Feuerwehr zahlt bei jedem Alarm selbst drauf
Schleswig Holstein
Ärger bei der Feuerwehr: Sie retten andere Menschen - und zahlen auch noch drauf
Während die Lokalpolitik ihre Bezüge verdoppelt, zahlen Rendsburgs Feuerwehrleute bei jedem Alarm drauf. Ein neues Konzept soll die finanzielle Belastung der Ehrenamtler jetzt abfedern.
Die jüngste Entscheidung der Rendsburger Ratsversammlung, die Aufwandsentschädigungen für die Kommunalpolitik deutlich anzuheben, hat eine Diskussion über andere ehrenamtliche Tätigkeiten in der Stadt angestoßen. In den sozialen Netzwerken rückte dabei auch die Freiwillige Feuerwehr in den Fokus. Während die politischen Bezüge steigen, zahlen aktive Feuerwehrleute in Rendsburg für ihre Alarm- und Dienstfahrten mit dem Privat-Pkw zum Gerätehaus das Benzin aus eigener Tasche.
Für die aktiven Retter in Rendsburg bedeutet das derzeit: Je häufiger es in der Stadt brennt und je öfter sie ausrücken, desto mehr Geld zahlen sie privat für ihr Ehrenamt drauf.
Funktionsträger bekommen Pauschalen
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Nicht alle gehen bei der Feuerwehr gänzlich leer aus. Funktionsträger wie die Wehrführung, ihre Stellvertreter und die Jugendwarte erhalten monatliche Pauschalen. Auch für Brandsicherheitswachen gibt es festgelegte Stundensätze, und wer für einen Einsatz seinen Arbeitsplatz verlässt, bekommt den Verdienstausfall erstattet. Doch jede klassische Alarmierung mit anstehender Anfahrt zum Gerätehaus kostet die Retter ihr privates Geld.
Ein Blick in die Region zeigt, dass die Rendsburger mit diesem Problem nicht alleine sind. Wie Daniel Passig, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Rendsburg-Eckernförde, erklärt, gilt dieses Prinzip durch die Bank: Freiwillige Feuerwehrleute zahlen ihr Spritgeld für Einsätze aus eigener Tasche. Ein pauschales Einsatzgeld ist im Kreis Rendsburg-Eckernförde bislang die absolute Ausnahme.
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Kilometergeld abrechnen? Zu aufwendig
Warum die Stadt nicht einfach jeden gefahrenen Kilometer erstattet, hat einen pragmatischen Grund: Der Aufwand für eine Einzelabrechnung nach dem Bundesreisekostengesetz wäre enorm und schlichtweg zu bürokratisch, wie der stellvertretende Wehrsprecher Jens Schnittka berichtet.
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Wehrführung erarbeitet Konzept
Die Wehrführung und die Stadt arbeiten deshalb jetzt an einem anderen Modell: Die Lösung soll ein sogenanntes Einsatzgeld sein – eine pauschale Aufwandsentschädigung pro geleistetem Einsatz, die unter anderem die entstehenden Fahrtkosten der Retter unkompliziert abdecken soll.
Ziel dieses Modells ist es, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten die Benzinkosten auszugleichen und so für eine noch höhere Motivation bei den Einsatzkräften zu sorgen, wie Schnittka mitteilt. Er betont ausdrücklich, dass es dabei nicht um Bereicherung geht: „Unsere Mitglieder versehen ihre Tätigkeit ehrenamtlich. Sie erwarten dafür keine finanzielle Gegenleistung.“ Es geht lediglich um den Ausgleich der entstandenen Unkosten.
Der Vorstand der Rendsburger Feuerwehr will das Konzept für das Einsatzgeld noch während der Ferien bei der Stadtverwaltung einreichen. Sobald der Vorschlag dort vorliegt, wird die Verwaltung prüfen, inwiefern die städtische Entschädigungssatzung angepasst werden kann.
Am Ende entscheidet die Politik
Doch das letzte Wort hat nicht die Verwaltung: Über eine solche Änderung und die tatsächliche Einführung des Einsatzgeldes für die Feuerwehr entscheidet am Ende die Politik. Der Ball liegt also bald bei genau jenen Akteuren, die gerade erst die eigene Aufwandsentschädigung deutlich erhöht haben. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de.)