ARD wagt mutiges Experiment: „Tatort“-Folgen künftig früher zu sehen

Stand: 08.09.2026, 14:24 Uhr

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Sonntagabend um 20.15 Uhr ist „Tatort“-Zeit. Doch nun rüttelt die ARD an der gewohnten Ausstrahlung. Zuschauer können die Folgen künftig vorab schauen.

München – Seit mehr als fünf Jahrzehnten gehört der „Tatort“ zum Sonntagabendprogramm der ARD. Millionen Zuschauer verfolgen die Krimireihe traditionell um 20.15 Uhr im Ersten, wenn TV-Kommissare in deutschen Städten auf Verbrecherjagd gehen. An diesem Ritual hat der Sender bislang bewusst festgehalten.

Maria Furtwängler

Der „Tatort“ aus Hannover mit Maria Furtwängler als Ermittlerin Charlotte Lindholm markiert das Ende der Sommerpause für die ARD-Sonntagskrimiserie. (Archivbild) © Elisa Schu/dpa

Nun weicht die ARD erstmals von dem festen Ausstrahlungstermin ab. Zur neuen Herbstsaison wagt der Sender ein Experiment, das eingefleischte „Tatort“-Fans so wohl nicht erwartet haben. Ab Freitag (11. September) sind neue „Tatort“-Folgen bereits zwei Tage vor der TV-Ausstrahlung in der Mediathek abrufbar.

ARD bricht mit Tradition: „Tatort“ startet künftig schon am Freitag

Die lineare Premiere bleibt dagegen unangetastet: Sonntags um 20.15 Uhr läuft der jeweilige Fall weiterhin im Ersten. Den Anfang macht der Hannover-Krimi „König in Gelb“ mit Maria Furtwängler (59) als Charlotte Lindholm. Die Folge ist ab Freitag in der Mediathek verfügbar und wird am Sonntag (13. September) im Fernsehen gezeigt.

Das neue Angebot ist allerdings an eine Bedingung geknüpft: Wer die Folgen bereits vorab sehen möchte, muss in der ARD-Mediathek registriert sein. Die öffentlich-rechtliche Plattform bleibt kostenlos. Mit dem Vorabzugang verfolgt die ARD das Ziel, mehr registrierte Zuschauer zu gewinnen und ihnen ein stärker personalisiertes Angebot zu ermöglichen. Auch „Polizeiruf 110“ soll künftig vor der linearen Ausstrahlung online verfügbar sein. Der ORF geht diesen Schritt vorerst nicht mit. Auf Anfrage der Austria Presse Agentur hieß es, neue „Tatort“-Folgen seien weiterhin erst nach der TV-Premiere auf ORF ON abrufbar.

Für die ARD ist damit auch die Frage verbunden, wie sich das Streaming-Angebot auf die klassische TV-Reichweite auswirkt. Programmdirektorin Christine Strobl betonte im Interview mit „DWDL.de“, dass sie den traditionellen Ausstrahlungstermin am Sonntag nicht schwächen wolle. „Ich glaube an den Lagerfeuer-Gedanken und finde, dass man mit Sehgewohnheiten nicht schludrig umgehen darf. Sie sind ein hohes Gut – aber wir verändern sie ja nicht. Alle, die den ‚Tatort‘ um 20:15 Uhr sehen wollen, können das weiter tun“, erklärte sie. Verwendete Quellen: ARD, Austria Presse Agentur, dwdl.de