Conference League: Austrias Kampf gegen Braga bleibt unbelohnt
Conference League
Der FK Austria Wien hat am Donnerstag den Einzug in die Ligaphase der UEFA Conference League verpasst. Die „Veilchen“ kamen am Donnerstag daheim gegen Sporting Braga nicht über ein 0:0 hinaus und schieden gegen den EL-Halbfinalisten aus dem Vorjahr mit dem Gesamtscore von 0:2 aus. Somit geht die heurige Saison in der Ligaphase ohne österreichische Beteiligung über die Bühne.
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Trainer Stephan Helm musste in der Innenverteidigung auf Ibrahim Buhari (Mittelhandbruch) und Jonas Feddersen (Infekt) verzichten. Der Coach stellte sein Team im Vergleich zum Hinspiel an drei Positionen um: Lee Kang-hee, Florian Wustinger und Kelvin Boateng durften statt Buhari, Philipp Maybach und Vasilije Markovic beginnen.
Mit der Hypothek der 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel startete die Austria vor 9.700 Fans engagiert in die Partie, bis zur ersten Topchance dauerte es aber. In der 20. Spielminute zog Johannes Eggestein von der Strafraumgrenze ab. Seinen zu zentral angetragenen Schuss konnte Keeper Bernardo nur nach vorne abprallen lassen, Julian Hettwer konnte im Nachsetzen aber kein Kapital daraus schlagen. Wenig später jagte Boateng den Ball deutlich über das Tor der Gäste.
Highlights von Austria Wien – Braga
Nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel schaltete die Wiener Austria im eigenen Stadion gegen Braga den Offensiv-Turbo ein. Für den Aufstieg in die Conference League fehlte es allerdings an Toren.
Danach war es vorerst vorbei mit der Offensive der Austria, aber auch Braga hielt sich mit sehenswertem Angriffsfußball zurück. Gabriel Silva prüfte erstmals Samuel Sahin-Radlinger (40.), Johannes Handl klärte gegen Pau Victor in höchster Not (41.).
Austria bemüht, aber harmlos
Für Hälfte zwei brachte Helm mit Sanel Saljic für Hettwer neue Offensivkraft. Am Charakter des Spiels änderte sich aber wenig: Die Gastgeber bemühten sich, blieben aber im Abschluss zu harmlos. Eine Flanke von Reinhold Ranftl verpasste Johannes Eggestein nur knapp (52.). Danach schickte Helm mit Daniel Nnodim und Markovic noch einmal frische Kräfte.
Gefährlich wurde es aber auf der Gegenseite: Mit einer Parade gegen den eingewechselten Diogo Travassos bewahrte Keeper Sahin-Radlinger vor dem Rückstand (70.). Der diesmal enttäuschende Altstar Moutinho holte sich in der Schlussphase noch Gelb ab, danach lief die Zeit zugunsten der Gäste ab, die letztlich in 180 Minuten gegen die Austria hinten keinen Gegentreffer zuließen.
Das Kapitel Europacup ist für die Austrianer damit für heuer beendet. Die „Veilchen“ müssen somit auch auf das CO-Startgeld von 3,17 Millionen Euro verzichten. Der Fokus kann nun voll und ganz auf die heimischen Bewerbe gerichtet werden. In der Meisterschaft wartet am Sonntag (19.00 Uhr) auswärts bei Red Bull Salzburg die nächste schwierige Aufgabe.
Austria stellt Weichen für die Zukunft
Im Vorfeld der Partie verkündete die Austria am Donnerstag zwei Vertragsverlängerungen. Der Vertrag von Nnodim wurde bis 2030 verlängert. Der 18-jährige Rechtsverteidiger schaffte über die violette Akademie und die Juniors den Sprung in die Kampfmannschaft.
Im operativen Bereich wurde zudem der auslaufende Vertrag von Wirtschaftsvorstand Harald Zagiczek um zwei Jahre verlängert.
Stimmen zum Spiel:
Stephan Helm (Austria-Trainer): "Wir haben einige Situationen kreiert, da musst du einfach ein Tor erzielen. Und dann denke ich, wäre das noch mal richtig spannend geworden, weil man hat doch gemerkt, dass der Gegner in einigen Phasen Probleme mit uns hatte. Trotzdem muss man sagen, ab der 60. Minute konnten wir nicht mehr ganz die Pace halten. Das ist aber auch dem geschuldet, weil man brutal viel investieren muss, um diese Mannschaft zu beschäftigen. Wir haben dann frische Kräfte gebracht, um ein zusätzliches Offensivspiel auf den Platz zu bringen. Aber da sind sie dann einfach zu stabil gewesen. Im Moment sind wir natürlich enttäuscht. Aber trotzdem glaube ich, dass wir aus diesen letzten sechs Wochen sehr viel mitnehmen können.
Carlos Vicens (Braga-Coach): „Wir wussten, dass es schwer sein würde. Wir haben zwar einen 2:0-Vorsprung gehabt, das Spiel war aber trotzdem noch weit offen. Wir wussten auch, dass die Austria alles geben würde. Es stimmt, dass wir vor allem in der ersten Hälfte nicht so viel Druck aufbauen konnten. Wir haben viele Ballverluste erlitten. Aber dann hatten wir – auch mit den zwei Wechseln – wieder mehr die Kontrolle über das Spiel bekommen. Da hat die Mannschaft Charakter gezeigt. Wir haben im Endeffekt unser Ziel erreicht, das Erreichen der Ligaphase der Conference League.“
Reinhold Ranftl (Austria-Verteidiger): „Heute waren wir die bessere Mannschaft und hatten die besseren Chancen. Es ist eine Spur weit Qualität, die sie ausgenutzt haben. Die Chance zu nutzen, eiskalt zu sein, das müssen wir lernen. Heute wäre viel mehr möglich gewesen, deswegen ist es ein extrem bitterer Abend. Sie waren letztes Jahr im Europa-League-Halbfinale, wir haben eine gute Leistung gebracht. Ich hoffe, das ist nicht das letzte Mal, dass wir im Play-off stehen. Wir haben uns gut verkauft und Österreich gut präsentiert. Der LASK hat’s vorgemacht, wir wollten es nachmachen. Das ist uns leider nicht geglückt. Aber wir haben alles gegeben und können uns wenig vorwerfen.“
Manfred Fischer (Austria-Kapitän): „Heute waren wir überhaupt nicht unterlegen. Wir haben eine unsere besten ersten Halbzeiten mit dem Ball gespielt, seit ich da bin. Wenn du weiterkommen willst, musst du einfach irgendwann ein Tor machen. Das haben wir nicht hinbekommen und das müssen wir uns vorwerfen. Die Mannschaft hat einen Schritt gemacht. Wir können sehr froh sein, dass die Entwicklung passt.“
UEFA Conference League, Play-off, Rückspiel
Donnerstag:
Austria – Braga 0:0
Franz-Horr-Stadion, 9.702, SR Dabanovic (MNE)
Austria: Sahin-Radlinger – Handl, Dragovic (80./Deshishku), Lee K., Lee T. – Ranftl (65./Nnodim), Wustinger, Fischer – Boateng (65./Markovic), Eggestein (72./Wels), Hettwer (46./Saljic)
Braga: Fontes – Gomez, Lagerbielke, V. Carvalho, Bajrami – Tiknaz, Moutinho, Rodrigues (55./Dorgeles) – Victor (83./Milosevic), Navarro (55./Travassos), Silva (91./Martinez)
Gelbe Karten: Fischer, Lee T., Boateng, Helm (Trainer) bzw. Navarro, Moutinho