Autobranche: VDA-Präsidentin fordert bessere Standortbedingungen

Stand: 14.07.2026, 13:30 Uhr

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Hildegard Müller, Präsidentin des Automobilverbands VDA, nimmt nach einem Automobilgipfel an einer Pressekonferenz teil. (zu dpa: „Verband: Autostandort Deutschland braucht Reformen“)

VDA-Präsidentin Hildegard Müller. © Sven Hoppe/dpa

Die Chefin des Automobilverbands VDA rechnet bis 2035 mit massiven Jobverlusten. Von den Gewerkschaften verlangt sie mehr Entgegenkommen.

Mit Krisen kennt sich Hildegard Müller aus: Ihr Start als Präsidentin des Automobilverbands VDA fiel mit dem Beginn der Corona-Pandemie zusammen. Nun steht die Lobbyistin im Auge eines anderen Sturms: der Krise der deutschen Autobauer um den Wolfsburger Volkswagen-Konzern.

Laut Müller werden zwischen 2019 und 2035 rund 225.000 Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen, „weil der Standort nicht wettbewerbsfähig ist“, wie die VDA-Präsidentin am Dienstag in einer digitalen Veranstaltung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin sagte.

Wenige Stunden zuvor hatte Müller im Deutschlandfunk bereits ein Entgegenkommen von Gewerkschaften und bessere Standortbedingungen gefordert. Die Politik müsse Autobauer und Zulieferer bei Energiepreisen, Bürokratie und Steuern entlasten. Mit Blick auf die Beschäftigten sprach sie von längeren Arbeitszeiten.

Entscheidende Zukunftstechnologien fehlen

Ob das reicht, um aus der Krise zu kommen? Batterie, Software und autonomes Fahren seien die drei Zukunftstechnologien in der Autoindustrie, hatte der unabhängige Branchenexperte Philipp Raasch dem Deutschlandfunk am Montag gesagt. Künftig machten sie bis zu 80 Prozent des Wertes eines Autos aus. „Man kann pauschal sagen, dass die deutsche Autoindustrie bei allen diesen dreien Zukunftstechnologien nicht gut aufgestellt ist.“ Dies sei der maßgebliche Grund für die aktuelle Krise, so der Experte.

VW-Konzernchef Oliver Blume hatte am Montag im VW-Intranet erstmals die Zahl von knapp 50.000 Arbeitsplätzen bestätigt, die weltweit abgebaut werden könnten. Auch zu den VW-Fabriken in Zwickau, Emden und Hannover sowie dem Audi-Werk in Neckarsulm äußerte sich Blume. Der Manager will die Kosten des Unternehmens wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau bringen. Wie viele Stellen tatsächlich abgebaut und welche Werke geschlossen werden, steht aber noch nicht fest; Blume brachte erneut „intelligente Lösungen“ ins Spiel – etwa zur Nutzung von Werken.

Am vergangenen Freitag hatten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und das Land Niedersachsen Blumes „Zukunftsplan“ im Aufsichtsrat abgelehnt. Nun geht das Ringen um die Zukunft des Autobauers in die nächste Runde.