Achtklässler prüfen per Checkliste, ob Mitschüler depressiv sind

Stand: 26.10.2026, 06:26 Uhr

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Starnberg,16.120.2026, Mittelschule Theater gegen Depression „Icebreaker“, Produzentin Mona Kannhäußer-Sütö

Pubertäre Phase oder tief sitzende Depression? Jugendliche der Mittelschule Starnberg brachten mit dem Theaterstück „Icebreaker“ genau dieses Thema auf die Bühne. Viel Lob gab es von Theaterpädagogin Mona Kannhäußer-Sütö (3.v.r.). © Andrea Jaksch

Die Mittelschule Starnberg hat ein Theaterstück über Depressionen bei Jugendlichen aufgeführt. Die Schüler hatten dafür nur vier Tage Zeit.

Starnberg – Ein interaktives Theaterprojekt an der Mittelschule Starnberg regt zum Nachdenken über die psychische Gesundheit Jugendlicher an. „Icebreaker“ ist der Titel des Stücks, das engagierte Achtklässlerinnen und Achtklässler am vergangenen Freitag in der Hischangerturnhalle aufgeführt haben. Nach der Begrüßung durch Aylin Dukarski, Klassenleiterin der 8b, und einleitenden Worten der projektleitenden Theaterpädagogin Mona Kannhäuser-Süto wurde es dunkel in der Halle. Nur noch zwei Spots beleuchteten die schlicht gehaltene Bühne.

Im Mittelpunkt des Stücks stehen die beiden Jugendlichen Anna und Robert. Ihr Verhalten gibt Rätsel auf: Mal wirken sie teilnahmslos, mal aggressiv. Nach jeder Szene schlüpfen Schülerinnen und Schüler im Publikum in die Rolle des „Facharztkollektivs“. Mithilfe von Symptom-Checklisten schätzen sie das Verhalten von Anna und Robert ein: Handelt es sich um eine pubertäre Phase oder um eine Depression?

Mit dem Theaterprojekt „Icebreaker“ greift die Mittelschule Starnberg ein wichtiges Thema auf, über das häufig noch zu wenig gesprochen wird: Depressionen bei Jugendlichen. Der DAK-Kinder- und Jugendreport 2025 zeigt, dass bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren im Jahr 2024 rund 20 Prozent häufiger Depressionen dokumentiert wurden als 2019, vor der Corona-Pandemie. Umso wichtiger ist es, Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren und den Austausch unter Gleichaltrigen zu fördern.

Wie gut das gelingen kann, zeigt die Arbeit der Theatergruppe aus den 8. Klassen. Nach der Aufführung lobte Mona Kannhäuser-Süto die Leistung ihres Ensembles: „Im Hinblick auf die vielen Hindernisse, die wir in dieser Woche in den Weg gelegt bekommen haben, haben unsere Schauspielerinnen und Schauspieler Unglaubliches geleistet.“ Auch in der Schulgemeinschaft wurde ihre Leistung gewürdigt: Innerhalb von nur vier Tagen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem komplexen Thema „Depression“ auseinander, lernten ihre Texte und studierten das Stück ein. Auf der Bühne überzeugten sie durch ihre Präsenz und ihren Einsatz.

Die parallel stattfindende bundesweite Woche der seelischen Gesundheit unterstrich die Aktualität des Themas. Mit dem Theaterprojekt „Icebreaker“ hat die Mittelschule Starnberg einen Anlass geschaffen, um über das sensible Thema „Depressionen“ ins Gespräch zu kommen. Die Aufführung zeigte, wie Theater dazu beitragen kann, psychische Gesundheit aus der Tabuzone zu holen und den Austausch zwischen Jugendlichen und Lehrkräften anzuregen.