Türkischer DW-Reporter Alican Uludag erneut festgenommen

Alican Uludağ in Haft :

Türkischer DW-Reporter abermals festgenommen

22.07.2026, 06:53Lesezeit: 2 Min.

Wurde erneut festgenommen: der Gerichtsreporter der Deutschen Welle in der Türkei, Alican Uludağ.

Der Gerichtsreporter der Deutschen Welle in der Türkei, Alican Uludağ, ist wieder festgenommen worden. Er war erst kürzlich aus Untersuchungshaft freigekommen. Die Intendantin der Deutschen Welle protestiert.

Der vor rund zwei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassene türkische Reporter der Deutschen Welle (DW), Alican Uludağ, ist abermals festgenommen worden. Wie sein Anwalt bestätigte, wurde der Journalist am Dienstagnachmittag in Gewahrsam genommen und zur Staatsanwaltschaft in Ankara gebracht.

Grund für seine Festnahme seien Ermittlungen gegen ihn nach einem Beitrag auf der Plattform X, in dem sich Uludağ kritisch über die türkische Justiz geäußert hatte. Wie die Generalstaatsanwaltschaft von Ankara auf X mitteilte, werde gegen ihn wegen „Aufstachelung des Volkes zu Feindseligkeit oder Erniedrigung“ sowie der „Verbreitung irreführender Informationen“ ermittelt.

„Die erneute Festnahme unseres Kollegen Alican Uludağ ist zutiefst besorgniserregend“, sagte die Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing. „Journalistische Arbeit darf nicht kriminalisiert werden. Alican recherchiert und berichtet seit vielen Jahren unabhängig und im öffentlichen Interesse über Justiz, Politik und Gesellschaft in der Türkei. Wir erwarten, dass seine Rechte uneingeschränkt gewahrt werden, und fordern auch hier ein rechtsstaatliches und faires Verfahren. Die Deutsche Welle steht weiterhin fest an seiner Seite.“

Journalist streitet alle Vorwürfe gegen ihn ab

Uludağ ist auf die Berichterstattung über das türkische Justizsystem spezialisiert. Er war im Februar verhaftet worden. Angeklagt wurde Uludağ wegen Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen. Die Deutsche Welle und die Bundesregierung hatten Uludağs sofortige Freilassung gefordert.

Im Mai war er am ersten Prozesstag aus der Haft entlassen worden. Der Prozess soll nach Angaben seines Anwalts am 18. September fortgesetzt werden. Uludağ, den die Türkische Journalistenvereinigung (TGC) im Juli mit dem Pressefreiheitspreis 2026 auszeichnete, hat die Vorwürfe gegen ihn stets abgestritten und nach seiner Entlassung erklärt, er werde weiterhin als Journalist tätig sein. „Wir haben nur eine Waffe“, sagte er, „und das ist unser Stift. Diesen Stift werden wir niemals aus der Hand legen.“