Ansturm auf Japans Sprachexamen: Prüfungssätze sind schneller weg als je zuvor
Stand: 29.09.2026, 13:46 Uhr
Kommentare
Immer mehr ausländische Fachkräfte wollen in Japan arbeiten. Doch der Andrang auf den offiziellen Sprachnachweis JLPT ist so groß, dass die Kapazitäten nicht mehr ausreichen.
Tokio – Die japanische Regierung sieht sich mit einer administrativen Herausforderung konfrontiert: Der starke Anstieg der Anmeldungen für den Japanese-Language Proficiency Test (JLPT) übersteigt die verfügbaren Kapazitäten deutlich. Der Test ist eine entscheidende Voraussetzung für verschiedene Visakategorien und Jobangebote für ausländische Arbeitskräfte.

Seit Oktober des vergangenen Jahres, als die Anforderungen an die Sprachkenntnisse auf weitere Berufsfelder ausgeweitet wurden, ist die Nachfrage nach dem JLPT unerwartet stark gestiegen. Im Juli haben sich im In- und Ausland rekordverdächtige 943.671 Bewerberinnen und Bewerber registriert. Wie die Mainichi Shimbun berichtet, hat das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie Sprachinstitutionen nun dazu aufgefordert, alternative Prüfungsformate wie den Business Japanese Proficiency Test (BJT) in Betracht zu ziehen, um den Druck zu verringern.
Fehlende Prüfungsorte
Die Aufforderung zeigt die Besorgnis der Behörden über mögliche logistische Engpässe. Etwa 900 Bildungseinrichtungen, darunter staatlich anerkannte und private Japanisch-Sprachschulen, erhielten ein entsprechendes Schreiben des Ministeriums. Darin wird hervorgehoben, dass es zunehmend schwierig ist, ausreichend Testzentren bereitzustellen und den reibungslosen Ablauf der Prüfungen sicherzustellen. Ob alternative Prüfungen den etablierten JLPT (Japanese Language Proficiency Test) als Standard zur Bewertung von Sprachkenntnissen vollständig ersetzen können, bleibt jedoch unklar, berichtet Kyodo News Plus.
Vorzeitiger Anmeldeschluss
Der zweimal jährlich von der Japan Foundation und Japan Educational Exchanges and Services organisierte JLPT ist für Ausländer, die in Japan arbeiten oder studieren möchten, von großer Bedeutung. Der seit der Pandemie anhaltende Ansturm führte bereits mehrfach dazu, dass die Anmeldephasen vorzeitig geschlossen werden mussten – so auch für die bevorstehende Prüfung im Dezember. Laut der Yonhap News Agency führt dies zu erheblicher Verunsicherung bei den Bewerberinnen und Bewerbern. Kritiker bemängeln, dass die Politik zu langsam auf den erwarteten Nachfrageanstieg reagiert hat, nachdem zuvor strengere Sprachnachweise als Pflicht für Visumanträge eingeführt wurden.