Anni Krmek will‘s wissen
Stand: 16.08.2026, 21:18 Uhr
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Anni Krmek wechselte 2025/26 in die B-Jugend des Frauen-Bundesligisten. Achtmal pro Woche trainiert die 14-jährige Oberurselerin am Erfurter Sportgymnasium.
Oberursel – Das derzeit größte Oberurseler Handballtalent ist von Mario Götze gescoutet worden. Gemeint ist allerdings nicht der Fußball-Weltmeisterschaftsendspieltorschütze von 2014, der in Diensten von Eintracht Frankfurt steht, sondern vielmehr der gleichnamige und etwas weniger prominente Handballexperte des Frauen-Bundesligisten Thüringer HC. Er hat Anni Krmek „entdeckt“.
Das war im Oktober 2024. Es folgte im darauffolgenden Monat eine Probewoche in Erfurt, dem Hauptstandort des THC. Und 2025/26 absolvierte die 14-Jährige ihre erste Bundesliga-Saison in der B-Jugend eines der bekanntesten und erfolgreichsten Vereine in Sachen Frauen-Handball. Da Anni Krmek auch ein Zweitspielrecht hat, ist sie, wenn möglich, auch noch für die TSG Oberursel auf der Platte. Und das erfolgreich, gelang der Linkshänderin doch im Juni mit der A-Jugend der TSGO die Qualifikation für die Bundesliga.
Es ist nicht selbstverständlich, in so jungen Jahren das Elternhaus zu verlassen und in eine 250 Kilometer entfernte Stadt zu gehen. „Der Anfang war schwer, die Umgewöhnung groß“, sagt Alen Krmek, der Vater, der selbst ein Handballer durch und durch ist. Am Erfurter Sportgymnasium „Pierre de Coubertin“ war Anni gleich richtig gefordert. Zwischen Schule und Handball gibt es mitunter nur kurze Verschnaufpausen. „Achtmal die Woche ist Training, dazu kommt der Schulsport“, sagt der Vater dazu.
Deutschland-Cup und DHB-Lehrgang
Anni zeigt Durchhaltevermögen und Durchsetzungsklasse. Wie auch auf ihrer Position, im rechten Rückraum. „Mittlerweile fühlt sie sich wohl“, sagt Alen Krmek. In diesem Jahr ist sie in der 9. Klasse. Sie habe auch vor, bis zum Abitur in Erfurt zu bleiben.
Dank ihrer Fähigkeiten wurde die 14-Jährige zu einem Lehrgang eingeladen, wirkte beim Deutschland-Cup mit, bei dem sich Landesauswahlen messen. Und neben zwei weiteren Talenten des THC lud im Frühjahr der Deutsche Handballbund (DHB) Anni Krmek zu einem U15-Sichtungslehrgang im westfälischen Warendorf ein. Unter den 36 Talenten soll laut DHB „das Grundgerüst für die zukünftige U16-Nationalmannschaft“ geformt werden.
„Es ist schön für Anni, solche Erfahrungen zu sammeln“, sagt Alen Krmek. Das Wichtigste sei jedoch, so betont ihr Vater, dass sie weiter Spaß daran hat und verletzungsfrei bleibt. Ob es einmal für ganz oben reicht, dazu fällt eine Prognose schwer. „Anni ist erst 14 Jahre alt, da gibt es noch viele Fragezeichen.“ Zeit, nach Hause zu kommen, bleibt allerdings. „Das klappt nicht immer. Aber meistens.“