Arbeitnehmervertreter für Anspruch auf Hitzefrei am Bau

Online seit heute, 13.45 Uhr

Die Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 41 Grad rückt die Arbeitsbedingungen in der Bauwirtschaft wieder verstärkt in den Fokus. Auf dem Bau kann zwar ab 32,5 Grad vom Arbeitgeber hitzefrei gegeben werden, einen Anspruch darauf gibt es aber nicht.

Freiwilligkeit alleine reicht aus Sicht der Arbeiterkammer (AK) nicht, auch die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) ist weiterhin für einen Rechtsanspruch, „damit Schutz nicht vom Goodwill einzelner Betriebe abhängt“, hieß es heute gegenüber der APA.

Seit 2026 gilt für Arbeiten im Freien eine Hitzeschutzverordnung. Ab Hitzewarnung Stufe 2 („Warnstufe Gelb“, 30 bis 34 Grad Celsius) der GeoSphere Austria müssen Arbeitgeber verpflichtend Schutzmaßnahmen umsetzen und dokumentieren. Bereits ab 30 Grad steigt das Unfallrisiko laut AK um sieben Prozent. Bei sehr schwerer körperlicher Arbeit unter extremen Bedingungen ist laut einer AK-Studie nur noch rund 15 Minuten ununterbrochene Arbeit medizinisch vertretbar.

Weitere Maßnahmen gefordert

Die Hitzeschutzverordnung ist laut GBH ein Schritt in die richtige Richtung. Das Problem sei aber, dass diese in vielen Betrieben noch nicht angekommen sei, wie Kontrollen des Arbeitsinspektorats zeigten. In über 70 Prozent von rund 2.300 Kontrollen gab es Beanstandungen, weil Gefahren nicht ausreichend evaluiert, keine Maßnahmen gesetzt oder dokumentiert wurden, berichtete der „Kurier“ vor Kurzem.

Der AK geht die Hitzeschutzverordnung außerdem nicht weit genug. Es fehlten klare Belastungsgrenzen, ab wann es bezahlte Pausen und schlussendlich hitzefrei geben muss. Auch Faktoren wie die Schwere der Arbeit und Vorerkrankungen sollten aus AK-Sicht miteinbezogen werden.

Im Herbst sollen Verhandlungen zur Modernisierung des Arbeitnehmerschutzes starten, wobei auch der Hitzeschutz eine „wesentliche Rolle spielen und weiterentwickelt werden“ soll, hieß es seitens der AK zur APA. Große Baukonzerne bieten inzwischen gekühlte Ruheräume, Sonnen- und Hautschutz und spezielle Arbeitskleidung an bzw. versuchen, die Arbeitszeiten so zu gestalten, dass sie nicht in die heißeste Tageszeit fallen.