsaals im Weißen Haus.

Prominent platzierte Militärflaggen

Während Präsidentschafts- und US-Flaggen schon lange zum Inventar der Oval-Office-Dekoration gehören, zeigen die neuen Aufnahmen große Dienstflaggen der Teilstreitkräfte, die markante Positionen zwischen fast jedem Fenster einnehmen. Zusammen mit den opulenteren Vorhängen entsteht ein Hintergrund, der deutlich geschäftiger wirkt als jener, der in Obamas Büro im Jahr 2010 zu sehen war.

Die Flaggen tragen dazu bei, militärische Symbolik stärker in den Vordergrund zu rücken und visuell einen Rahmen um den Schreibtischbereich zu bilden. In Obamas Amtszeit waren Flaggen zwar präsent, spielten aber eine weniger dominierende Rolle im Gesamtbild. Der heutige Eindruck ist der eines Raumes, in dem militärische und institutionelle Insignien stark akzentuiert werden.

Veränderter Kaminbereich als Blickfang

Der Bereich rund um den Kamin ist möglicherweise das deutlichste Beispiel für die Entwicklung des Oval Office. In den Aufnahmen von 2010 war der Kaminsims mit Grünpflanzen dekoriert und von relativ schlichten Tischen mit Büsten flankiert, was einen zurückgenommenen, traditionellen Eindruck vermittelte. In Scavinos Video von 2026 ist der Bereich von goldenen Verzierungen und zusätzlichen dekorativen Objekten umgeben, die ihn zu einem der visuellen Brennpunkte des Raumes machen.

Das Gesamtbild ist deutlich opulenter als die Version, mit der Obama in seiner ersten Amtszeit arbeitete. Die Veränderungen am Kamin spiegeln zugleich den generellen Trend im aktuellen Oval Office wider: mehr Dekor, mehr Glanz und eine stärkere Inszenierung architektonischer Details. Was früher eher als Hintergrund diente, rückt nun als zentrales Gestaltungselement in den Vordergrund.

Trump hat mehr Sammlerstücke und persönliche Objekte

Scavinos Rundgang zeigt außerdem eine deutlich größere Sammlung von Ausstellungsstücken im gesamten Oval Office. Tische und Regale tragen nun zahlreiche gerahmte Fotografien, Skulpturen, Zierobjekte und historische Gegenstände, die dem Raum eine stärker museale und zugleich persönliche Note verleihen. Im Vergleich dazu wirkt der Raum in den C-SPAN-Aufnahmen von 2010 wesentlich weniger dicht mit Dekorationsobjekten bestückt.

Der Kontrast verdeutlicht unterschiedliche Ansätze, wie Amtsinhaber das Büro personalisieren. Während frühere Versionen mehr zurückhaltende Flächen und ausgewählte Akzente zeigten, präsentiert Trumps Variante eine Fülle von Einzelstücken, die Geschichten, Beziehungen und Interessen illustrieren sollen. Die Vielzahl an Objekten lenkt den Blick an vielen Stellen des Raumes und lässt kaum noch wirklich leere Zonen zurück.

Veränderung des Oval Office: Dichteres Raumgefühl und neue Symbolik

Das Oval Office behält zwar sein ikonisches Grundlayout, doch die Atmosphäre ist spürbar anders. Obamas Büro wies mehr sichtbare Wandflächen, weniger dekorative Elemente und eine insgesamt leichtere visuelle Wirkung auf. Trumps Version enthält zusätzliche Kunstwerke, Objekte und Ornamente, die die Aufmerksamkeit nahezu auf jeden Abschnitt des Raumes lenken und das Gefühl eines volleren, stärker inszenierten Arbeitsumfelds erzeugen.

Die Verwandlung wird besonders in Weitwinkelaufnahmen deutlich, die den gesamten Umfang des Oval Office zeigen. Der Vergleich liefert zugleich Einblicke, wie die beiden Präsidenten den berühmtesten Büroraum des Landes persönlich geprägt haben. Während des C-SPAN-Interviews von 2010 verwies Obama etwa auf eine Büste von Martin Luther King Jr., die er im Oval Office platziert hatte und die ihn an „die außergewöhnliche Hingabe vieler Menschen erinnert, die es mir ermöglicht haben, das Privileg zu haben, in diesem Amt zu dienen“.

Unterschiedliche Schwerpunkte von Obama und Trump

Obama hob zudem historische Patentdokumente hervor, die er als Symbol für amerikanische Innovationskraft verstand. Trumps Fokus liegt stärker auf der visuellen Verwandlung selbst, insbesondere auf den goldenen Ergänzungen und der umfassenden Neugestaltung. Als er 2025 den kanadischen Premierminister Mark Carney im Büro begrüßte, sagte er: „Es wird mit Liebe immer schöner – und mit 24-karätigem Gold. Das hilft auch immer.“

Das Oval Office hat seit jeher als Leinwand für die Vorlieben seiner Bewohner gedient, wobei jede Regierung ihre eigenen Möbel, Kunstwerke, Teppiche und dekorativen Objekte auswählt. Obamas Version betonte persönliche und historische Symbolik, während Trumps jüngste Umgestaltung eines der visuell markantesten – und meistdiskutierten – Oval Offices in der modernen Geschichte des Weißen Hauses hervorgebracht hat. Newsweek wandte sich per E-Mail an das Weiße Haus, um eine Stellungnahme zu erhalten.