Anwohner klagt über „jaulende Kinder“ – OB sieht Klage „gelassen entgegen“
Stand: 26.10.2026, 06:30 Uhr
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Bei der Erdinger Bürgerversammlung in Klettham beschwerte sich ein Anwohner über Lärm vom Kita-Spielplatz. Oberbürgermeister Gotz konterte: „Kinder gehören in die Mitte der Gesellschaft."
Erding – Die Einbahnstraßenregelung in der Thomas-Wimmer-Straße stellt laut Jakob Wanderer rund „50 Anwohner der Almfeldstraße“ vor das Problem, bei der Zufahrt zu ihren Parkplätzen einmal um den Block herumfahren zu müssen. Gerd Hohlbach, ebenfalls Anwohner, pflichtete in der Bürgerversammlung in Klettham seinem Nachbarn bei und sprach von einer Umfahrung von 500 Metern, im Vergleich zu 60 Metern, wenn die Zufahrt von der Almfeldstraße her gestattet wäre. Auf dieser sind ein paar Meter, bevor sie in die Karlsstraße übergeht, ebenfalls als Einbahnstraße ausgewiesen.
Einbahnstraße von Bürgern gewollt
Eben um dieses Stück ging es den beiden Anwohnern. Würde dort die Einbahnstraßenregelung aufgehoben, könnten die Bewohner ihre Parkplätze an den Häusern in der Almfeldstraße sowohl von der Karlsstraße als auch von der Thomas-Wimmer-Straße her anfahren. Während Wanderers Zufahrt hinter dem Verbot-der-Einfahrt-Schild liegt, ist Hohlbach die Zufahrt auf sein Grundstück gestattet.
Die Thomas-Wimmer-Straße zur Einbahnstraße zu machen, war eine Entscheidung, die Stadt und Bürgerschaft bei der Ausarbeitung des Integrierten Quartiersentwicklungskonzeptes (IQEK) vorangetrieben hatten. Weil dort viele Anlieger parken, ließ die Straßenbreite kaum Begegnungsverkehr zu. Oberbürgermeister Max Gotz erklärte, dass die Schilder so aufgestellt wurden, um den Bewohnern der Häuser auf der gegenüberliegenden Seite die Einfahrt zur Tiefgarage zu ermöglichen. Er sagte den Bürgern aber zu, sich die Situation gemeinsam mit Fachleuten noch einmal anzusehen.
Unabhängige Gutachter sollen auch prüfen, ob Wanderers Messungen zum Lärmpegel stimmen, der von der Caritas-Kinderburg ausgehen soll. Der Bürger, der nach eigener Darstellung „sechs Meter“ vom Spielplatz der Kindertagesstätte entfernt wohnt, beschwerte sich über stundenlang „jaulende Kinder“. Von 10 bis 16 Uhr habe er keine Ruhe mehr. Er forderte von der Stadt, Lärmschutzmaßnahmen zu veranlassen, ansonsten werde er eine Klage anstrengen.
Gotz wunderte sich. Es sei doch angenehmer, neben einer Kindertagesstätte zu wohnen als zum Beispiel neben einem Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb, wandte er ein. Immerhin seien die Kinder nur bis zum frühen Nachmittag dort, an den Wochenenden gar nicht.
Fest steht für den OB: „Kinder gehören in die Mitte der Gesellschaft“. Für diese Bemerkung erntete er Applaus in der Bürgerversammlung. Die Hoffnung auf eine Ausweichmöglichkeit für den Spielplatz, der hauptsächlich von den Kindern in der Ganztagesbetreuung genutzt werde, musste er Wanderer nehmen: „Wir haben in Klettham ohnehin große Schwierigkeiten, weil wir keinen Platz haben“, sagte Gotz. Er widersprach aber Wanderers Darstellung, dass sich auf der Außenfläche „über 120 Kinder“ aufhalten würden. Einer Klage sehe er „gelassen entgegen“.
Zebrastreifen wird nicht verlegt
Nichts ändern wird die Stadt an den Fußgängerübergängen in der Stadtmitte. Marlene Hohlbach kritisierte insbesondere den Zebrastreifen am Friedrich-Fischer-Platz auf Höhe des Telekom-Ladens. Eine andere Bürgerin schimpfte, dass der Übergang dort für ein Verkehrschaos sorge. Gotz machte darauf aufmerksam, dass in verkehrsberuhigten Bereichen eigentlich überhaupt kein Zebrastreifen zulässig sei, die Stadt Erding habe sich aber über diese Bestimmung bewusst hinweggesetzt. „Die ursprüngliche Situation werden wir nicht mehr herstellen können“, sagte der OB.