Aufsicht schloss Signa-Verfahren gegen Schweizer Bank Julius Bär ab
Schweiz
Aufsicht schloss Signa-Verfahren gegen Schweizer Bank Julius Bär ab
Die Schweizer Finanzmarktaufsicht rügt die Bank scharf, lockert aber auch Maßnahmen und macht damit den Weg für Aktienrückkäufe frei
Zürich/Wien – Die Schweizer Bank Julius Bär hat in der Aufarbeitung des Signa-Debakels einen großen Schritt vorwärtsgemacht. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hat ihr seit Jahren laufendes Verfahren nun abgeschlossen. Die Behörde rügt die Bank noch einmal scharf, lockert nun aber auch einige Maßnahmen wieder und macht so den Weg für Aktienrückkäufe frei.
Die Zürcher Vermögensverwalterin habe "in schwerer Weise" gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstoßen, tadelte die Finma die Bank in einer Mitteilung vom Dienstag. Sie attestierte Julius Bär "schwere Mängel im Kreditrisikomanagement" wie auch Verletzungen im Bereich der Geldwäschereibekämpfung. Julius Bär bestätigte den Abschluss des Verfahrens und teilte mit, dass das Unternehmen bereits einen Antrag auf Aktienrückkäufe bei der Finma eingereicht habe. Die Aktien der Bank stiegen im frühen Handel um rund sieben Prozent.
Kundenbeziehungen zu Personen aus Russland
Die Untersuchung stand nach Angaben der Aufsicht auch im Zusammenhang mit Kundenbeziehungen zu zwei politisch exponierten Personen aus Russland. Es war bereits das fünfte von der Finma gegen Julius Bär eingeleitete Verfahren in weniger als zehn Jahren. Bär gehörte zu den größten Kreditgebern der zusammengebrochenen Immobiliengruppe des Tiroler Investors René Benko und musste dafür vor drei Jahren 586 Millionen Franken abschreiben.
Der Skandal kostete mehrere Spitzenvertreter des Instituts den Job. Anfang 2025 übernahm dann der frühere Goldman-Sachs-Manager Stefan Bollinger den Chefposten. Er besetzte eine Reihe von Schlüsselpositionen neu, schrieb weitere Kredite ab und trennte sich von Finanzberatern, die bei ihren Kunden zu wenig genau hinschauten oder die notwendige Leistung nicht erbrachten. (APA, 29.9.2026)
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