Früherer Wiesbadener Oberbürgermeister Achim Exner ist tot

"Außergewöhnlich bürgernaher Politiker" Früherer Wiesbadener Oberbürgermeister Achim Exner gestorben

Zwölf Jahre lang war Achim Exner Oberbürgermeister von Wiesbaden. Nun ist der SPD-Politiker im Alter von 81 Jahren gestorben. Anfang der 90er-Jahre machte er bundesweit Schlagzeilen: Als erster amtierender Oberbürgermeister nahm er nach der Geburt seiner Tochter Elternzeit.

Achim Exner (Archivbild)

Achim Exner (Archivbild) Bild © IMAGO / Hoffmann

Der frühere Wiesbadener Oberbürgermeister Achim Exner ist tot. Das teilte die Stadt Wiesbaden am Freitag mit. Demnach starb der SPD-Politiker am Donnerstagabend nach langer Krankheit im Alter von 81 Jahren.

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00:37 Min.|hessenschau.de (Andrea Bonhagen)

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Exner war von 1985 bis 1997 Oberbürgermeister der hessischen Landeshauptstadt. In dieser Zeit setzte er sich unter anderem für den Ausbau der sozialen Infrastruktur und die Weiterentwicklung der Stadt ein. Außerdem schloss Wiesbaden während seiner Amtszeit mehrere Städtepartnerschaften, darunter mit Breslau (heute Wrocław in Polen) und Görlitz.

Stadt würdigt Verdienste

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) würdigte den Verstorbenen als einen "herausragenden Ideengeber und außergewöhnlich bürgernahen Politiker" - mit seiner Zugewandtheit, seiner Entschlossenheit und seinem sozialen Engagement habe er das Vertrauen und die Wertschätzung vieler Menschen gewonnen.

"Er war immer ein bürgernaher und pragmatischer Oberbürgermeister, der parteiübergreifend geschätzt wurde", sagte Bürgermeisterin Christiane Hinninger (Grüne). Zudem habe er sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Beruf, Führungspositionen und Politik eingesetzt, hieß es weiter.

Bundesweit bekannt wurde Exner 1991, als er nach der Geburt seiner Tochter Erziehungsurlaub nahm. Für einen amtierenden Oberbürgermeister war das damals ungewöhnlich und sorgte für große Aufmerksamkeit. Der Schritt machte bundesweit und international Schlagzeilen.

Auch nach der Amtszeit weiter engagiert

"Sein Engagement für Menschen in Not reichte weit über die Stadtgrenzen hinaus", teilte die Stadt mit. Nach seinem Ausscheiden aus dem Rathaus blieb Exner in Wiesbaden aktiv. In seinem "Rat-Haus" im Stadtteil Biebrich bot er Bürgerinnen und Bürgern Unterstützung bei Problemen an. Nach Angaben der Stadt half er dort über viele Jahre hinweg tausenden Menschen.

Exner wurde 1944 im damaligen Breslau geboren und wuchs in Wiesbaden auf. Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister war er Stadtverordneter und später Sozialdezernent der Landeshauptstadt.