Antonow-Maschinen in Leipzig ohne Munition an Bord – Bundesanwaltschaft ermittelt
Flughafen Leipzig/Halle
Stand: 06.08.2026 20:34 Uhr
Sachsens Innenminister Armin Schuster hat der Darstellung widersprochen, dass eine der Antonow-Maschinen auf dem Flughafen Leipzig, neben denen eine Sprengstoff-Drohne sichergestellt wurde, mit Munition beladen war. Die Bundesanwaltschaft hat mittlerweile die Ermittlungen in dem Fall übernommen.
von MDR AKTUELL
- Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
- Obleute-Runde widerspricht Munitionsbeladung
- Flughafen bestätigt: Maschinen waren leer
- Mitarbeiter brachte Drohne mit Fußtritt zu Boden
Nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne auf dem Leipziger Flughafen hat Sachsens Innenminister Armin Schuster der Darstellung widersprochen, dass eine der Antonow-Maschinen, neben denen die Drohne sichergestellt wurde, mit Munition beladen war.
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
Zum Fund der Sprengstoff-Drohne selbst hat mittlerweile die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Die Karlsruher Behörde erklärte dazu am Donnerstagabend, es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. "Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland. Damit ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen." Wegen der besonderen Bedeutung des Falles habe man die Ermittlungen von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden übernommen.
Obleute-Runde widerspricht Munitionsbeladung
Sachsens Innenminister Armin Schuster (Archivbild): Flugzeug nicht mit Munition beladen.
Auch in der Obleute-Runde im Bundestag mit den Abgeordneten aus den Ausschüssen Inneres und Verteidigung war zuvor klargestellt worden, dass sich keine Munition in einer der Antonow-Maschinen befand.
Der CDU-Obmann für den Innenausschuss des Bundestages, Detlef Seif, wiedersprach ebenfalls Berichten, wonach eines der Antonow-Flugzeuge mit Munition beladen war. Aus allen Gesprächen, die er bisher gehabt habe, sei ohne Ausnahme die Information gekommen, "dass die Flugzeuge nicht beladen waren mit Munition oder Waffenmaterial", sagte Seif der Nachrichtenagentur Reuters.
Video: Schuster und Dobrindt zum Drohnenvorfall am Flughafen LEJ (22 Min)
Flughafen bestätigt: Maschinen waren leer
Die Leiterin Kommunikation und Politikbeziehungen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG, Maret Montavon, sagte der Leipziger Volkszeitung: "Die betreffenden Antonow-Flugzeuge waren zum Zeitpunkt des Vorfalls leer und damit ohne Fracht. Diese Einschätzung deckt sich mit den uns vorliegenden Informationen von Antonov Logistics SALIS."
Zuvor hatten NDR und WDR unter Berufung auf einen Polizeibericht gemeldet, eine der Antonow-Frachtmaschinen sei mit militärischer Munition beladen gewesen.
Mitarbeiter brachte Drohne mit Fußtritt zu Boden
Bei dem Vorfall in der Nacht zum Mittwoch war eine mit Sprengstoff versehene Drohne in der Nähe der ukrainischen Frachtflugzeuge entdeckt worden. Ein Mitarbeiter des Flughafens hatte die Drohne auf der Start- und Landebahn "Südpiste" des Flughafens Leipzig/Halle bemerkt. Der Mann hatte großes Glück. Er holte das mit einer Sprengvorrichtung versehene Fluggerät nach Informationen aus Sicherheitskreisen mit einem Fußtritt aus der Luft und brachte es zu Boden. Die Drohne befand sich den Angaben zufolge nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.
MDR/dpa/Reuters/AFP (dni)
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