Asiatische Hornisse: Asiatische Hornisse erstmals in Sachsen nachgewiesen
Quelle: dpa Sachsen
Aktualisiert am 12. August 2026, 15:05 Uhr
Die asiatische Hornisse ist erstmals in Sachsen nachgewiesen worden. Anhand der Überprüfung eines Videos aus Leipzig sei die Sichtung bestätigt worden, teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit. Nun würden Experten vor Ort nach dem Nest suchen und dieses beseitigen. Dadurch solle die Ansiedlung möglichst lange verhindert werden.
Es gebe ein begrenztes Zeitfenster, denn im Spätherbst fliegen aus dem Nest im Durchschnitt 300-500 Jungköniginnen aus, hieß es weiter. Dies überwintern in Verstecken und gründen im Folgejahr jeweils eigene neue Staaten. Diese hohe Vermehrungsrate und die durch den Klimawandel begünstigte warm-trockene Witterung sind Gründe für die sehr schnelle Ausbreitung der Art in Deutschland.
«Es war nur eine Frage der Zeit, wann erstmals die Hornisse in Sachsen auftaucht», sagte Michael Hardt, Vorsitzender des Landesverbandes sächsischer Imker. In den vergangenen Tagen habe es mehrfach Hinweise von Imkern und Naturschützern gegeben. Diese hätten sich bisher aber nicht bestätigt. In den benachbarten Bundesländern sei das Tier bereits vorgekommen.
Bevölkerung um Mithilfe gebeten
Wer eine Asiatische Hornisse oder das mögliche Hornissen-Nest sieht, wird gebeten, die Beobachtung möglichst mit Foto und der Angabe von Kontaktdaten über das «Meldeportal für Arten» des LfULG anzuzeigen. Wer das mögliche Nest entdeckt, sollte unbedingt einen Abstand von fünf Metern oder mehr einhalten, da Asiatische Hornissen in der Nähe ihrer Nester zur Verteidigung ihrer Brut sehr aggressiv reagieren können. Die Nester sind meist 60 bis 100 Zentimeter hoch, rund bis birnenförmig, mit einer seitlichen Öffnung versehen und bräunlich gefärbt.
Asiatische Hornisse jagt Bienen vor deren Stock
Die Asiatische Hornisse ist kleiner als ihre europäische Verwandte, dafür aber aggressiver. Zudem ist sie etwas dunkler. Ursprünglich ist sie in Südostasien zu Hause, wurde aber vermutlich über Importwaren nach Europa eingeschleppt. In Deutschland war sie laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) 2014 erstmals in der Nähe von Karlsruhe nachgewiesen worden.
Asiatische Hornissen verhalten sich laut Landesamt in der Regel defensiv. Wenn ihr Nest gefährdet sei, könnten sie aber ein starkes Abwehrverhalten zeigen. Man solle daher immer einen Abstand von fünf Metern zu Nestern einhalten. Für Honigbienenvölker kann die Hornisse aber zum Problem werden, da sie die Bienen jagt.
«Die Hornisse lauert den heimischen Bienen vor deren Stock auf und frisst diese im Flug. Sie scheut aber auch nicht davor zurück, direkt in den Bienenstock auf die Jagd zu gehen», erläuterte Hardt. Problematisch seien auch Fraßschäden im Wein- und Obstbau.
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