Aktion an Mariä Himmelfahrt: „Habt Mut, steht auf!“ – Sonnenaufgangswanderung bringt 180 Menschen zusammen
Aktion an Mariä Himmelfahrt „Habt Mut, steht auf!“ – Sonnenaufgangswanderung bringt 180 Menschen zusammen
St. Wendel · Die Pfarrei Heiliger Wendelin führte zum neunten Mal eine Sonnenaufgangswanderung an Mariä Himmelfahrt durch. Unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ versammelten sich 180 Wanderer zum Gottesdienst und Frühstück bei Sonnenaufgang.
19.08.2026 , 20:00 Uhr
Pastor Klaus Leist und Anne Geiger begrüßen die Wanderer zum Gottesdienst unter freiem Himmel.
Foto: Mechtild Seiler
Es ist vier Uhr am Morgen des Feiertags Mariä Himmelfahrt. Der Wecker klingelt. Aufstehen! Die Sonnenaufgangswanderung der Pfarrei Heiliger Wendelin steht an, also raus aus dem gemütlichen Bett, rein in die Wanderkleidung und los.
„Wahrscheinlich hat es weniger Mut, mehr Überwindung gebraucht“
Fünf Uhr an der Basilika in St. Wendel, weitere Wanderer treffen ein. Anne Kessler kommt mit einer Laterne dazu, Fackeln sind wegen der aktuellen Waldbrandgefahr verboten. Sie stellt die Laterne auf dem Boden ab, mitten im Kreis der Anwesenden. Anne Kessler ist Pilgerbegleiterin der Pfarrei und begrüßt alle: „Habt Mut, steht auf. Wir sind heute Morgen alle früh aufgestanden, wahrscheinlich hat es weniger Mut, mehr Überwindung gebraucht.“ Alle lachen.
Die Sonne geht auf und taucht die Gottesdienstbesucher in goldenes Licht.
Foto: Mechtild Seiler
Das Leitwort des Katholikentags in Würzburg ist das Thema der Sternwanderung zum „Großen Fuß“ an der Straße der Skulpturen und der dort stattfindenden Eucharistiefeier. Das Zitat aus dem Markusevangelium soll dazu ermutigen, die Herausforderungen des Lebens zu gestalten. Mit dem passenden Impuls startet die Wanderung: „Gib uns Mut, zu ändern, was wir ändern können, und Geduld zu ertragen, was nicht zu ändern ist.“
180 Wanderer kamen zur Eucharistiefeier
Über die Bahntrasse geht es Richtung Oberthal. Unterwegs werden weitere Texte zum Thema Mut vorgelesen. An der Göckelmühle verlassen wir die Bahntrasse, weitere Wandergruppen stoßen dazu: Aus Bliesen, Oberthal, Winterbach, Urweiler und St. Wendel, auch Radfahrer aus Namborn sind dabei.
Es wird langsam hell. Ungefähr vier Kilometer und 8.000 Schritte sind geschafft, die Gruppe erreicht den „Großen Fuß“ an der Straße der Skulpturen. Er ist festlich geschmückt mit Sonnenblumen, Kräutern und Laternen, daneben steht ein kleiner Altar, davor sind zahlreiche Bänke aufgebaut. Der Platz füllt sich, zuletzt stößt die Gruppe aus Baltersweiler dazu.
Gegen 6.30 Uhr begrüßt Pastor Klaus Leist ungefähr 180 Wanderer zur Eucharistiefeier, bei der ebenfalls Mut thematisiert wird. Musikalisch umrahmt wird die Feier von Christine Hoff mit ihrer Gitarre und klarem Gesang. Der Sonnenaufgang taucht die Landschaft in goldenes Licht. Dann werden – wie es an Maria Himmelfahrt schon seit dem 9. Jahrhundert Brauch ist – Kräutersträuße gesegnet. Viele Besucher hatten den „Krautwisch“ selbst mitgebracht.
Kräutertaler aus Salzteig und Kuchen zum Frühstück
Das Vorbereitungsteam rund um Anne Geiger und Anne Kessler hatte am Vortag zahlreiche Kräutersträuße gebunden, jeder Besucher konnte sich einen mitnehmen. Pastor Leist erzählt, dass ein Kräuterstrauß als Mitbringsel sogar nach Bordeaux reise. Auch 200 Kräutertaler aus Salzteig, schön verpackt mit einem Kraftimpuls, wurden verschenkt. Wer wollte, gab eine Spende zugunsten der Christlichen Hospizhilfe in St. Wendel. Letztes Jahr konnte die stolze Summe von 2000 Euro als Spende überreicht werden.
Die stimmungsvolle Sternwanderung fand dieses Jahr zum neunten Mal statt und entstand aus einer Idee von Anne Geiger. Anne Geiger füllt das Ehrenamt mit viel Engagement und Herzblut. Bei der ersten Veranstaltung waren 20 Menschen dabei, ein Jahr später hatte sich die Zahl schon verdoppelt. Die Idee kam gut an und fand über die Jahre stetig mehr Zuspruch.
Das Organisationsteam hatte zwölf Kuchen gebacken und 20 große Kannen Kaffee gekocht, denn nach der Eucharistiefeier waren alle zum Frühstück mit Kaffee und Kuchen eingeladen. Die beiden jüngsten Teilnehmer waren Dana und Raphael, beide erst sechs Jahre alt. Auf die Frage, was das Schönste gewesen sei, antworteten sie: „Der Kuchen zum Frühstück.“ (sle/ole)