Je heißer jetzt, desto schneereicher der Winter? Diese Bauernregel macht ein unglaubliches Versprechen

Aktuelle Hitzewelle könnte laut Bauernregel für einen Traumwinter sorgen

Stand: 30.07.2026, 07:00 Uhr

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„Ist es von Petri bis Lorenzi heiß, bleibt der Winter lange weiß“, sagt eine uralte Bauernregel. Wie ernst man dies tatsächlich nehmen sollte.

Neben Regeln zu einzelnen Lostagen kennt die bäuerliche Tradition auch Bauernregeln, die sich auf einen ganzen Zeitraum beziehen. Eine davon spannt den Bogen zwischen dem Gedenktag „Petri Kettenfeier“ am 1. August und dem „Lorenzitag“ am 10. August – exakt jener Phase, in der der Hochsommer 2026 laut Deutschem Wetterdienst mit teils starker Wärmebelastung und kräftigen Gewittern besonders intensiv ausfällt. Die Regel verknüpft diese zehn Tage direkt mit einer Prognose für den kommenden Winter.

Ein Winterwunderland in Mecklenburg-Vorpommern.

Je heißer jetzt, desto schneereicher der Winter? Diese Bauernregel macht ein unglaubliches Versprechen. © IMAGO / Christian Thiel

Sie lautet: „Ist‘s von Petri bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß.“ Gemeint ist damit: Je heißer diese zehntägige Phase Anfang August ausfällt, desto länger und ausgeprägter soll demnach der Schnee im folgenden Winter liegenbleiben. Anders als viele Regeln zu einzelnen Stichtagen bezieht sich diese also auf einen ganzen Beobachtungszeitraum – was ihr auf den ersten Blick mehr statistische Substanz verleihen könnte als einer reinen Ein-Tages-Regel für den Winter.

Bauernregel zu Petri und Lorenzi: Wird der Winter 2026/2027 schneereich?

Trotzdem bleibt auch dieser längere Zeitraum meteorologisch keine verlässliche Grundlage für eine Winterprognose. Zwischen Anfang August und dem Winter liegen weiterhin rund vier bis fünf Monate, in denen sich Großwetterlagen, Meeresströmungen und Luftdruckverhältnisse mehrfach vollständig neu ordnen. Ein wissenschaftlich nachweisbarer Zusammenhang zwischen der Augusthitze und der Schneemenge im Winter existiert nicht – die zehn Tage sind dafür schlicht zu kurz und zu weit entfernt vom Winter.

Wie heiß der Zeitraum von Petri bis Lorenzi tatsächlich ausfällt, zeichnet sich für 2026 bereits ab. Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die erste Augustwoche verbreitet mit teils starker Wärmebelastung und Höchstwerten zwischen 27 und 37 Grad, im Südosten stellenweise sogar bis 36 Grad. Dazwischen ziehen zwar immer wieder teils kräftige Schauer und Gewitter durch, die grundsätzliche Hitzeprägung des Zeitraums bleibt laut aktueller Vorhersage aber deutlich erkennbar.

Nach der wörtlichen Lesart der Bauernregel würde dieser heiße Auftakt also auf einen schneereichen, lang anhaltenden Winter hindeuten. Allerdings liegt zum Zeitpunkt dieser Vorhersage erst ein Teil der zehn Tage vor – für eine abschließende Bewertung des gesamten Zeitraums bis zum 10. August braucht es die tatsächlichen Werte der kommenden Tage. Zudem bleibt offen, wie die Regel mit regional stark unterschiedlichen Temperaturen innerhalb Deutschlands überhaupt umgehen soll. Diese Bauernregel will jetzt aus dem August eine Vorhersage für den Herbst ableiten.

Was ist Petri Kettenfeier?

Petri Kettenfeier erinnert an die Befreiung des Apostels Petrus aus dem Gefängnis, wie sie in der biblischen Apostelgeschichte geschildert wird. Ein Engel soll ihm demnach nachts die Ketten gelöst und zur Flucht verholfen haben.

Der Gedenktag geht auf die Verehrung der Ketten als Reliquie zurück, die bis heute in der römischen Basilika San Pietro in Vincoli aufbewahrt werden. Der Feiertag wird am 1. August begangen.

Kritisch betrachtet zeigt auch diese Regel exemplarisch die Grenzen bäuerlicher Wetterweisheiten: Sie entstanden in einer Zeit ohne globale Wettermodelle, basierend auf lokaler, oft zufälliger Beobachtung über Generationen hinweg. Moderne saisonale Vorhersagen liefern selbst mit aufwendigen Computermodellen nur wenige Wochen im Voraus einigermaßen belastbare Trends. Eine Prognose für den gesamten Winter, abgeleitet aus zehn Augusttagen, entspricht damit eher kulturellem Erfahrungswissen als seriöser Meteorologie. Vergessen Sie Versailles: Dieses Traumschloss mitten in Bayern ist die bessere Wahl.