Äthiopien und Eritrea brechen diplomatische Beziehungen ab

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Äthiopien und Eritrea brechen diplomatische Beziehungen ab

Äthiopien wirft Eritrea die Unterstützung der Volksbefreiungsfront von Tigray vor. Eritreas Außenministerium kündigte den Abbruch "aller diplomatischen Beziehungen" an

Drei bewaffnete Männer in militärischer Kleidung gehen auf einem Gehweg entlang einer Straße in einer städtischen Umgebung in Mekelle, Äthiopien. Im Hintergrund sind Gebäude, darunter Baustellen, sowie Bäume und eine mehrspurige Straße zu sehen.
Mitglieder der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) in Mekelle.

Addis Abeba/Mekelle (Tigray) – Äthiopien und Eritrea haben am Donnerstag ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Die äthiopische Botschaft in Asmara werde geschlossen, teilte die Regierung in Addis Abeba mit. Äthiopien wirft Eritrea die Unterstützung der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) vor. Die TPLF hatte Ende September eine Offensive in den an die Region Tigray angrenzenden Provinzen Amhara und Afar im Nordwesten Äthiopiens gestartet. Das eritreische Außenministerium kündigte daraufhin seinerseits den Abbruch "aller diplomatischen Beziehungen mit Äthiopien an".

Eritrea hatte sich Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den direkten Zugang zum Roten Meer. Wegen eines Grenzkonflikts führten die beiden Länder am Horn von Afrika von 1998 bis 2000 erneut Krieg gegeneinander. Rund 80.000 Menschen starben. 2018 nahmen beide Länder wieder diplomatische Beziehungen auf.

Im Krieg zwischen der äthiopischen Armee und der TPLF von November 2020 bis November 2022 wurden nach Schätzungen der Afrikanischen Union mindestens 600.000 Menschen getötet. Das Friedensabkommen von Pretoria beendete die Kämpfe zwar, zentrale Vereinbarungen wurden aber nicht umgesetzt. Dazu gehören die Entwaffnung der TPLF und die Rückkehr hunderttausender Vertriebener. (APA, 2.10.2026)

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