Ausbau abgebrochen, Anschlüsse tot: Kleinstadt wartet seit Jahren auf Glasfaser

Stand: 22.08.2026, 07:02 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht von Till Simon Nagel vom 14. September 2021: Irgendwie muss die Glasfaser durch den Boden und die Wand ins Haus. Deswegen brauchen Mieter immer die Erlaubnis der Hauseigentümer. Foto: Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Der Glasfaserausbau bleibt – wie in vielen Kommunen – ein schwieriges Thema. Auch in Waldkappel sind einige Ortsteile weiterhin nicht angeschlossen. © Sina Schuldt/dpa

Der Glasfaserausbau in Waldkappel ist in Teilen abgeschlossen. Dennoch haben einige Nutzer bis heute keinen funktionierenden Anschluss.

Waldkappel – Nach wie vor gibt es Probleme rund um den Glasfaserausbau in Waldkappel und den Stadtteilen. Verzögerungen, mangelhafte Ausführungen und die Koordination vor Ort sorgten in der Vergangenheit für Ärger und Frust (wir berichteten).

Vollumfänglich angeschlossen sind Schemmern, Burghofen, Harmuthsachsen und Bischhausen. Die Bauarbeiten hatten im Jahr 2024 in Schemmern begonnen – eigentlich sollte der Ausbau schon deutlich früher starten. Das sei aber nicht möglich gewesen, da Goetel sich von seinem bisherigen Generalunternehmer trennte, lautete die Begründung.

Arbeiten in der Kernstadt wurden abgebrochen

In der Kernstadt gingen die Arbeiten rund um den Ausbau der Hausanschlüsse zunächst voran. Diese wurden jedoch abgebrochen, berichtet Bürgermeister Niklas Gries (CDU). Das Unternehmen habe nur so weit ausgebaut bzw. vorbereitet, bis letztlich der Stopp kam. Im Bereich Wehrfeld in der Kernstadt baute Goetel komplett aus. Verärgerung gab es auch immer wieder rund um die Baustellen selbst: Sie wurden oftmals ohne die nötige Beschilderung oder Absicherung eröffnet – und waren somit eine Gefahrenquelle für den Verkehr. Auflagen, die Teil der jeweiligen Genehmigungen waren, wurden teilweise nicht eingehalten, erklärte Anfang des Jahres Waldkappels Ex-Bürgermeister Frank Koch.

Seitens der Firma habe es auch die Zusage für die Stadtteile Friemen, Mäckelsdorf, Hetzerode, Gehau, Eltmannsee, Stolzhausen, Rechtebach, Kirchhosbach, Rodebach und Hasselbach gegeben. Zum Glasfaserausbau kam es allerdings nicht. Der Grund hierfür? Nicht bekannt, Nachfragen hätten nichts ergeben, berichtet die Waldkappeler Verwaltung weiter. Man vermute jedoch, dass für das Unternehmen am Ende nicht mehr die nötige Wirtschaftlichkeit gegeben war – durch den Ausbau der Telekom in der Kernstadt, durch die mangelnden Auskünfte seitens Goetel und die damit verbundenen Kündigungen.

Anschlüsse einiger Nutzer funktionieren nicht ordnungsgemäß

Der Ausbau der Telekom konzentrierte sich zu Beginn ausschließlich auf Teile der Kernstadt und gilt als abgeschlossen. Ursprünglich waren Teile des Industriegebietes hierfür nicht vorgesehen, wurden dann im weiteren Verlauf jedoch auch ausgebaut. „Dennoch funktionieren die Anschlüsse bei einigen Nutzern bis heute nicht ordnungsgemäß“, sagt Gries.

Zu einem weiteren Ausbau in der Kernstadt und den verbliebenen Stadtteilen gibt es derzeit keine weiteren Informationen. „Allerdings werden wir noch einmal versuchen, zu allen im Glasfaserbau tätigen Ausbauunternehmen – insbesondere aber zur Goetel – Kontakt aufzunehmen, um einen marktseitigen Ausbau zu initiieren“, sagt Bürgermeister Niklas Gries.