ARD/ZDF-Medienstudie 2026: So tickt Deutschland digital | OnlineMarketing.de
Wie nutzen Menschen in Deutschland 2026 KI, Social Media, Streaming-Angebote und Podcasts? Die neue ARD/ZDF-Medienstudie zeigt unter anderem: Immer mehr Menschen greifen regelmäßig auf KI-Dienste zurück. Bei Social Media bleibt Instagram vorn, während Facebook und TikTok Reichweite verlieren.
KI ist längst im Alltag angekommen, vor allem bei jüngeren Menschen. Google und andere etablierte Wege zur Informationssuche bleiben trotzdem stark. Instagram führt Social Media weiter an, YouTube bleibt beim Video-Streaming die Nummer eins und jede vierte Person ab 14 Jahren hört mindestens einmal pro Woche Podcasts. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt dabei vor allem eines: Jüngere nutzen digitale Medien anders als ältere Menschen.
Was die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 misst
Für die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 wurden zwischen dem 27. Januar und 19. April 2026 insgesamt 2.462 deutschsprechende Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Untersucht wurde, welche Medien und Plattformen sie nutzen, wie häufig sie darauf zugreifen und wie viel Zeit sie damit verbringen. Die Ergebnisse reichen vom klassischen Fernsehen und Radio über Streaming, Social Media und Podcasts bis hin zu KI-Diensten. Die folgende Infografik gibt einen ersten Überblick.

Dabei lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Kennzahlen. Die wöchentliche Nutzung zeigt, wie viele Menschen ein Angebot mindestens einmal pro Woche verwenden. Die Tagesreichweite misst, wie viele es am Vortag genutzt haben. Und die Nutzungsdauer zeigt, wie viele Minuten tatsächlich darauf entfallen. Eine hohe Reichweite bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Menschen dort auch besonders viel Zeit verbringen.
2026 liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt auf KI-Diensten – und genau dort gibt es eine der deutlichsten Veränderungen.
KI-Nutzung steigt auf 59 Prozent – bei den Unter-30-Jährigen auf 92 Prozent
KI-Dienste wie ChatGPT sind für viele Menschen inzwischen selbstverständlich geworden. 59 Prozent nutzen sie zumindest gelegentlich. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es bereits 92 Prozent. Ab 70 Jahren dagegen nur 15 Prozent.
Noch größer fällt der Abstand zwischen den Altersgruppen bei der regelmäßigen Nutzung aus. Insgesamt greifen 37 Prozent mindestens einmal pro Woche auf KI-Dienste zurück – nach 22 Prozent im Vorjahr. Bei den Unter-30-Jährigen sind es 68 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 48 Prozent. Danach fällt die Nutzung stark ab: auf 24 Prozent bei den 50- bis 69-Jährigen und acht Prozent ab 70.

Mehr ChatGPT heißt bislang nicht weniger Google
Wer häufiger ChatGPT nutzt, hört deshalb nicht automatisch auf zu googeln. Suchmaschinen bleiben 2026 mit 84 Prozent wöchentlicher Nutzung die meistgenutzte der erfassten Internetanwendungen. Ganz sauber trennen lassen sich Suche und KI inzwischen allerdings nicht mehr, denn KI ist längst auch direkt in Google integriert.
Auch Wikipedia und andere Online-Nachschlagewerke verlieren bislang nicht. Im Gegenteil: Ihre wöchentliche Nutzung steigt von 35 auf 39 Prozent. Die Zahlen sprechen damit eher dafür, dass eigenständige KI-Dienste wie ChatGPT bisher zusätzlich zu etablierten Recherchewegen genutzt werden, statt sie zu ersetzen.

Die KI-Nutzung wächst, die Skepsis bleibt
So selbstverständlich KI für viele inzwischen geworden ist, so groß bleibt das Misstrauen gegenüber ihren Antworten. 54 Prozent begegnen KI-Ergebnissen skeptisch und sehen die Dienste eher als Werkzeuge, deren Antworten im Zweifel überprüft werden sollten. 81 Prozent halten Quellenangaben bei KI-Antworten für wichtig oder sehr wichtig. Aber nur 43 Prozent der KI-Nutzer:innen empfinden diese bislang als transparent
Gerade für Publisher ist das relevant. Wenn vor allem jüngere Menschen KI-Dienste immer häufiger nutzen, wird die Frage wichtiger, woher die ausgegebenen Informationen stammen und ob Nutzer:innen den Weg zur ursprünglichen Quelle überhaupt noch finden. Für Medienhäuser reicht es deshalb nicht nur, Inhalte zu produzieren. Sie müssen auch in KI-generierten Antworten als Quelle sichtbar bleiben. Florian Hager, Intendant des Hessischen Rundfunks, sieht darin ebenfalls eine neue Aufgabe für öffentlich-rechtliche Medien:
KI wird die Mediennutzung massiv verändern, und wir sehen in der Studie schon, dass vor allem jüngere Menschen durch diese Tools anders an Informationen kommen. Darauf müssen wir uns als öffentlich-rechtliche Medien einstellen und unsere Rolle aktiv nutzen: als Einordnungsinstanz gegen Deepfakes, als Vermittler von Medienkompetenz und als Medienhaus, das KI verantwortungsvoll nutzt.
AI Contribution Pilot:
Google bezahlt einige Publisher für Inhalte in AI-Antworten
Instagram bleibt vorne, Wachstum gibt es bei Social Media kaum
Bei Social Media bleibt 2026 vieles beim Alten. Keine Plattform mit Vergleichswert wird häufiger genutzt als im Vorjahr. Instagram, Snapchat, LinkedIn und Mastodon halten ihr Niveau, während Facebook, TikTok und mehrere kleinere Plattformen Reichweite verlieren.

