„Alle, die AfD wählen, sind Nazis“: Podcaster:in rechnet mit Sachsen-Anhalt ab
Stand: 18.09.2026, 14:19 Uhr
Noah und Julian sprechen über ein AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Zwischen Angst, Wut und Widerspruch wird der Ton ungewöhnlich ernst.
Hamburg – Im Podcast Safran und Sauerkraut, ehrlich ehrenlos sprechen Julian und Noah über das AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt, das zwar nicht völlig überrascht, aber trotzdem schwer im Magen liegt. Aus Zahlen wird schnell ein Gespräch über Angst, Rassismus, Wut und die Frage, wie man mit Menschen umgehen soll, die ihr Kreuz bei der AfD lassen,

Julian zieht im Gespräch eine harte Grenze bei AfD-Wählern. Während Noah versucht, zwischen Überzeugung, Frust und fehlender politischer Bildung zu unterscheiden, bleibt Julian kompromisslos. „Alle, die AfD wählen, sind Nazis“, sagt Julian im Podcast Safran und Sauerkraut. Später schärft er nach: „Alle 44 Prozent sind für mich Nazis.“ Noah widerspricht nicht beim Problem, aber bei der Pauschalität.
AfD in Sachsen-Anhalt: Noah spricht über Angst und Rassismus
Auslöser ist das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, über das Noah und Julian sprechen. Im Podcast ist von mehr als 44 Prozent für die AfD die Rede. Noah sagt, ihn habe das Ergebnis nicht geschockt, aber es mache ihm Angst. Er blickt dabei nicht nur auf Sachsen-Anhalt. Auch Hamburg, das Julian als stabil beschreibt, wirkt für Noah nicht automatisch sicher. Die Frage dahinter ist größer: Wie lange bleibt Deutschland stabil?
Noah verbindet die Debatte mit eigenen Erfahrungen. Er erzählt, dass er in Hamburg rassistisch beleidigt worden sei. Er sei einfach weitergegangen, weil eine direkte Konfrontation aus seiner Sicht nichts gebracht hätte. Trotzdem beschreibt er den Moment als verletzend. Genau dadurch bekommt das Gespräch eine andere Schwere. Es geht nicht nur um Prozentzahlen, sondern um Alltag, Sicherheit und das Gefühl, plötzlich nicht mehr selbstverständlich dazuzugehören.
Julian wird in der Debatte deutlich härter. Für ihn reicht es nicht, AfD-Wähler als Protestwähler zu erklären. Er will sie gesellschaftlich ächten und sagt, man müsse solche Leute viel mehr beschämen. Noah hält dagegen. Er glaubt, dass manche Menschen aus Unzufriedenheit oder wegen Geldsorgen AfD wählen, ohne genau zu verstehen, was sie unterstützen. Für ihn ist die AfD trotzdem keine Lösung, sondern würde viele Probleme verschärfen.
Besonders stark wird das Gespräch, als es um junge Wähler geht. Julian klingt auch hier gnadenlos. Noah sieht dagegen noch Hoffnung. Gerade junge Menschen könne man eher zurückholen, sagt er sinngemäß. Er warnt davor, Hass nur mit Hass zu beantworten. Wenn Menschen immer weiter weggedrängt würden, könne das gefährlich werden.
Zwischen Wut, Protest und der Frage nach der Grenze
Noah und Julian sind sich einig, dass die AfD für sie problematisch ist. Uneinig sind sie beim Umgang mit ihren Wählern. Julian sagt: „Jeder, der das teilt, ist ein Nazi“, im Podcast. Noah versucht zu trennen. Für ihn gibt es viele Nazis und Rechtsextreme in diesem Umfeld, aber nicht jeder einzelne Wähler sei automatisch einer. Diese Spannung trägt den ganzen Abschnitt.