Aktienindex Euro Stoxx 50: VW scheidet aus, Nokia kehrt zurück

Ein Jahr nachdem Nokia aus dem europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 geflogen ist, steht der finnische Netzwerkausrüster vor seiner Rückkehr und wird dabei Volkswagen ersetzen. Das teilte der Schweizer Anbieter Stoxx am Dienstag mit. Umgesetzt wird der Schritt am 21. September. Er markiert nicht nur eine weitere Etappe in der anhaltenden Krise von Europas Autoindustrie, sondern auch die Rückkehr eines einstigen Schwergewichts der Mobilfunkbranche. Allein seit Jahresbeginn hat der Aktienkurs von Nokia um mehr als 50 Prozent zugelegt, womit ein Schwenk hin zu KI- und Cloud-Infrastruktur belohnt wurde.

Rückkehr vs. Riesenkrise

Nokia hat erst vor wenigen Tagen den 30. Geburtstag des Nokia 9000 Communicators gefeiert, mit dem einst die Smartphone-Ära eingeläutet wurde. Er wurde inmitten der erfolgreichsten Ära der Nokia-Geschichte vorgestellt, als die Marke zum Synonym für Mobiltelefone wurde. Doch spätestens als das erste iPhone 2007 mit seinem Touchscreen auf den Markt kam, verpassten die Finnen den Anschluss. In der Smartphone-Ära selbst spielt das Unternehmen keine Rolle mehr. Die Handysparte wurde schließlich an Microsoft verkauft, Nokia selbst konzentrierte sich auf das Geschäft mit Netzwerktechnik. Das ermöglichte schließlich die Rückkehr in den Kreis der größten Konzerne Europas.

Für Volkswagen ist der Fall aus dem Euro Stoxx 50 ein weiteres Zeichen für die schwere Krise der gesamten europäischen Automobilbranche. Aktuell wird die Belegschaft auf eine Verschärfung des umfangreichen Sparkurses vorbereitet, zehntausende Stellen sollen wegfallen. Verantwortlich sind unter anderem Milliardeninvestitionen in den Umstieg auf Elektromobilität, ohne dass die Nachfrage insbesondere in den USA und Europa gemäß den Erwartungen gestiegen ist. Im Euro Stoxx 50 verbleiben nach dem Ausscheiden von Volkswagen lediglich noch BMW, Mercedes und Ferrari als Vertreter der Autoindustrie.

(mho)