Aus für beliebtes Metal-Festival – „Die hohe Bürokratie stört mich enorm"
Stand: 28.09.2026, 14:00 Uhr
Kommentare

Der Heavy-Metal-Club „The Jolly Bangers" feiert in Kelsterbach sein vorerst letztes Metalstorm-Festival. Vereinschef „Schmiddo" hat aber einen Plan, wie es privat weitergehen könnte.
Kelsterbach – Schwarze Klamotten, wohin man schaut, Kutten mit Aufnähern von Metalbands, verzerrte Gitarren, wummernder Bass, treibende Rhythmen, begleitet von melodischem Gesang oder auch tiefem Grollen – in der Mehrzweckhalle Nord ist Heavy Metal angesagt. Der Heavy-Metal-Club „The Jolly Bangers“ zelebriert dort sein fünftes Metalstorm-Festival.
Rückzug aus dem Vereinsregister
Aber die schlechte Nachricht für die Metal-Fans gleich zu Beginn. Es ist vorerst das letzte Festival, wie Vorsitzender und Gründungsmitglied Thomas „Schmiddo“ Schmidt ankündigt. „Ich will aufhören“, sagt er am Samstagabend in einer Umbaupause gegenüber dieser Zeitung. Diese Nachricht sprach sich schon unter dem einen oder anderen Fan herum, später will „Schmiddo“ das Aus auch noch auf der Bühne verkünden.
Der Grund ist zum einen der geplante Rückzug des Vereins aus dem amtlichen Vereinsregister, die Aufgabe des Metal-Clubs als eingetragener Verein. „Die hohe Bürokratie stört mich enorm. Man fühlt sich als Geschäftsführer eines Unternehmens“, sagt „Schmiddo“. Der Punkt ist allerdings, dass ihm als Privatperson die Mehrzweckhalle Nord nicht kostenfrei von der Stadt zur Verfügung gestellt werde. Und als Privatperson sei eine Miete für ihn finanziell nicht leistbar.
Zum anderen, dies postete er bereits die Tage zuvor auf der Homepage des Clubs, reiche die Zahl der Eintrittskartenverkäufe nicht aus, um das Festival rentabel zu gestalten. Für den Samstag rechnet er mit insgesamt 250 zahlenden Metal-Fans, was er zwar als ganz gute Zahl bezeichnet. Insgesamt sei es ihm jedoch ein zu großes Risiko, wenn im Mai erst 50 Tickets im Vorverkauf weggehen.
Der Club muss die Bands bezahlen. Kommen nicht genug Leute zum Festival, sind die Einnahmen beim Verkauf von Speisen und Getränken zu niedrig. Was ihn zudem enttäuscht, ist das Verhalten einiger Fans. „Die Bands haben es nicht verdient, dass nur zehn Leute vor der Bühne stehen. Die anderen sind draußen und rauchen“, schimpft „Schmiddo“. Das ist sicher ein wenig übertrieben, aber im Kern verständlich.
„Ich wollte mit dem Festival den kleinen Bands eine Bühne geben. Es steht in unserer Satzung, die Metal-Szene zu fördern“, sagt er. Die Fans sprächen häufig von Festivals wie Wacken und Summer Breeze. Sie würden indessen vergessen, dass viele Bands auf solchen kleinen Festivals wie Metalstorm ihre Karriere begonnen hätten.
Neue Festival-Idee schon parat
Auffällig ist auch ein Blick auf das Alter der Fans. Die sind eher älteren Semesters. „Junge Leute kommen nicht nach“, stellt auch „Schmiddo“ fest. Noch ist aber nicht aller Tage Abend. Denn sein Ziel ist, privat ein Festival auf die Beine zu stellen. Ein Investor soll die Vermietung der Halle und den Verkauf der Karten übernehmen, der Verein kümmert sich dann nur noch um das Catering. Eine indessen noch nicht benannte Halle im Umkreis von 20 Kilometern hat er bereits im Blick.
Wie nehmen die Fans das Aus auf? Harry Bauer war bereits beim ersten Festival in Raunheim dabei – was aber nicht zur offiziellen Reihe des Metalstorm gehört. „Ich bin traurig. Der Club hatte immer super Bands hier“, sagt er. Viele Fans würden wohl enttäuscht sein. Am Samstag wird jedenfalls noch mal kräftig der Kopf gebangt. Die Bands „Rough’N’Rude“, „Angelic Forces“, „Vanish“, „Bad Butler“, „Thornbridge“ und der Headliner „Godslave“ rocken den Saal.