Alarm an dänischer Küste: Russen-Fregatte feuert Warnschüsse auf NATO‑Helikopter - keine Verletzten
Stand: 15.09.2026, 14:11 Uhr
Schreckmoment in internationalen Gewässern: Eine russische Fregatte hat einen dänischen Militärhubschrauber beschossen. Kopenhagen erkennt darin ein Muster.
Kopenhagen – Ein dänischer Militärhubschrauber wollte am Montagabend (14. September) in internationalen Gewässern vor der dänischen Küste zur Aufklärung Bilder von einer russischen Fregatte machen. Diese hat daraufhin zwei Leuchtkörper in Richtung des Hubschraubers geschossen. Hochrangige dänische Politiker fordern Konsequenzen. Auch, weil sich Angriffe auf die kritische Infrastruktur oder Verletzungen des NATO-Luftraums häufen.

Der Vorfall ereignete sich „in Verbindung mit einer routinemäßigen Foto-Aufklärung“ der Fregatte durch den Hubschrauber in internationalen Gewässern vor dem dänischen Hafenort Gedser, wie das dänische Verteidigungsministerium mitteilte. Eine der abgefeuerten „Flares“ sei in geringem Abstand an dem Hubschrauber vorbeigeflogen. Die Besatzung ist nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa unverletzt geblieben.
Zwischenfall in Ostsee: Russische Fregatte könnte Hubschrauber warnen wollen
Die Leuchtkörper werden auf See zumeist als Aufmerksamkeits- oder Notsignale eingesetzt. Nach Einschätzung des Forschers Peter Viggo Jakobsen von der dänischen Verteidigungsakademie ist bei diesem Vorfall aber von einem anderen Hintergrund auszugehen: Die russische Fregatte habe Warnschüsse abgegeben und damit eine Machtdemonstration zeigen wollen. „Die Russen sagen damit: Lasst es sein, uns zu fotografieren, und fliegt nicht so dicht an uns heran“, erklärte Jakobsen.
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen habe nach dem Vorfall den russischen Botschafter in Dänemark einbestellt, wie er auf X mitteilte. Rasmussen sagte, der Vorfall sei „absolut inakzeptabel“. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte laut dpa in einer schriftlichen Stellungnahme an den dänischen Rundfunk, sie sei von dem Vorgehen des russischen Schiffs nicht überrascht.
Mette Frederiksen: Russland will die NATO testen
Das sei ein in ganz Europa sichtbares Muster. „Ein immer aggressiveres und selbstbewusster auftretendes Russland, das seinen hybriden Krieg gegen Europa intensiviert hat und die NATO testet und herausfordert.“ Als Antwort müssten die europäischen Staaten enger zusammenrücken und ihre Verteidigung stärken.
Die Warnschüsse der russischen Fregatte auf den dänischen Hubschrauber kommen zu einer Zeit verstärkter Bedrohungen für westliche Staaten durch den hybriden Krieg Russlands: So haben etwa kurz nach Mitternacht am Dienstagmorgen (15. September) NATO-Kampfjets eine Drohne abgeschossen, die in den litauischen Luftraum eingedrungen war, wie tagesschau.de berichtet.
Drohne wurde über ländlichem Gebiet abgeschossen
Angaben zur Herkunft und zum Typ des abgeschossenen Fluggeräts wurden nicht gemacht. Nach Angaben der Welt wird jedoch spekuliert, dass sie in Belarus gestartet sein könnte. Laut tagesschau.de wurde die Drohne über ländlichem Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai abgeschossen, das rund 50 Kilometer südöstlich der zweitgrößten Stadt Kaunas liegt. Litauens Präsident Gitanas Nauseda sagte: „Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion. Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren NATO-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen.“
Da Litauen an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus angrenzt, fühlt sich das Land seit dem russischen Angriff auf die Ukraine besonders bedroht. Laut dem litauischen Militärgeheimdienst könnte Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten erwägen. Derweil baut die Bundeswehr eine Panzerbrigade in Litauen auf. Der Kampfverband mit 4.800 Soldaten soll bis 2027 einsatzfähig sein. (Quellen: DPA, tagesschau.de, welt.de, x.com, forsvaret.dk) (jws)