Alle 20 Minuten meldet ein Betrieb Insolvenz an
Stand: 17.08.2026, 14:05 Uhr
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Der Mai bringt statistische Entspannung. Doch kleine Betriebe geraten finanziell immer stärker unter Druck – und das Eigenkapital schmilzt.
Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt im Mai zwar um 2 Prozent gesunken, liegen aber von Januar bis Mai 2026 noch 4,9 Prozent über dem Vorjahr. Die DIHK warnt vor einem außergewöhnlich hohen Niveau, schwacher Binnenkonjunktur, hohem Kostendruck und wachsender Finanzschwäche besonders kleiner Betriebe.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Markt und Mittelstand.
Der eine Rückgang im Mai ändert wenig am Gesamtbild: Die Insolvenzwelle ist nicht vorbei, sie hat sich nur kurz verlangsamt. Wer auf die Statistik schaut, sieht keine Entwarnung, sondern einen Markt unter Dauerstress.

„Insolvenzen gehören zur Marktwirtschaft. Sie sind Teil notwendiger, oft schmerzhafter Anpassungsprozesse. Das aktuelle Ausmaß muss uns jedoch alarmieren. Denn trotz des leichten Rückgangs im Mai bleibt das Niveau außergewöhnlich hoch“, erklärt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov.
Die schwache Binnenkonjunktur und das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld setzen die Unternehmen erheblich unter Druck. Zugleich müssen sie sich im Inland und auf den Weltmärkten einem wachsenden Wettbewerb stellen – bei hohen Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten am Standort Deutschland. Das zehrt an der Substanz.
Die Folgen zeigen sich auch in den Zahlen: In der jüngsten Konjunkturumfrage meldet fast jedes vierte Unternehmen einen Rückgang des Eigenkapitals. Unter den Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten berichtet sogar die Hälfte von einer problematischen Finanzlage. Gleichzeitig müssen immer mehr gesunde Betriebe schließen, weil sich keine Nachfolge findet.
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Mit den Unternehmen gehen auch Arbeitsplätze verloren. Die Zahl der Arbeitslosen ist wieder auf mehr als drei Millionen gestiegen – ein Alarmsignal. Denn nur wettbewerbsfähige Unternehmen können Arbeitsplätze schaffen und sichern.
„Die Regierung muss die Unternehmen deshalb schnell und verlässlich entlasten, bei Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten. Deutschlands Unternehmen brauchen wieder Luft zum Investieren, Wachsen und Beschäftigen“, so Melnikov.