Instagram bleibt mit Abstand die meistgenutzte Social-Media-Plattform. 40 Prozent sind dort mindestens einmal pro Woche aktiv, 28 Prozent sogar täglich. Facebook folgt mit 28 Prozent, verliert aber drei Prozentpunkte. TikTok landet mit 18 Prozent auf Rang drei und gibt zwei Punkte ab. Dahinter folgen Snapchat mit 13 Prozent, Pinterest mit elf Prozent und LinkedIn mit acht Prozent.
Größer als die Unterschiede zwischen den Plattformen sind die zwischen den Altersgruppen. 91 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen mindestens einmal pro Woche Social Media, 72 Prozent sogar täglich. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es noch 74 Prozent pro Woche. Danach fällt die Nutzung deutlich: auf 53 Prozent bei den 50- bis 69-Jährigen und 22 Prozent ab 70.
Der Social-Media-Experte Daniel Zoll hebt in seinem LinkedIn Post zur Studie hervor, dass YouTube mit 47 Prozent mindestens wöchentlicher Nutzung sogar über Instagram liegt – in der Studie aber separat als Videoplattform ausgewiesen wird.
Bei den Social-Media-Plattformen gibt es 2026 damit kein Wachstum. Für jüngere Menschen gehören sie trotzdem fast flächendeckend zum Alltag.
TikTok hat mehr als nur Trends:
Von Milliarden Suchen bis TikTok Shop
YouTube liegt beim Streaming vorn
Auch beim Video-Streaming verschiebt sich 2026 an der Spitze wenig. YouTube bleibt mit 71 Prozent die meistgenutzte Videoplattform. Dahinter folgt die ARD-Mediathek mit 56 Prozent. Prime Video, ZDF-Streaming und Netflix kommen jeweils auf 51 Prozent. Die meisten Plattformen halten ihr Niveau oder verlieren etwas, nur Joyn legt moderat zu.
Spannender wird es beim Alter. Wer unter 30 ist, schaut längst ganz anders als ältere Menschen. Bei den 14- bis 29-Jährigen entfallen 88 Prozent der Videozeit auf Streaming, Mediatheken, YouTube, Social Media und andere non-lineare Angebote. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es noch 67 Prozent. Ab 50 dreht sich das Verhältnis. Bei den 50- bis 69-Jährigen entfallen 70 Prozent der Videozeit auf lineare Angebote, ab 70 Jahren sogar 93 Prozent.

Dass es dabei nicht nur um ein paar Minuten Streaming mehr oder weniger geht, zeigt auch die wöchentliche Nutzung. Nur noch 44 Prozent der Unter-30-Jährigen schauen mindestens einmal pro Woche lineares Fernsehen. Social-Videos erreichen dagegen 80 Prozent, andere YouTube-Videos 77 Prozent und Streaming-Dienste 72 Prozent. Fast die Hälfte ihrer gesamten Videozeit verbringen die Unter-30-Jährigen inzwischen mit Social-Video, YouTube und anderen Online-Videos.
Ganz abgeschrieben ist klassisches Fernsehen deshalb aber noch lange nicht. 56 Prozent der Bevölkerung schauen an einem durchschnittlichen Tag Live-TV, und mehr als die Hälfte der gesamten Videozeit entfällt weiterhin darauf.
Jüngere schauen einfach anders als Ältere. Bei ihnen läuft Video überwiegend on demand, bei älteren Zuschauer:innen weiterhin vor allem linear.
Digitalwerbung wächst auf fast 9 Milliarden Euro
– Video übernimmt

Podcasts erreichen jede vierte Person
Jede vierte Person hört mindestens einmal pro Woche Podcasts. Damit liegen Podcasts zwar deutlich hinter Radio und Musik-Streaming, sind aber längst kein Nischenformat mehr.
2024 hörten 21 Prozent mindestens einmal pro Woche Podcasts, 2025 waren es 25 Prozent. Auch 2026 liegt die Reichweite bei 25 Prozent. Nach dem Wachstum der vergangenen Jahre legen Podcasts aktuell also nicht weiter zu.

Auch hier macht das Alter einen deutlichen Unterschied. 38 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 35 Prozent der 30- bis 49-Jährigen hören mindestens einmal pro Woche Podcasts. Bei den 50- bis 69-Jährigen sind es noch 20 Prozent, ab 70 Jahren nur sechs Prozent.
Podcasts sind damit vor allem ein Medium für Menschen unter 50. In beiden Altersgruppen unter 50 hört jeweils mehr als jede dritte Person mindestens einmal pro Woche Podcasts. Bei älteren Menschen spielen sie dagegen weiterhin eine deutlich kleinere Rolle.
„Just do it“:
Warum Podcasts im Attention Overload das Medium der Stunde sind

Stelle OnlineMarketing.de als bevorzugte Quelle auf Google ein
Wenn du OnlineMarketing.de auf Google als bevorzugte Quelle einstellen möchtest, um auch in den Schlagzeilen auf Google immer aktuelle News und Tipps aus der Welt des Marketing und der Tech-Entwicklungen zu finden, kannst du einfach die Google-Quelleneinstellungen aufrufen und die Seite anwählen. Über das Stern-Icon neben den Top Stories kannst du ebenfalls bevorzugte Quellen für die spätere Suche speichern.
