Als es um Felix Neureuther geht, spricht Vater Christian plötzlich über Rosi Mittermaier
Stand: 24.09.2026, 18:32 Uhr
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Felix Neureuther wurde in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Sein Vater hielt die Laudatio – und dachte dabei vor allem an jemand anderen.
Garmisch-Partenkirchen – Es war ein Moment, der weit über eine sportliche Ehrung hinausging. Felix Neureuther, 13-facher Weltcupsieger und einer der beliebtesten deutschen Wintersportler seiner Generation, wurde Anfang September in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Gemeinsam mit ihm zogen Biathlon-Legende Laura Dahlmeier, Turnweltmeister Fabian Hambüchen und Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen in die Ehrenliste ein, die damit auf 142 Mitglieder angewachsen ist. Die offizielle Gala findet am 26. November 2026 in Frankfurt am Main statt.

Für die Familie Neureuther trägt diese Auszeichnung eine besondere Dimension. Felix ist nicht irgendein neues Mitglied der Ruhmeshalle – er ist das dritte aus seiner Familie. Schon sein Vater Christian und seine Mutter Rosi Mittermaier gehören der Ehrenliste an. Was das bedeutet, ließ sich in der Laudatio seines Vaters erahnen, die mehr war als bloße Würdigung einer Karriere.
Rosi Mittermaier, Christian und Felix Neureuther und die Hall of Fame: Eine Familiengeschichte
Christian Neureuther (77) hielt das Ehrenstatement für seinen Sohn (42) – und konnte dabei nicht umhin, die Gedanken schweifen zu lassen. „Die Hall of Fame des deutschen Sports – was für eine wunderbare Institution! Heute geht‘s dabei um den Felix und da muss ich einfach die Rosi dazuholen“, sagte der stolze Vater in einer Video-Botschaft. „Denn es geht uns allen in der Familie ja darum, was für ein Erbe man mit so einer Aufnahme auch hinterlassen kann. Es geht darum, die Werte des Sports in die nächsten Generationen zu treiben.“
Rosi Mittermaier, Olympiasiegerin von 1976, war im Januar 2023 gestorben. Ihr Fehlen ist in der Familie bis heute spürbar. Dass Christian in diesem Moment an seine verstorbene Frau dachte, überrascht kaum. Felix Neureuther hat nach dem Tod seiner Mutter immer wieder öffentlich gemacht, wie tief dieser Verlust sitzt. Die Aufnahme in die Hall of Fame, in der Rosi Mittermaier bereits einen Platz hat, dürfte diesen Abend für ihn zu etwas ganz Persönlichem gemacht haben.
Sportlich braucht Neureuther keine Nachhilfe in Sachen Legitimation. Er gewann in seiner aktiven Karriere 13 Weltcuprennen, darunter den legendären Slalom in Kitzbühel, und holte drei Einzelmedaillen bei Weltmeisterschaften. Als Slalom-Spezialist zählte er jahrelang zur Weltspitze. Heute ist er als Wintersport-Experte der ARD tätig und engagiert sich für Bewegung bei Kindern und Jugendlichen – ganz im Sinne jener Werte, die sein Vater in der Laudatio beschwor. Jetzt gehen Felix und Christian Neureuther sogar neue Wege.
Christian Neureuther schloss seine Worte mit einem Dank im Namen der ganzen Familie: „Von klein auf hat der Sport das Leben von Felix geprägt. Das ist auch heute noch so: in der Familie, aber auch mit seinem Engagement und seiner Leidenschaft, Kinder und Jugendliche zur Bewegung zu bringen und ihnen ein gesünderes Leben zu ermöglichen. Das ist im Sinne der Hall of Fame und deshalb möchte ich im Namen der ganzen Familie danken, dass dies möglich ist.“
Drei Neureuthers in der Hall of Fame – das ist eine Familiengeschichte, die ihresgleichen sucht im deutschen Sport. Und Rosi Mittermaier, auch wenn sie nicht mehr dabei sein konnte, war irgendwie doch anwesend. Die offizielle Aufnahmefeier im November wird zeigen, wie Felix Neureuther selbst über diesen besonderen Moment spricht. (ck)