Umfrage-Schock für die Union: Alltagssorgen ignoriert – Mehrheit der Deutschen will Merz-Rücktritt

Alltagssorgen ignoriert: Deutsche strafen Kanzler Merz in Umfrage hart ab – Mehrheit für Rücktritt

Stand: 23.09.2026, 06:27 Uhr

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Nach den Wahlpleiten wächst der Druck auf Kanzler Friedrich Merz – auch in einer neuen Umfrage. Experten warnen jedoch vor einem Schnellschuss.

Berlin – Nach den desaströsen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sprechen sich 55 Prozent der Befragten in einer aktuellen Forsa-Umfrage für den Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz aus.

Die Unzufriedenheit der Wähler beschränkte sich dabei nicht nur auf seine Person. 81 Prozent der Befragten gaben als Grund für die Wahlpleiten an, die Union kümmere sich insgesamt zu wenig um die Alltagssorgen der Bürger.

Kanzler Merz (CDU) nach einer Pressekonferenz vom 21. September 2026

Kanzler Merz (CDU) nach seiner Wahl-PK © JENS SCHLUETER/AFP

Zustimmung für Merz: Kanzleramt attackiert Umfrageinstitute

Das Kanzleramt steht mit aktuellen Meinungsumfragen offenbar auf Kriegsfuß. Bereits vor einigen Tagen warf Regierungssprecher Stefan Kornelius den Instituten vor, sie hätten nicht die nötigen Finanzressourcen, um in kurzer Taktung seriöse Erhebungen vorzulegen. Die neuen Zahlen dürften dem Kanzler dennoch kaum gefallen, zumal selbst 21 Prozent der eigenen Unions-Anhänger lieber einen anderen Kanzler sehen würden.

Debatte um Merz als Kanzler: Experten sehen keinen tragfähigen Nachfolger

Trotz der schwachen Umfragewerte sehen Politikwissenschaftler einen sofortigen Kanzlertausch kritisch. Prof. Dr. Uwe Wagschal betonte gegenüber Bild, dass die CDU aktuell kein Interesse an einem Wechsel haben sollte, da schlichtweg ein tragfähiger Nachfolger fehle.

Der Politologe Werner J. Patzelt zeigte sich im Gespräch mit der Bild zudem skeptisch, ob Merz eine politische Trendwende gelingen kann, da die SPD dessen geforderte Reformen voraussichtlich weiter ausbremsen werde.

Umfrage: Die meisten Anhänger hat Kanzler Merz in den eigenen Reihen

40 Prozent der Befragten sind laut dem RTL/ntv-„Trendbarometer“ für den Verbleib des Kanzlers im Amt. Besonders groß ist die Zustimmung für einen Rücktritt Merz‘ als Kanzler unter AfD-Anhängern: 89 Prozent.

Ostdeutsche und Anhänger der Linken stimmen dem mit 68 Prozent beziehungsweise 65 Prozent zu. Niedriger ist die Zahl unter den SPD-Anhängern. 43 Prozent plädieren für den Rücktritt des Bundeskanzlers. Die meisten Anhänger hat der Kanzler in den eigenen Reihen. 78 Prozent der Unions-Anhänger lehnen einen Rücktritt ab, nur 21 Prozent befürworten diesen. 

Sonntagsfrage: Union und AfD unverändert

Die Union verharrt bei der Sonntagsfrage auf ihrem Tief von 20 Prozent, stärkste Kraft ist die AfD mit unveränderten 27 Prozent. Die Grünen verlieren im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und kommen demnach auf 17 Prozent, wenn am kommenden Sonntag der Bundestag gewählt würde. Dahinter kommen SPD und Linke mit jeweils 12 Prozent. Die FDP erreicht unverändert 4 Prozent, das BSW verharrt bei 3 Prozent. 

Methodik der Umfrage

Zugrunde liegen dem „Trendbarometer“ repräsentative Forsa-Befragungen im Auftrag von RTL Deutschland. Forsa befragte dafür zwischen dem 15. und 21. September 2.504 Menschen. Die Fehlertoleranz gibt das Institut mit rund +/- 2,5 Prozentpunkten an.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge. (Quellen: Bild, dpa) (frs)