Am Anfang war der Knorpelschaden: Andre Klankes früher Weg vom Spieler zum Trainer

Stand: 09.08.2026, 06:00 Uhr

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Der junge Trainer und sein Förderer: Andre Klanke gibt jetzt beim TSV Wetschen die Kommandos. Sportchef Thomas Otte (im Hintergrund) hatte den Weg seines früheren Spielers aufmerksam verfolgt, ehe er ihn im Winter zurückholte.

Der junge Trainer und sein Förderer: Andre Klanke gibt jetzt beim TSV Wetschen die Kommandos. Sportchef Thomas Otte (im Hintergrund) hatte den Weg seines früheren Spielers aufmerksam verfolgt, ehe er ihn im Winter zurückholte. © Krüger

Als Spieler erlebte er beim TSV Wetschen ein schmerzhaftes und viel zu frühes Karriereende, als Co-Trainer kehrte er zurück – und jetzt ist Andre Klanke mit erst 29 Jahren Chefcoach des TSV Wetschen. Wie es dazu kam:

Wetschen – Seine erste Saison beim TSV Wetschen hatte kaum begonnen, da war sie schon vorbei. Noch heute schwärmt sein damaliger Trainer Thomas Otte von Andre Klankes früheren Fähigkeiten: „Er war ein sehr guter Techniker.“ Deshalb lotste er den Mittelfeldmann 2019 vom SV „Friesen“ Lembruch zum einstigen Bezirksligisten. Doch bereits im Trainingslager der Vorbereitung schwoll dieses verflixte linke Knie wieder an. „Ich konnte in Wetschen nie richtig Fuß fassen“, erinnert sich Klanke an seinen Knorpelschaden. Also beendete er seine aktive Laufbahn – mit nur 23 Jahren.

Laufbahnende mit 23 – und danach voller Fokus aufs Trainerdasein

Bereut hat er diesen drastischen Schritt nicht: „Seitdem habe ich mich voll aufs Trainerdasein fokussiert und noch mehr tolle Menschen kennengelernt.“ Bereits mit 18 hatte er in seinem Lembrucher Heimatverein Jugendteams betreut. Später folgte er dem Ruf zu den Niedersachsenliga-A-Junioren von RW Damme, ehe ihn 2025 der TuS BW Lohne für dessen A-Jugend abwarb.

Dass sich dazu noch die Erfolge gesellten, blieb Otte nicht verborgen: „Ich habe Andres Weg weiter verfolgt. Er hat eine gute Entwicklung genommen“, urteilt der heutige TSV-Sportchef. Und als sich schließlich die Gelegenheit ergab, griff der Manager zu. So zählt Klanke seit dem Winter zum Wetscher Trainerteam und rückte jetzt zum Chefcoach auf.

Sportchef Otte früh beeindruckt

 „Zuerst hatte ich an eine weitere Saison mit ihm als ,Co‘ gedacht“, gesteht Otte. „Aber Andre traute sich die Rolle als Cheftrainer zu. Das hat mir imponiert.“ Der 29-Jährige musste „nicht lange überlegen. Es ist eine saugeile Aufgabe! Wir haben tolle Charaktere, es ist eine unglaublich angenehme Mannschaft. Mit diesen Jungs macht es richtig Spaß.“

Viele frühere Teamkollegen sind heute noch dabei

Mehrere von ihnen kennt er bereits seit seinem ersten Wetscher Intermezzo. „Finn Raskopp, Lukas Heyer, Phil Schwierking und Tim Becker – sie alle waren damals schon hier“, freut sich der B-Lizenz-Inhaber.

Dass sie jetzt auf seine Kommandos hören, beruht auf einem weiteren dieser konsequenten Klanke-Entschlüsse. Denn als er im September urplötzlich in Lohne zurücktrat, griff Wetschens Sportchef zum Telefon. „Thomas wollte wissen, was da los war.“ Schließlich stand der BWL-Nachwuchs mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen glänzend da. Aber „es gab unterschiedliche Auffassungen über die künftige sportliche Ausrichtung“, sagt Klanke, ohne ins Detail zu gehen.

Nun wollte der frisch verheiratete Hüder eine Fußballpause einlegen – die erste nach dem Corona-bedingten Komplett-Stillstand. „Aber wer mich kennt, weiß, dass ich zu viel Lust an diesem Sport habe.“ Und im Dezember brachte ihn Otte mit Interimscoach Björn Wnuck zusammen. „Von Björn hatte ich nur Gutes gehört. Also haben wir uns drei Stunden bei ihm eingeschlossen und nur über Fußball geredet. Und es hat gematcht.“

Zum Saisonende ging Wnuck – wie von ihm bei seinem Amtsantritt angekündigt. Aber sein Nachfolger hütet sich davor, alles auf links zu drehen: „Klar – es gibt ein paar Anpassungen. Etwa, wie wir gegen den Ball arbeiten“, schildert der Einkaufsleiter. Sein Ziel: „Wir wollen für attraktiven Offensivfußball stehen, der den Leuten Freude bereitet. Es soll Spaß machen, zu uns zu kommen.“ Beibehalten will er „gewisse Werte. In den letzten Jahren standen wir immer als fairste Mannschaft unserer Liga da. Das wollen wir weiter vertreten.“