Angriffe auf Stromversorgungsanlagen: Brandenburgs Innenminister vermutet koordinierten Angriff auf Anlagen
Brandenburgs Innenminister Redmann erkennt bei den zwei Angriffen auf Stromanlagen in Jänschwalde und Bergheim auffällige Parallelen. Ermittler gehen von Sabotage aus.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters,
hell
Aktualisiert am 2. September 2026, 18:07 Uhr
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131 KommentareBrandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hält einen Zusammenhang zwischen den Angriffen auf die beiden Stromversorgungsanlagen von Jänschwalde und Bergheim für wahrscheinlich. »Die Anzeichen verdichten sich, dass beide Angriffe Teil eines koordinierten Angriffs auf unsere Energieversorgung sind«, sagte er laut einer Mitteilung seines Ministeriums. »Es ist folgerichtig, dass der Generalbundesanwalt prüft, die Ermittlungen an sich zu ziehen.«
Nach dem Angriff auf das Stromnetz in Südbrandenburg gehen die Ermittler davon aus, dass auch die Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückgeht. Die Ermittler sehen Parallelen zu dem Fall in Brandenburg, wo Unbekannte am Dienstagmorgen unweit des Umspannwerks Turnow-Preilack einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet hatten. In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, die möglicherweise bereits vor längerer Zeit dort installiert wurden.
Zwischen den Anschlägen lagen nur Stunden
In Bergheim hatten Unbekannte am Dienstagabend nach Angaben der Ermittler vermutlich einen Draht über eine Hochspannungsleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht. In einem angrenzenden Maisfeld fanden die Beamten sechs Abschussvorrichtungen. In der Folge wurden fünf Braunkohlekraftwerksblöcke von RWE mit einer Gesamtkapazität von 4.200 Megawatt abgeschaltet, was etwa der Leistung von vier mittelgroßen Atomkraftwerken entspricht. Zwei der Blöcke gingen am Mittwochvormittag wieder ans Netz, ein weiterer sollte am Abend folgen. Die übrigen zwei können voraussichtlich am Wochenende wieder Strom einspeisen.
Der Zwischenfall in Nordrhein-Westfalen ereignete sich nur Stunden nach einem ähnlichen Anschlag in Brandenburg. Dort hatten Unbekannte am Dienstagmorgen versucht, mit einem Angriff auf ein Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde einen großflächigen Stromausfall auszulösen. Dazu schossen sie mit selbst gebauten, silvesterraketenähnlichen Flugkörpern leitfähiges Material in die Hochspannungsleitungen. Dies führte zu einem Kurzschluss.